Samstag, 16. Oktober 2021, 10:41 Uhr
Automobilindustrie

Geschichte der Deutschen Automobilindustrie

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Automobilindustrie

Deutschland – DAS Autoland mit unbegrenztem Tempolimit und Autobahnen . Im Zuge der Verkehrswende und für das Klima sollen Autos in Deutschland zwar reduziert werden, dennoch ist und bleibt das Auto ein wichtiger Faktor in der deutschen Gesellschaft. Die Automobilindustrie spielt nach wie vor eine sehr wichtige Rolle und sieben der weltweit größten und wichtigsten Automobilhersteller kommen aus Deutschland. Namenhafte Firmen wie Mercedes Benz, BMW, Audi oder VW haben ihren Ursprung in Deutschland, auch wenn die Produktion mittlerweile auch an anderen Orten erfolgt.

Die Erfindung des Autos


Tatsächlich wurde das Automobil in den 1860 bis 1880er Jahren in Deutschland erfunden. Es ist historisch nicht ganz geklärt wer wie weit nun das erste Auto erfunden hat, ob Siegfried Marcus oder Carl Benz. Fest steht jedoch, dass die beiden Erfinder einen großen Einfluss auf die heutige Welt genommen haben - ebenso wie Henry Ford und Gottlieb Daimler - und Carl Benz 1886 sein erstes Autopatent mit Verbrennungsmotor anmeldete und dies als Geburtsstunde des Autos gilt. 1885 startet die erste Automobilproduktion mit einem Verbrennungsmotor in Mannheim. Bereits 1860 patentierte Christian Reithmann den Viertaktmotor und 1878 nahm die Deutz AG (Köln) die Motorenproduktion auf. Auch in der weiteren technischen Entwicklung spielen die deutschen Erfinder eine zentrale Rolle.

Wilhelm Maybach entwickelte den Spritzdüsenvergaser und 1893 gelang Carl Benz ein weiterer Durchbruch mit der Erfindung der Achsschenkellenkung. Die ersten Langstreckenfahrten Ende des 18. Jahrhunderts zwischen Frankreich und Großbritannien mit Benzinmotor ließen den Dampfmotor endgültig im Schatten stehen.

Die Verbreitung des Automobils


1899 produzierte Benz bereits 572 Autos und hatte 430 Angestellte. In den 1900er Jahren begannen auch andere Europäische Länder und die USA die Produktion und Entwicklung von Autos. Den nächsten wichtigen Entwicklungsschritt brachte dann in den 1920er Henry Ford mit der Erfindung des Fließbands und einhergehend die Massenproduktion und war damit Deutschland voraus. Dies war der Aufstieg von General Motors in den USA. Allerdings folgte die Große Depression 1929, in der viele Autohersteller Pleite gingen.

1926 kam es zur Fusion von Daimler und Benz zu Mercedes-Benz, benannt nach dem damals erfolgreichsten Automodel von Daimler. 1928 rief dann die Bayrischen Motorenwerke auf den Plan – BMW stellte von Flugzeugen auf Automobile um und wurde schnell erfolgreich. Kurz darauf folgte auch Porsche mit dem Fokus auf Sportswagen. In den 1930er Jahren wurde ebenfalls der Dieselmotor erfunden und war dann der weitverbreitetste nach dem Ottomotor (Viertaktmotor). Eine treibende Kraft für weitere Innovationen war dabei auch der Motorsport und die Entwicklung von Rennwagen.

Autos in der NS-Zeit


Autofahren sollte für alle erschwinglich werden und dem Volk nahegebracht werden („Volkswagen“) und so nutzen auch die Nationalsozialisten den Traum vom Auto für ihre Zwecke aus. Die Reichsautobahn verhalf Deutschland zu einem guten Infrastrukturausbau und diente Hitler zeitgleich als Propaganda. Der Bau der Autobahn und Autowerke diente als politische Bühne und wurden groß inszeniert. Hitler war ein Autofan und legte den Grundstein für das heutige VW Werk in Wolfsburg. Der erhoffte Erfolg blieb aber erstmal aus, Deutschland lag hinter den USA und der Massenproduktion zurück und Autos waren nicht erschwinglich, wenn auch von dem Regime durch Rüstungsaufträge und steuerliche Förderung unterstützt. Am Ende des Kriegs war die deutsche Autoindustrie am Boden und wurde durch die Besetzungsmächte wiederaufgebaut.

Wirtschaftswunder Auto nach 1950


Die deutsche Automobilindustrie blieb erstmal klein und eher inländisch, während andere Länder schon exportierten. Dies änderte sich mit dem Volkswagen Beetle – Er wurde in den 1950er Jahren zum Symbol Westdeutschlands, designet von Ferdinand Porsche und erfreute sich weltweit großer Beliebtheit.  Vor allem in Mexiko, dort wurde er auch von 1988 bis 2003 gebaut. Eine weitere Erfolgsgeschichte, die die deutsche Automobilindustrie weltweit bekannt machte, ist der VW T1 Camper Van.

Es folgte eine Expansion um die ganze Welt und deutsche Autos finden international immer mehr Anklang, was zur Eröffnung von Produktionsstätten in den USA und Mexiko führt. 1960 wurden bereits 1,8 Millionen Autos in Deutschland produziert und dies stieg bis 1973 auf 3,3 Millionen an, wovon über 50% exportiert wurden. Das Auto hatte sich als Statussymbol in Deutschland durchgesetzt und war ein wichtiger Wirtschaftszweig, während auch der Rest der Welt mehr und mehr deutsche Autos zu schätzen wissen. Vor allem als Luxusklasse.

Durch die Ölkrisen 1973 und 1979 wurde die Autoindustrie kurzzeitig gedämpft. Produktionszahlen gingen zurück und immer mehr ausländische Autos kamen auf den deutschen Markt. Durch Politik und Lobbyarbeit unterstützt wurde das Auto in Deutschland in den 1980er und 1990er wieder sehr populär und der Dieselmotor erfreute sich steigender Beliebtheit. Dennoch wurden auch immer mehr kritische Stimmen bezüglich Umweltbedenken laut und spielen in der heutigen politischen Debatte um den Klimawandel eine zentrale Rolle.

Die Automobilindustrie nach wie vor ein wichtiger Arbeitsplatzgeber in Deutschland und wird stark von der Politik und Lobbisten unterstützt.

Die Zukunft des Autos


Heutzutage gibt es viele Übernahmen und Fusionen in der Autoindustrie und somit gehört zum Beispiel zur Volkswagen AG ebenfalls Seat, Skoda, Audi, Bentley, Bugatti, Ducati, Lamborghini und Porsche und vereint damit Marken aus 7 verschiedenen Ländern unter einem deutschen Mutterkonzern.

Die deutsche Automobilindustrie hat sich seit den Anfängen des Autos zur wichtigsten neben den USA, China und Japan weltweit entwickelt. Viele Produktionsstätten sind mittlerweile ins Ausland verlegt, dennoch bleibt Deutschland das Innovationszentrum und deutsche Maschinenbauer und Ingenieure sind weiterhin hoch gefragt. Gerade erst macht Tesla Schlagzeilen damit in Deutschland ein Werk zu bauen.

Das Auto gerät allerdings immer mehr in Verruf und im Zuge der Mobilitätswende wird vermehrt versucht Alternativen zu finden. Die weltweite Reputation Deutschland ist nach wie vor groß und wird es mit der traditionsreichen Geschichte des Automobils noch lange bleiben. Auch die Mobilität der Zukunft, ob mit Strom oder Wasserstoff wird vermutlich stark von deutschen Automobilherstellern mitgestaltet. 

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