Dienstag, 11. September 2018, 14:08 Uhr
Kultur / Freizeit / Designer-Tapeten

Tapeten selbst anbringen – So geht’s

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Husum Tapeten liegen wieder im Trend. Nicht nur weil sie einem Raum im Handumdrehen ein neues Gesicht verpassen, sondern auch weil die Branche ihre Hausaufgaben gemacht hat und neue Techniken und Materialien den Vorgang vereinfachen. Das verstaubte Stigma der Raufasertapete wird nun endlich aus dem Keller geholt und auf Hochglanz poliert. Tapezieren war nicht immer ein Kinderspiel und vielen Heimwerkern stellen sich schon beim bloßen Klang des Wortes die Nackenhaare auf. Wir möchten Ihnen mit diesem Beitrag einen kleinen Ratgeber an die Hand geben damit das Tapezieren nicht gleich im Familiendrama endet.

(Eine Auswahl an tollen Designer-Tapeten finden Sie übrigens hier.)

Das kleine Tapeten 1x1

Damit Ihr Vorhaben ein voller Erfolg wird möchten wir Ihnen gerne zeigen was in Punkto Material und Variation alles möglich ist. Hier ein kleiner Überblick vom altbewährten Klassiker bis zur neuesten Tapeten-Innovation.

Vliestapete – Mit Bindemittel gefestigte Zell- und Polyesterfasern die PVC-, Lösemittel- und Formaldehydfrei sind. Diese Tapete kaschiert kinderleicht kleine Risse und Unebenheiten der Wand.

Textiltapete – Die Oberfläche dieser Tapete besteht aus Textil dass auf Papier kaschiert ist.

Vinyltapete – Eine scheuerbeständige PVC-Oberfläche mit Vinylbeschichtung auf Papierbasis.

Papiertapete – Bestehend aus recyceltem Papier mit mehrfach bedruckter Oberfläche bringt die Papiertapete auch einen ökologischen Nutzen mit sich.

Raufasertapete – Der Klassiker schon seit vielen Jahren, aus Papier und mit eingearbeiteten Holzfasern. Eignet sich hervorragend zum nachträglichen Streichen.

Strukturtapete – Diese Tapete mit eingearbeitetem Kunstoff hat eine dreidimensional gestaltete Oberfläche.

Metalltapete – Wie der Name vermuten lässt hat diese Tapete eine metallische Oberfläche und eine Basis aus schwerem Papier.

Berechnung der Rollen

Haben Sie endlich eine Tapete gefunden, deren Eigenschaften zu Ihren Wünschen passt, sollten Sie noch herausfinden wie viel Tapete gebraucht wird. Wie viele Rollen Sie für ihr Projekt benötigen lässt sich mit einer simplen Formel herausfinden. Eine Standard-Tapetenrolle misst 0,53 x 10,05m, würde also für 5m² Wandfläche reichen. Der Raumumfang (Breite aller Wände) multipliziert mit der Raumhöhe, geteilt durch fünf ergibt die Anzahl der benötigten Rollen. Addieren Sie nun noch eine Rolle dazu, denn auch der geübte Tapezierer verrechnet sich hin und wieder und Verschnitt gibt es ohnehin immer. Wer renoviert oder tapeziert sollte auch für eine Rolle mehr zahlen können.

Der Alleskönner

Mit abwaschbaren Vinylbeschichtungen und metallischen Oberflächen hat die Branche schon Ergebnisse in Sachen Innovation vorlegen können. Der geheime Star der vergangenen Markteinführungen ist allerdings die Vliestapete. Das Kunstfaservlies ist außerordentlich beständig gegen Feuchtigkeit und schwer zu beschädigen. Durch die Reißfestigkeit lässt sich die Vliestapete zudem einfach anbringen und kaschiert dabei auch noch kleine Risse und Unebenheiten. Die Eigenschaften der Papiertapete die erst aufwendig in Kleister eingeweicht werden muss und leicht reißen kann, geraten ins Hintertreffen. Doch wie bringt man das Multitalent unter den Tapeten sauber und glatt an die Wand?

