Samstag, 03. Januar 2015, 08:14 Uhr
E-Scooter-Verbot

E-Scooter-Verbot

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(Elektro)-Rollstühle sind von diesen Einschränkungen NICHT betroffen.

Wesermarsch Finde ich GUT, wie sich die beiden Behinderten-Beiräte gleich einsetzen!


Habe die Presse-Mitteilung Verkehrsverbund Niedersachsen/Bremen (VBN) Ende Dezember zwischen den Feiertage erst genauer gelesen:

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"Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hat zu der Beförderung von E-Scootern ein Gutachten in Auftrag gegeben und empfiehlt aufgrund der Ergebnisse seinen Mitgliedern, die Beförderung der E-Scooter in Bussen und Straßenbahnen auszuschließen. (Elektro)-Rollstühle sind von diesen Einschränkungen nicht betroffen."
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Artikels Papierausgabe NWZ vom 3. Januar:

"Seit dem 1. Januar sind Elektromobile in Bussen tabu. Albert Mumme, Vorsitzender des Behindertenbeirats in Nordenham, sieht darin auch einen Vertragsbruch gegenüber den Städten und Gemeinden

Albert Mumme, der Vorsitzende des Senioren- und Behindertenbeirats Nordenham, findet das Vorgehen der Verkehrsbetriebe „empörend“. Wie die NWZ? berichtete, sind so genannte E-Scooter, wie sie von vielen gehbehinderten Menschen genutzt werden, seit dem 1. Januar von der Beförderung in den Bussen und Straßenbahnen des Verkehrsverbunds Bremen/Niedersachsen (VBN) ausgeschlossen.

Nachdem der Kreisbehindertenbeirat bereits scharfe Kritik daran geäußert hatte, hat sich nun auch der Senioren- und Behindertenbeirat der Stadt Nordenham zu Wort gemeldet. Vorsitzender Albert Mumme spricht von einer „Nacht- und Nebelaktion“, mit der die Betroffenen ohne Vorwarnung überrollt werden.

Wie die NWZ berichtete, beruft sich der VBN auf ein vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen in Auftrag gegebenes Gutachten. Darin enthalten ist die Empfehlung, aus Sicherheitsgründen auf die Beförderung von E-Scootern künftig zu verzichten. Hintergrund sei ein „erhebliches Gefahrenpotenzial“, besonders bei plötzlichen Bremsvorgängen sowohl für deren Besitzer als auch für andere Fahrgäste.

Albert Mumme hat kein Verständnis für das Vorgehen der Verkehrsbetriebe. Viele Gehbehinderte, gerade im ländlichen Raum, seien auf die Busverbindungen angewiesen, um beispielsweise einen Arzt ihrer Wahl aufsuchen oder ihre Verwandten besuchen zu können. Der Beiratsvorsitzende sieht einen Vertragsbruch gegenüber den Kommunen, in deren Auftrag die Verkehrsbetriebe den Personennahverkehr sicherstellen. Deshalb erwartet Albert Mumme auch, dass die Politik reagiert und darauf hinwirkt, dass die Entscheidung rückgängig gemacht wird.

Albert Mumme hätte sich gewünscht, dass die Verkehrsbetriebe mit den Kommunen und mit den Behindertenverbänden gesprochen hätten, bevor sie eine so schwerwiegende Entscheidung treffen. Ihm sei kein einziger Unfall mit Fahrern der Elektromobile bekannt. „Man verbietet ja auch nicht das Spazierengehen, nur weil einem ein Stein aus dem Weltall auf den Kopf fallen könnte.“

Die 2. Vorsitzende des Nordenhamer Beirats, Marlies Strauch, ist davon überzeugt, dass mit einfachen Mitteln eine bessere Sicherung der Elektromobile erreicht werden könnte. Doch anstatt nach Lösungen zu suchen, würden die Scooter-Fahrer einfach ausgeschlossen. Marlies Strauch weist darauf hin, dass die Zahl der Betroffenen im Zuge der demografischen Entwicklung noch zunehmen wird.

Rainer Wispeler, der Vorsitzende des Kreisbehindertenbeirats, nutzt selbst seit fast zehn Jahren einen E-Scooter, um mobil zu sein. Er fragt sich, auf welches Modell sich das Gutachten bezieht. Er selbst habe jedenfalls noch nichts über Gefahren gehört, die bei Bremsmanövern entstehen könnten. Er hätte gerne mehr über das Gutachten gewusst. Zwischen den Feiertagen sei aber kaum jemand zu erreichen.

Rainer Wispeler sagt: „Es muss möglich sein, eine solche Entscheidung per gerichtlicher Verfügung rückgängig zu machen.“ Von der Politik erwartet er, dass sie Sturm läuft gegen das Vorgehen der Verkehrsbetriebe. Mit der viel beschworenen Inklusion habe der Ausschluss vom Personennahverkehr nichts zu tun. Darin sind sich die Behinderten-Vertreter einig."

(auch online unter http://www.nwzonline.de/wesermarsch/wirtschaft/empoert-ueber-nacht-und-nebelaktion-beirat-empoert-ueber-nacht-und-nebelaktion_a_22,0,1220920675.html nachzulesen)

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Das Bild oben stammt aus der heutigen NWZ. Originalbildunterschrift ist:
"Ärgern sich über die Verkehrsbetriebe (von links): Marlies Strauch, Albert Mumme und Rainer Wispeler"

Dazu, dass Elektro-Rollstühle nicht betroffen sind, haben Kreisbehindertenbeirat Wesermarsch und Senioren- und Behindertenbeirat Nordenham noch nix gesagt in den bisherigen Zeitungsberichten. Komplexes Thema, kommt sicher mehr.

Die gesamte Pressemitteilung des Verkehrsverbundes Niedersachen/Bremen (VBN) findet man unter: http://www.vbn.de/der-vbn/presse/pressemitteilungen/befoerderung-von-e-scootern-in-bussen-und-strassenbahnen-ab-01012015-nicht-moeglich.html

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