Mittwoch, 19. Dezember 2018, 19:39 Uhr
Schnee in 1979

Soviel Schnee in 1979

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Fast unglaublich, soviel Schnee hatte es in Norddeutschland nur selten gegeben. Im Jahr 1979 brach der Verkehr zusammen.

Oldenburg / Apen / Ammerland Daran dürften sich noch viele Menschen aus der Region erinnern, die Schneekatastrophe im Februar des Jahres 1979, solch eine extreme Beeinträchtigung des Alltags hatte man selten erlebt und war überhaupt nicht darauf vorbereitet. Meine Arbeitsstelle, das Bundeswehrkrankenhaus Bad Zwischenahn, mußte ich vom damaligen Wohnort Augustfehn aus  erreichen und stand erst mal,überrascht von den Schneemassen, morgens vor unserer Garage. Ich wollte unbedingt versuchen meinen Arbeitsplatz zu erreichen, da ich den Erzählungen der Leute, die mir frühmorgens schon aufgeregt über den Weg liefen, eher weniger Glauben schenken wollte. Bis zum Ortsausgang ging es, wenn ich in der Spur blieb, noch einigermaßen, aber dann sah’ ich mich in eine ausweglose Lage versetzt und wollte schon umkehren. Wenn ich gewußt hätte wie ich in der Situation den Wagen hätten wenden können, dann wäre es auch wohl so gekommen, aber dann kam der berühmte Zufall und nahm mir die Entscheidungen für mein weiteres Verhalten ab. Vor mir kam aus der Nebenstraße ein Schneeräumfahrzeug und fuhr nun permanent vor mir her bis nach Zwischenahn. Das war doch mal ein Glücksfall, zumal meine Kollegen sich ziemlich wunderten wie ich das geschafft hatte. Einige kamen auch aus unserem Dorf und hatten das Auto stehen lassen, sie waren auf andere Alternativen umgestiegen um zur Arbeit zu kommen.

Natürlich beobachtete man den ganzen Tag über die Wetterlage, es sollte noch lange nicht vorbei sein mit dem Schnee-Chaos. Vollkommen unmöglich mit dem Auto nach Hause zu kommen und so blieben eine Menge Autos auf den Parkplätzen am Krankenhaus stehen, derweil die Besitzer mit Bundeswehrfahrzeugen nach Hause gefahren   und gleichwohl am anderen Morgen damit abgeholt wurden. Das war natürlich mit sehr viel Umwegen verbunden, es gab ja so viele Bedienstete aus den umliegenden Ortschaften, die alle nach Hause wollten und auch gebracht wurden. Da kam man dann schon mal in Orte, denen man bisher keinerlei Beachtung geschenkt hatte.

Auch im Haushalt spielten sich die Arbeitsabläufe nicht wirklich nach herkömmlichen Mustern ab. Infolge von Stromausfall mußten alternative Heizquellen aufgetan werden und da kaum einer noch einen Kohleherd im Haushalt hatte, war es fast nicht möglich warme Mahlzeiten auf den Tisch zu bringen. Durch die  Umstellung auf Elektroherde und möglichst viele Vereinfachungen durch die Stromversorgung wurden fast alle bisherigen Heizquellen und Kochgelegenheiten mit Torf oder Holz abgeschafft.

wir hatten zumindest noch die Möglichkeit “etwas Lauwarmes”  oder Aufgewärmtes zu
arrangieren, da bei uns ein Kachelofen mit Heizmöglichkeit und einem kleinen Fach zum Warmhalten eingebaut war.

Mir wurde ganz schnell klar, daß man sich nicht allein auf die Stromzufuhr verlassen durfte und wir schafften ab sofort einen kleinen Kohleofen an, der bei solchen Fällen als eine funktionierende sichere Kochmöglichkeit dienen sollte. Auf diese Idee war ich lange Zeit mächtig stolz, aber genutzt hat sie nur dem Ofen-Verkäufer, denn gebraucht wurde der Ofen nie, es wurde nie mehr so extrem mit dem Winterwetter.

Wir waren alle froh, als sich die Straßen wieder für den Verkehr geeignet zeigten, aber irgendwie, trotz der Schwierigkeiten, fand ich die ganze Situation auch noch aufhellend und es gab  viel  Gesprächsstoff, an dem sich jeder beteiligen konnte, denn dieses Thema “Wetter” ließ jedem einzelnen seinen persönlichen Mitteilungsbedarf an den Mann(Frau) bringen.

Leider habe ich keine Bilder mehr davon, obwohl ich sicher welche gemacht habe damals, irgendwann habe ich wohl die ganzen Negative entsorgt.

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