Dienstag, 06. August 2019, 20:20 Uhr
KLARE KANTE

Position der KLAREN KANTE zum Ausbau der Sportstätten in Varel

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Position der KLAREN KANTE zum Ausbau der Sportstätten in Varel

VAREL / RASTEDE / OLDENBURG Unsere erste Forderung besteht darin, dass die Erholungsflächen rund um die „Steinernen Pfeiler“ ohne jede Einschränkung erhalten bleiben. Das Waldstadion, die zugehörigen Sportplätze, die Weberei und der Stadtwald gehören den Bürgern der Stadt Varel. Für uns ist es der Bürgerpark „Steinerne Pfeiler“. Bereits vorliegende Pläne und Planskizzen für eine Wohnbebauung auf diesem Gelände weisen wir mit aller Entschiedenheit zurück.

Sollte es dazu kommen, dass auch nur ein kleiner Bereich unserer Sportstätten für die Wohnbebauung freigegeben wird, könnten die Eigentümer der neuen Häuser – so wird in der Regel von den Verwaltungsgerichten entschieden – jederzeit eine Einstellung des Sportbetriebs auf den angrenzenden Grundstücken durchsetzen.

Wenn diese Taktik laufend fortgesetzt würde, käme es ohne jeden Zweifel zu einem vollständigen Verlust aller unserer Sportstätten im gesamten Stadtgebiet von Varel. Weil wir diese Entwicklung befürchten, können wir einer Lösung mit einem Kompromiss – einerseits Sport, andererseits Wohnhäuser – nicht zustimmen. An den „Steinernen Pfeilern“ wollen wir Sport und Erholung, sonst nichts weiter.

Im Überleitungsvertrag der Besitzstände des TuS Varel an die Stadt Varel ist eindeutig festgeschrieben, dass die vorhandenen Anlagen erhalten, gepflegt, entwickelt und für den Sport weiterhin zur Verfügung gestellt werden müssen. Dieser Vertrag wurde gegen Ende der Fünfzigerjahre geschlossen.

So, wie wir diese Zeit seither übersehen können, hat sich die Stadt zu keinem Zeitpunkt an die Auflagen aus diesem Vertrag gehalten. Das war und ist immer noch am Zustand der Vareler Sportstätten deutlich zu erkennen.

An die Verpflichtungen, die der Stadt aus diesem Vertrag zur Förderung, Pflege und Entwicklung des Sports in Varel erwachsen, haben sich die zuständigen Bürgermeister und Mitglieder des Rates bis in diese Tage hinein nie gehalten.

Jetzt geht es um die Zumutung, das ganze Gelände schlichtweg zu verkaufen. So kann man sich nicht aus der Verantwortung stehlen. Ein derart unsportliches Verhalten und ein solch leichtfertiger Umgang mit gültigen Rechtsgeschäften sind für uns nicht hinnehmbar.

Bei einem Verlust der Sportplätze an der Windallee kommt es zu wesentlichen Erschwernissen für den Sportunterricht der Schulen.

Für den Weg zum geplanten Sportgelände an der Hellmuth-Barthel-Straße muss viel zu viel Zeit aufgewendet werden, die für den Unterricht verloren ist. Vor allem die auswärtigen Schüler müssten diesen Weg zu Fuß gehen, demnach ist im Rahmen der Unterrichtszeit kein vollwertiger Sportunterricht mehr möglich.

Die Risiken des lebhaften Straßenverkehrs auf der Ausfallstraße zur Autobahn sind zudem überhaupt nicht abzuschätzen.

Für den Fall, dass es an der Deharde-Turnhalle zum Wohnungsbau kommt, fehlen dem VTB die Außenflächen für die Turnspiele. Es wäre unzumutbar, mit kleinen Kindern in das Waldstadion oder in die Weberei zu laufen. Die damit verbundenen Risiken und der Zeitaufwand können den Übungsleitern nicht zugemutet werden.

Mit einer Wegnahme der angestammten Sportplätze um die Halle herum verliert der VTB einen wesentlichen Grundpfeiler seines Übungsbetriebs. Dann könnte der seit über 150 Jahren aktive Verein sofort geschlossen werden. Denn er hätte dann keine Zukunft mehr.

