Dienstag, 23. Oktober 2018, 22:03 Uhr
Kyphoplastie

Ballon-Kyphoplastie – die Rettung nach Wirbelbrüchen

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Minimalinvasiver Eingriff stoppt den Schmerz oft unmittelbar nach der OP

Bad Zwischenahn Die Ballon-Kyphoplastie ist seit einigen Jahren das Verfahren der Wahl, wenn es um die Behandlung von Wirbelkörperbrüchen oder eingefallenen Wirbeln in der mittleren und unteren Brustwirbelsäule sowie der Lendenwirbelsäule geht. Dabei wird ein spezieller Knochenzement in einen vorher geschaffenen Hohlraum gespritzt, der den Wirbelkörper stützt.


Ist ein Wirbelkörper aufgrund eines Unfalls, eines angeborenen Defekts oder von Metastasen gebrochen oder wegen einer Osteoporose gesintert, leiden die Patienten oft an extremen Rückenschmerzen, gegen die kein Kraut und kein Schmerzmittel gewachsen sind. Die konventionelle Therapie mit Stützkorsett reicht dann nicht mehr aus, um den Wirbel wiederaufzurichten und zu stabilisieren. Seit 2001 steht dafür in Deutschland die sogenannte Ballon-Kyphoplastie zur Verfügung, ein Verfahren, das mit einem minimalinvasiven Eingriff oft zu einem sofortigen Verschwinden des Schmerzes führt.




Das Verfahren

Der Patient wird für den Eingriff auf dem Bauch gelagert. Die dadurch erzielte natürliche Krümmung der Wirbelsäule führt oft schon dazu, dass der Wirbelkörper aufgerichtet und entlastet wird. Direkt oberhalb des gebrochenen oder gesinterten Wirbels machen die Spezialisten dann einen winzigen Schnitt von etwa einem Zentimeter. Über diese Öffnung wird ein Ballonkatheder in den Wirbelkörper eingebracht und mit einer Flüssigkeit gefüllt. Dadurch dehnt sich der Ballon des Katheders aus und schafft einen kleinen Hohlraum. Dieser Hohlraum wird nach Entfernen des Katheders mit einem speziellen Knochenzement gefüllt, der schnell aushärtet und den Wirbelkörper stützt.

Das Verfahren findet entweder unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose statt. Die meisten Patienten sind unmittelbar nach dem Eingriff schmerzfrei und können nach einem bis zwei Tagen nach der Operation nach Hause gehen.



Die Nachbehandlung

Eine der Hauptursachen für gesinterte Wirbelkörper oder Wirbelbrüche in der mittleren oder unteren Wirbelsäule sowie in der Lendenwirbelsäule ist die Osteoporose und die wird durch die Ballon-Kyphoplastie natürlich nicht beseitigt. Daher ist es erforderlich, nach erfolgreicher Operation die konservative Behandlung in Form von Medikamenten und Krankengymnastik fortzusetzen. Während Medikamente die Beschwerden lindern, stärkt die Physiotherapie die Wirbelsäulenmuskulatur und die großen Muskelgruppen des Rückens, was zu einer Stabilisierung der Wirbelsäule führt.


Die Risiken

Die Kyphoplastie ist wohl mit Abstand die schonendste und risikoärmste Lösung zur Behandlung von Wirbelbrüchen. Allerdings ist auch diese Methode nicht komplett frei von möglichen Komplikationen. So können theoretisch Nervenbahnen im Rückenmark verletzt werden, was im schlimmsten Fall zu einer Lähmung führen kann.

Ein weiteres Risiko ist, dass der eingebrachte Knochenzement austritt und sich in angrenzendem Gewebe breitmacht. Das könnte im Extremfall dazu führen, dass kleine Mengen des Zements in die Blutbahn gelangen könnten, die – so sie die Lunge erreichen – eine Embolie auslösen könnten. Allerdings ist der Knochenzement, der heute verwendet wird, so dickflüssig, dass sich damit die Wahrscheinlichkeit eines Austritts minimiert.


Auf joimax.com kann man sich weiter zum Thema minimalinvasive Wirbelsäulenchirurgie und Ballon-Kyphoplastie informieren.

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