Kinderleicht anzubringen – Die Vliestapete

Vliestapeten anbringen ist kinderleicht und im Nu erledigt, wenn man einige Sachen beachtet. Bei der Wahl des Kleisters für die Vliestapete ist die Wahl einfach - Vliestapetenkleister. Dieser Kleister bietet hervorragende Anfangshaftung und garantiert ausserdem dass man die Tapete später einfach trocken abziehen kann. Dies erleichtert den nächsten Tapeziervorgang erheblich. Mit einem Quast oder einer Malerrolle den Kleister großzügig und gleichmäßig auf der Wand verteilen. Achten Sie darauf nicht zu sehr zu kleckern, sollten Sie eine Malerrolle benutzen. Experten raten: Je kürzer der Flor der Malerrolle desto geringer ist die Spritzneigung. Die Tapete dann direkt mit der Rolle sorgfältig an die Wand anlegen und blasenfrei andrücken. Am Ende den Überstand unter Zuhilfenahme eines Spachtels oder Lineals abschneiden. Fertig, ziemlich simpel oder?

Tapeten selbst anbringen – Eine Anleitung

Es gibt viele Gründe sich für eine Vliestapete zu entscheiden, und mindestens genauso viele sich gegen sie zu entscheiden. Auch klassische Sorten wie die Raufasertapete haben ihre Reize und lassen sich im Nachgang einfach überstreichen. Vliestapeten lassen sich zwar leicht anbringen, das sollte Sie jedoch nicht abschrecken die Variationen des Angebotes in Betracht zu ziehen. Auch das Tapezieren mit einer herkömmlichen Tapete ist simpel und einfach erklärt. Hier unsere Anleitung zum Tapeten anbringen wenn Sie sich für eine andere Sorte entschieden haben:

1. Wünschen Sie sich ein einwandfreies Ergebnis so ist es unbedingt ratsam die Wände vor dem Tapezieren vorzubereiten. Entfernen Sie die alte Tapete und ziehen Sie Reste sorgsam ab. Auch Risse und Unebenheiten sollten vorher ausgebessert werden.

2. Stellen Sie sicher dass alle Fenster geschlossen sind und die Heizung abgeschaltet ist. Nach dem Ausmessen des Raumes wird gekleistert. Für Papiertapeten reicht einfacher Tapetenkleister. Bei schwereren Tapetensorten wie der Metalltapete sollten Sie Spezialkleister verwenden. Rühren Sie den Kleister lieber etwas dicker an und tragen ihn dafür etwas dünner auf. Einfacher geht es mit einem Kleistergerät welches Sie sich in jedem gut sortierten Baumarkt ausleihen können.

3. Ob bei ihrer Wunschtapete der Kleister auf die Rolle oder die Wand gehört verraten Ihnen die Symbole nach EU-Norm auf der Verpackung. Bitte lesen Sie genau, dies erspart Ihnen spätere unangenehme Überraschungen. Danach die Tapete in Kleister einweichen oder, wie bei der Vliestapete erklärt, gleichmäßig auf die Wand auftragen.

4. Loten Sie jede erste Bahn einer neu zu tapezierende Tapete sorgfältig mit einer Wasserwaage aus, um auch die nachfolgenden Bahnen gerade anbringen zu können.

5. Am Ende die Tapete mit einer Tapetenbürste oder einem sauberen Spachtel am oberen Rand andrücken und gleichmäßig nach unten glatt streichen.

Für welche Sorte Sie sich am Ende entscheiden hängt also nicht nur von der Art der Anbringung ab sondern auch von Eigenschaften einzelner Tapeten und der Raumnutzung. In nur wenigen Stunden strahlt ihr Zuhause schon in neuen Farben. Finden Sie jetzt Ihren neuen Stil. Mit unserem praktischen Ratgeber, kann auch beim Tapezieren selbst, nichts mehr schief gehen.

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