Mittwoch, 14. April 2021, 11:28 Uhr
Stammzellentherapie / Stammzellen

Stammzellentherapie und Autismus: Behandlung Merkmale

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Beckeln Die Stammzellenforschung und die daraus resultierenden Therapiemöglichkeiten liefern ganz neue Voraussetzungen, um Autismus (insbesondere bei Kindern, aber auch bei Erwachsenen) zu behandeln. Gerade deshalb, weil es bis heute keine Heilungsmöglichkeit für autistische Betroffene gibt, ist es für Patienten und Angehörige umso spannender, welche neuen Wege die Forschung bereits gefunden hat, um den Autismus zu mildern bzw. die Symptomatiken einigermaßen in den Griff zu bekommen und einen Weg zu schaffen, um die Kinder näher an normale Alltagsabläufe heranzuführen, und in weiterer Folge durch bessere kognitive Leistungen auch die Bildungsmöglichkeiten zu erweitern, um den Weg in ein einfacheres Erwachsenenleben zu ebnen.
An der Swiss Medica Klinik in Goldach in der Schweiz (mit weiteren Niederlassungen in Österreich, Russland, Slowenien und Serbien) wird bereits die Stammzellentherapie sehr erfolgreich bei Autismus-Patienten angewandt (Infos zur Klinik finden Sie hier:startstemcells.com). In diesem Artikel werden wir uns die wichtigsten Fragen anschauen, die für Betroffene und deren Familien relevant sein dürften, die Abläufe erklären und einen allgemeinen Einblick liefern, was diese Behandlung erreichen kann, welche Ausschlusskriterien es gibt und mit welchen Resultaten Patienten rechnen können.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Stammzellentherapie bislang schon sehr erfolgreich bei Patienten angewendet wurde, die etwa von Multipler Sklerose, Alzheimer, Parkinson-Krankheit und vielen weiteren Erkrankungen betroffen sind.

Durch den Einsatz der Stammzellen kann das Regenerationspotential des Körpers entscheidend erhöht, Entzündungen gehemmt und das Immunsystem angeregt werden: Je nach Krankheitsbild können so ganz unterschiedliche Ergebnisse erzielt werden. Autismus ist dabei eine besondere Krankheit, da hier die Medizin bislang noch keine Heilungsmöglichkeit gefunden hat. „Durch die Stammzellentherapie können wir bei 85 Prozent der behandelten Kinder einen positiven Effekt feststellen“, so Dr. Alexandra, die als Fachärztin für regenerative Medizin die Therapieform für autistische Kinder an der Swiss Medica Klinik schon vielmals angewendet hat (weitere Infos zur Behandlung von Autismus an der Swiss Medica Klinik finden Sie hier. Wie stark die Verbesserungen sind, ist von Kind zu Kind unterschiedlich und variiert auch stark anhand des sonstigen Gesundheitszustands der Patienten. Bei den restlichen 15 Prozent der Behandelten gibt eine keine klar zuordenbaren Ergebnisse: Allerdings werden hier bei nochmaliger Behandlung oft dann doch positive Resultate erzielt, weshalb es für die betroffenen Familien wichtig ist, nach der ersten Behandlung nicht gleich aufzugeben. Jedes Kind reagiert anders auf die Behandlung, weshalb hier auch ein wenig Geduld vonseiten der Eltern erforderlich ist. Gerade durch die Verwendung von Stammzellen, die der Nabelschnur oder der Plazenta entnommen werden, lassen sich besonders gute Ergebnisse erzielen.

Die positiven Resultate können etwa die Reduzierungen von Anfällen, eine Aktivierung der Neuroplastizität des Gehirns, die Aktivierung neuer Nervenbahnen (die sogenannten Synaptogenese) und eine verbesserte Kommunikation zwischen den Neuronen sein. Auch lässt sich vielmals eine entzündungshemmende und immunmodulierende Wirkung feststellen. All diese Faktoren haben maßgeblich Einfluss auf die Lernentwicklungen der Kinder. „Durch die verbesserten kognitiven Funktionen steigert sich auch die Fähigkeit Neues zu lernen bzw. das Gelernte besser zu verarbeiten, aber auch die Kommunikationsfähigkeit etwa mit Schulkameraden, was den Schulalltag deutlich erleichtern kann“, so Fachärztin Dr. Alexandra weiters. Dies seien Beobachtungen einerseits von den Eltern selbst, aber auch von den Lehrkräften, die dies den Eltern so mitteilen würden.

Trotz dieser beeindruckenden Resultate gilt die Behandlung als relativ sicher: nur 25 Prozent der Behandelten zeigen Anzeichen für Nebenwirkungen (allerdings handelt es sich dabei zumeist nur um ein kurzes, höheres Fieber, das schon nach zwei Stunden nach der Injektion wieder abgeklungen sein sollte). Die Stammzellen werden bei Kindern grundsätzlich intravenös verabreicht, was ein relativ schmerzloser Prozess ist: Bei Nadelangst gibt es aber durchaus die Möglichkeit, den Kindern mit Hilfe eines Beruhigungsmittels die Angst vor der Injektion zu nehmen.

So erfolgsversprechend die Stammzellentherapie auch klingt, gibt es jedoch auch einige Gründe, warum diese bei einem Kind nicht angewendet werden darf, etwa wenn zusätzlich zum Autismus noch eine Krebserkrankung vorliegt (da die Stammzellen sonst das Wachstum der Krebszellen anregen könnten). Dies wird aber vorab zwischen den Medizinern und den Eltern gründlich vorbesprochen, so dass für das Kind keine Gefahr besteht. Es ist außerdem empfehlenswert, dass die Behandlung nur dann vorgenommen wird, wenn das Kind gerade keine Entzündung oder Infektion hat, da auch hier die Wirkung der Stammzelle auf den Autismus abgemildert werden könnte. Die Behandlung an sich dauert nur etwa 30 bis 40 Minuten. Die Patienten sind dabei die ganze Zeit unter ärztlicher Aufsicht, so dass die Temperatur und die Herzfrequenz laufend überprüft werden kann.

Für autistische Kinder empfiehlt sich eine Behandlung alle sechs Monate für zwei Jahre, da so bislang die besten Ergebnisse erzielt werden konnten. Daneben sollten auch logopädische Behandlungen und die Intrazelluläre metabolische Regenerationstherapie (kurz: IMR-Therapie) angewandt werden, so Dr. Alexandra, um das Ergebnis noch zu verbessern, so wie das auch an der Swiss Medica Klinik durchgeführt wird. Anschließend findet ein regelmäßiger Austausch zwischen den Ärzten und den Eltern statt, so dass neue Entwicklungen und Verbesserungen dokumentiert und beobachtet werden können.

Alles in allem lässt sich sagen, dass die Stammzellentherapie ein entscheidender neuer Schritt in Richtung einer grundlegend neuen Behandlungsmöglichkeit von Autismus darstellt und für betroffene Patienten und deren Angehörige eine wesentliche Verbesserung der Symptomatiken und Verhaltensmuster in Aussicht stellt. Das gesamte Interview mit Dr. Alexandra finden Sie unter Q&A Video About StemCell Therapy forAutism - YouTube, in dem noch einmal tiefergehend auf sämtliche Fragestellungen rund um die Behandlung, die Therapiemöglichkeiten und die möglichen Resultate eingegangen wird. Auch wenn Autismus bis heute noch nicht geheilt werden kann, stellt die Möglichkeit der Stammzellentherapie eine revolutionäre Entwicklung im Bereich der Autismus-Behandlung dar.

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