Donnerstag, 11. Oktober 2018, 10:14 Uhr
Karneval

Wenn Knechte und Herren die Rollen tauschen

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Wissenswertes über den Karneval und seine Geschichte

Bad Zwischenahn Eingefleischte Fans können ihn kaum erwarten, während sich Gegnern schon jetzt die Nackenhaare aufstellen.  Doch ob man den Karneval mit all seinen Faschingskostümen mag oder nicht, spätestens am Rosenmontag hat man es zumindest in Deutschland schwer, um das bunte Treiben herumzukommen. Doch woher kommt die Tradition des Karnevals eigentlich, die je nach Region auch Fasching, Fastnacht oder Faslam genannt wird?


Fasching ist ein alter Hut – ein ganz alter!

Fasching ist nichts Neues, im Gegenteil. Es gibt glaubwürdige Hinweise, dass orgiastische Feiern im alten Mesopotamien bereits Züge unseres heutigen Karnevals aufwiesen und Menschen sich in Tüllstoff hüllten und mit Jongliertüchern die Massen unterhielten. Für eine bestimmte Zeit wurden die Machtverhältnisse umgekehrt und das Volk hatte das Sagen.

Gleiches wird von den römischen Saturnalien berichtet, rauschende Feste zu Ehren des Gottes Saturn, bei denen die Knechte mit ihren Herren die Rollen tauschten. Selbst die christliche Fastenzeit hatte ihren Einfluss auf die Entstehung des Faschings, denn nur zu dieser Zeit durfte das Starkbier der Mönche auch vom Volk getrunken werden. Als sicher gilt, dass sich der Begriff „Fasching“ vom mitteldeutschen Wort „vaschanc“ ableitet, was für den Ausschank des Fastentrunks stand. Zu guter Letzt muss man auch heidnische Frühlingsfeste erwähnen, bei denen mit Masken und Kostümen der Winter mit seiner Kälte und Dunkelheit ausgetrieben wurde.


Deutschland feiert, aber unterschiedlich

Der Karneval wird in Deutschland regional ganz unterschiedlich gefeiert. Während sich im Rheinland alles auf den Rosenmontag mit seinen gigantischen Wagenzügen, den Büttenreden und rauschenden Partys konzentriert, erobern die Narren im Süden vor allem am Dienstag vor Aschermittwoch die Straßen. Dabei wird in kleinen Umzügen und mit traditionellen Faschingskostümen wild verkleidet getanzt und mit Schellen, Rasseln und Trommeln sollen die bösen Geister des Winters vertrieben werden.

Im Südwesten der Republik kleidet man sich eher in eine Art Tracht und setzen schwere hölzerne Masken auf.


Wirtschaftsfaktor Fasching

Deutschland ist Karnevalhochburg in Europa und der Fasching ein ernstzunehmender Wirtschaftsfaktor. Mehr als 40.000 Menschen verdienen direkt ihr Geld mit der Herstellung und dem Verkauf von Karnevalsbedarf, allein in Köln und Düsseldorf verlasen sich rund 8.500 Arbeitnehmer auf das jährliche Treiben. Bundesweit wird der Umsatz mit Faschingskostümen und Co. auf  rund zwei Milliarden Euro geschätzt.

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