 

Unsere zweite Forderung besteht darin, dass für den leistungsorientierten Sport ein winterfester Sportplatz und ein Leichtathletikstadion gebaut werden. Zur Finanzierung sollten die Fördermittel des Bundes und der zugehörige Eigenanteil der Stadt eingesetzt werden – mehr nicht.

Momentan stehen etwa 4 Mio. EURO Förderung und der Eigenanteil der Stadt in Höhe von etwa 400000 EURO zur Verfügung. Dazu gibt es eine bisher völlig unzureichende Planskizze, die fachlich dringend überarbeitet werden muss. Die vorhandenen  Finanzmittel müssen für das Projekt für eine erste Ausbaustufe ausreichen.

In der Diskussion um die Qualität von Kunstrasen sind neue Gesichtspunkte aufgetreten, die eine deutlich abgesenkte Emission von Schadstoffen versprechen. Wenn hier sorgfältig und verantwortungsvoll ausgewählt wird, werden wir in einer abschließenden Bewertung eine neutrale Position einnehmen.

Bisher gibt es eine Gruppe von jungen Leuten, die sich intensiv dem Training der Leichtathletik mit allen Disziplinen zuwenden wollen. Solide Planungen und auch einen fachlich ausgebildeten Trainer gibt es bisher offenbar noch nicht.

Dass man für diese guten Vorsätze gleich ein komplettes meisterschaftsfähiges Stadion bauen muss, ist nicht einzusehen. Es sollte jedoch ein Anfang gemacht werden, der später, wenn die Gruppe sich festigt und erfolgreich trainiert, ausgebaut werden sollte.

Wir stimmen dem Bau von neuen Sportstätten unter der Bedingung zu, dass in Varel der Bürgerpark an den „Steinernen Pfeilern“ ohne jede Einschränkung erhalten bleibt.

 

Schlussbemerkung

Einzelinteressen wie die Wünsche der Rasensportler nach einem winterfesten Platz und der Leichtathleten nach einer Wettkampfbahn haben durchaus ihre Berechtigung. Sie sollen sorgfältig geprüft, bewertet und anschließend in das Gesamtbild der Planungen einbezogen werden. Klar, ihren Platz und ihr Stadion sollen sie haben. Keine Frage!

Aber das geht nicht so weit, dass gewachsene Strukturen mit einem unwiederbringlichen Wert leichtfertig zerstört und ausgelöscht werden.

Die Sportler in Varel brauchen ihr Gelände an den „Steinernen Pfeilern“, deshalb muss es erhalten werden. So geht es nicht, dass die eine Gruppe von Sportlern dazu beiträgt, der anderen Gruppe ihre Existenzgrundlage zu zerstören.

Da muss man die Planungen etwas abspecken, wenn das Geld nicht reicht. Da brauchen wir einen Ausgleich der gegenseitigen Interessen unter Sportlern, da brauchen wir fairplay. Keine Frage!

In Varel haben wir bereits, gemessen an der Quote, die uns als Bauland zugestanden wird, einen großen Überhang (man spricht von 178 %) an Baugrundstücken, da ist kein Mangel.

Allerdings ist es für Kapitalanleger sehr attraktiv geworden, in Grundstücke zu investieren, weil sie bei den rasant steigenden Preisen und minimalen Kosten als eine unschlagbar sichere Geldanlage gelten.

Das ist Grundstücksspekulation. Es darf jedoch nicht dazu kommen, dass mit dem Verkauf unserer Sportstätten Grundstücksspekulation betrieben wird und auf diese Weise wesentliche Elemente der städtischen Lebensgemeinschaft für immer zerstört werden. Die Ausweisung von Bauland muss begrenzt bleiben. Keine Frage!

Selbst bei längerem Nachdenken kommt niemand auf den Gedanken, ein höchst attraktives und von der großen Mehrheit der Bürgerschaft angenommenes Sportgelände zu verkaufen, das mitten im Zentrum der Stadt gelegen ist. Solche Pläne führen mit Sicherheit nicht dazu, sportliche Aktivitäten und vor allem auch die Zufriedenheit der Bürger in Varel zu fördern. Hier handelt es sich um einen rundum unsinnigen Gedanken, der auf keinen Fall weiter verfolgt werden sollte. Keine Frage!

 

Cornelia Papen für die KLARE KANTE

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