Dienstag, 25. August 2020, 13:15 Uhr
Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel - nicht ohne Vitamine

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Bahlen Vitaminpräparate, Pflanzenextrakte und Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen – die Branche der frei verkäuflichen Nahrungsergänzungsmittel nimmt Fahrt auf. Allerdings schlucken viele Menschen die Pillen und Pulver ohne sich über deren mögliche Auswirkungen bewusst zu sein.

Denn anders als bei Arzneimitteln müssen natürliche Nahrungsergänzungsmittel keine Angaben zu Risiken und Nebenwirkungen enthalten. Falsch dosierte und in Kombination mit Medikamenten eingenommene Präparate können für den Körper gefährlich werden. Nimmt man die Nahrungsergänzungsmittel aber gezielt und in der richtigen Menge zu sich, so können sie eine wertvolle Hilfe bei einer ausgewogenen Ernährung sein.

Sind Nahrungsergänzungsmittel erforderlich?

Vitamin B als Nervennahrung, Vitamin C für ein widerstandsfähiges Immunsystem und Omega-3 für starke Blutgefäße – viele Menschen konsumieren Nahrungsergänzungsmittel, um der Gesundheit etwas Positives zu tun.

Studien beweisen, dass etwa jeder zweite Erwachsene kontinuierlich zumindest ein Nahrungsergänzungsmittel zu sich nimmt; 10% greifen zu bis zu vier unterschiedlichen Produkten. Die beliebtesten Mittel sind Vitamin- und Mineralstoffe sowie Mittel für natürliche Kosmetik.

Die Erwartungen, nämlich die Gesundheit zu stärken, die Leistungsfähigkeit zu steigern, die Immunabwehr zu unterstützen und Krankheiten entgegenzuwirken, können die Mittel aber nicht immer gerecht werden. Es werden auch Nahrungsergänzungsmittel als Unterstützung bei Abnehmen, Diät, Stoffwechsel angeboten. Es kann aber manchmal zu Überdosierungen oder Wechselwirkungen mit anderen Mitteln kommen. Deshalb sollte man unbedingt die Beipackzettel der Mittel aufmerksam lesen und auch entsprechend berücksichtigen.

So wird derzeit zum Beispiel CBD-Öl mit CBD-Extrakten als Nahrungsergänzungsmittel verkauft. Allerdings benötigen diese eine Zulassung als neuartige Lebensmittel in Verbindung mit einer Sicherheitsbewertung.

Mikronährstoffe für mehr Gesundheit

Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamine und Mineralstoffe sowie Omega-3-Fette sollten eher bei Feststellung eines Nährstoffmangels in Rücksprache mit einem Arzt konsumiert werden.

Im Folgenden sind einige Situationen aufgezeigt, in denen eine Versorgung mit Mikronährstoffen sinnvoll sein kann:

Winter | Sonnenmangel: Zahlreiche Personen weisen einen Mangel bzw. eine Unterversorgung mit Vitamin D.
Schwangerschaft: Schwangere Frauen haben einen erhöhten Bedarf an Vitamin B9, DHA-Omega-3-Fett und Eisen. Aber synthetische Folsäure als Nahrungsergänzungsmittel kann das Krankheitsrisiko steigern.
Veganer / strenge Vegetarier: Vitamin B12 ist ausschließlich in tierischen Produkten enthalten. Wer auf Fleisch, Eier und Co. verzichtet, sollte auf eine Ergänzung mit Vitamin B12 achten.
Therapie von Krankheiten: Tausende Studien mit Pflanzenstoffen wie Kurkumin oder Sulfuraphan legen nahe, dass man damit positiven Einfluss auf entzündungs-geprägte Krankheitsbilder und Krebs nehmen kann.

Kontrollierte Einnahme

Bedeutet das, man sollte immer zuerst bestimmte Blutwerte untersuchen lassen, um festzustellen, ob und welche Art von Defiziten bestehen, bevor man zu Vitaminmitteln greift? Um gezielt Mikronährstoffe zuzuführen, wäre das ein guter Ansatz. Wird ein Mangel festgestellt, was chemisch nicht so wirklich leicht ist, dann ist es angezeigt, eine gezielte Zuführung vorzunehmen.

Möchten Sie Ihrer Gesundheit etwas Gutes tun, dann begeben Sie sich zu einem erfahrenen Ernährungsfachmann. Dieser berät und kontrolliert den Konsum und kann auf diese Art und Weise eine Überdosierung oder Wechselwirkungen mit anderen Mitteln verhindern.

Wann braucht man Supplemente?

Unter gewissen Umständen können Nahrungsergänzungsmittel aber durchaus notwendig sein. So zum Beispiel nach einer Operation, nach einer Chemotherapie, nach Behandlungen mit Antibiotika, bei zu einseitiger Ernährung, während der Schwangerschaft, bei Hochleistungssportlern kann es zu einer Minderversorgung mit essenziellen Nährstoffen kommen. Da macht eine zusätzliche Zufuhr durchaus Sinn.

Während einer Schwangerschaft werden deutlich mehr Mikronährstoffe benötigt. Die Zugabe von Folsäure empfiehlt sich bei Frauen, die planen, ein Baby zu bekommen, sowie im Laufe des ersten Trimesters einer Schwangerschaft. Noch dazu wird die Aufnahme von Vitamin D, Kalzium und Eisen empfohlen.
Babys sollten bereits von Geburt an Vitamin D bekommen, bis sie eine damit versetzte Milch bekommen. Nach dem ersten Jahr sollte eine Untersuchung zur Bestimmung der Versorgung mit Eisen vorgenommen werden. Kinder, die gesund essen, brauchen keine Nahrungsergänzungsmittel. Auch als Jugendlicher und Erwachsener ist eine Gabe von Vitamin D als sinnvoll zu betrachten.
Ab dem 55. Jahr kann eine Gabe von Vitamin B in Betracht gezogen werden, da es in einem solchen Alter nicht mehr ausreichend aufgenommen wird. Noch dazu sollte Vitamin D genommen werden. Die Gabe von Kalzium wird nicht empfohlen, da aktuelle Untersuchungen zeigen, dass zu viel Kalzium die Gefahr für Nierensteine und kardiovaskuläre Erkrankungen steigert. Der Bedarf an Kalzium sollte über die Ernährung abgedeckt werden, nur bei einem diagnostizierten Mangel werden Nahrungsergänzungs-mittel empfohlen.
Wer sich vegan ernährt, sollte auf jeden Fall Vitamin B12 zuführen.

Tropfen, Kapseln oder Tabletten?

Nahrungsergänzungsmittel werden in verschiedener Ausprägung angeboten. Ob als Tropfen, als Kapseln oder als Tabletten eingenommen, ist nicht wichtig – sie werden gut absorbiert.

Was Sie wissen müssen:

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ausgleich für eine ausgewogene Ernährung.
Mikronährstoffe aus Nahrungsmitteln werden üblicherweise besser aufgenommen und haben keinerlei Nebenwirkungen.
Wer sich ausgewogen ernährt, versorgt seinen Körper mit sämtlichen erforderlichen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen.
Wenn ein Mangel festgestellt wird, Sie einer Risikogruppe angehören oder sich in einer bestimmten Situationen befinden, sollten Nahrungsergänzungsmittel als Zusatz zur üblichen Ernährung eingesetzt werden.

Braucht man Nahrungsergänzungsmittel?

Wer sich ausgewogen ernährt, bekommt im Prinzip sämtliche Nährstoffe, die der menschliche Körper braucht. Unter gewissen Umständen kann die Einnahme von Nahrungsergänzungs-mitteln aber erforderlich sein, um Mangelzustände zu beheben.

- Vitamin D: Das meiste Vitamin D wird in der Haut gebildet – aber nur wenn sie Kontakt zur Sonne hat. Bei regnerischem Wetter haben die meisten einen Mangel an Vitamin D, sodass Experten oftmals eine Ergänzung mit einem Vitamin D Präparat nahelegen.

- Omega-3-Fettsäuren: Wegen der positiven Auswirkung auf die Verbrennung von Fett ist eine Ergänzung sinnvoll. Diese Fettsäuren wirken auf bestimmte Rezeptoren. Zusätzlich begünstigen sie positive Blutfettwerte und unterstützen die Verbrennung von Fett.

- Vitamin K: Vitamin K1 kommt in grünem Gemüse vor, Vitamin K2 wird von Bakterien produziert. Es findet sich also im Fleisch von Wiederkäuern. Es unterstützt Vitamin D in der Auswirkung auf die Gesundheit der Knochen.

- Magnesium: Bei einer Ernährung arm an Kohlehydraten scheiden die Nieren mehr Magnesium aus. Deshalb profitieren Sportler von einer Extraration dieses Minerals. Es unterstützt einen erholsamen Schlaf und wirkt Cortisol entgegen.

Können Nahrungsergänzungsmittel einen Schaden bewirken?

Da die Produzenten gesetzlich nicht angehalten sind, die gesundheitliche Unbedenklichkeit der Mittel zu beweisen, sind negative Auswirkungen nicht auszuschließen. Manche gefährliche Stoffe dürfen in Ergänzungsmitteln nicht vorkommen.

Wer in Betracht zieht, Nahrungsergänzungsmittel zu konsumieren, sollte sich vorher die Fragen stellen:

Weshalb will ich das Nahrungsergänzungsmittel zu mir nehmen?
Welche zusätzlichen Möglichkeiten gibt es, die Gesundheit zu unterstützen?
Gibt es Belege, die zeigen, dass dieses Mittel einen Vorteil bringt?  

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