Sonntag, 16. Juni 2019, 20:53 Uhr
KLARE KANTE

Sportforum/Bürgerpark - Der Bürgermeister antwortet

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Sportforum/Bürgerpark - Der Bürgermeister der Stadt Varel antwortet auf die Fragen der KLAREN KANTE (Dokumentation)

VAREL / RASTEDE / OLDENBURG Ist Ihnen bekannt, dass mit der Installation eines Kunstrasenplatzes mit einem üblichen Untergrund aus Altreifen eine nicht unerhebliche Menge an Mikroplastik freigesetzt wird, die durch Wind und Wasser in unsere Nahrungskette einfließt? Es hat sich herausgestellt, dass Kunstrasenflächen die drittgrößte Quelle für Mikroplastikeinträge in die Umwelt in Deutschland darstellen, insgesamt 11 000 Tonnen pro Jahr. Sollten nicht alle Menschen an ihre Umwelt denken, besonders für die nachfolgenden Generationen?

„Die von Ihnen aufgezeigten Daten sind hier in ähnlicher Art bekannt. Im Rat der Stadt wird über dieses Thema gesprochen und diskutiert. Die Gruppe G 6 hat hierzu einen Moratoriumsantrag gestellt, der in den Gremien diskutiert wird.“

Ist Ihnen bekannt, dass die Verletzungsgefahr mit Spätfolgen auf Kunstrasenplätzen deutlich größer ist als auf Naturrasenflächen? Nach Aussage von Sportorthopäden bekommen Kinder, die sich noch im Wachstum befinden, vermehrt Knorpelschäden in Sprung- und Kniegelenken.

„Wenn man sich mit der Thematik „Kunstrasen“ beschäftigt, kann man auch hier viele Äußerungen und Darstellungen in einschlägigen Zeitungen nachlesen. Gerne können Sie mir die Ihnen sicher vorliegende Untersuchung zuleiten. Dass es zu einer erhöhten Verletzungsgefahr kommen kann, scheint mir nicht unplausibel. Auf den lesenswerten Bericht in der Frankfurter Allgemeinen vom 08.06.2015 (Autor Andreas Frey) möchte ich verweisen. Zwischenzeitlich schreitet die Entwicklung sicher weiter.“

Ist Ihnen bekannt, dass sich Kunstrasenflächen im Sommer stärker erhitzen und so Spieler durch die Hitze frühzeitiger erschöpft sind?

„… , wird der Fußballer im Sommer den bespielbaren Naturrasen bevorzugen.“

Ist Ihnen bekannt, dass jährlich für die Pflege eines Spielfeldes Kosten in Höhe von 100 000 EURO aufgewendet werden müssen?

„Auf den Kostenvergleich im Sportstättenentwicklungskonzept darf ich verweisen. Der Arbeitskreis „Kunstrasen“ hat hier schon seine Hilfe signalisiert, um eventuelle Kosten für die Stadt gering zu halten.“

Ist Ihnen bekannt, dass in der Regel nach etwa 10 Jahren das komplette Spielfeld als Sondermüll entsorgt werden und anschließend vollständig und komplett erneuert werden muss?

„Bislang bin ich von einer 15-jährigen Bespielbarkeit bei guter Pflege ausgegangen.“

Wollen Sie wirklich die seit Generationen an der Windallee benutzte Sportstätte mit zwei Plätzen verkaufen anstatt dort beispielsweise eine dringend angesagte Renovierung, verbunden mit dem Bau von zeitgemäßen Umkleidegebäuden, durchzuführen?

„Die Sportstätte an der Windallee ist in die Jahre gekommen und stark sanierungsbedürftig. Dies wird vom Kreissportbund Friesland in seinem Sportentwicklungsbericht ebenso gesehen. Eine Idee der Finanzierung einer zentralen Sportstätte ist der Verkauf von Flächen, wie es in vielen anderen Gemeinden schon erfolgt ist. Die Arbeitsgemeinschaft der Vareler Sportvereine hat als Interessengemeinschaft eine klare Position zu einem angedachten Verkauf geäußert. Hier wird gesehen, dass durch den Bau einer neuen Sportanlage die jetzigen Problemlagen (Lärm, Einschränkung der Nutzungszeiten, Parkraum etc.) gelöst werden können. Die Bekundung zum Neubau kann gerne zur Verfügung gestellt werden.“

Wollen Sie wirklich das gut gelegene und seit Generationen beliebte Alleehotel, heute Tivoli, abreißen und verkaufen? Wollen Sie eine neue Stadthalle auf das schon mit Gewerbe überladene Gewerbegebiet in der ehemaligen Kaserne verlagern? Da kämen ungeahnte Kosten auf uns zu, die sicherlich nicht alle über die Städtebauförderung hereingeholt werden können.

„Das heutige Tivoli ist sehr stark in die Jahre gekommen. Eine Grundsanierung würde extreme Kosten verursachen. So plant die Gemeinde Stadt Schortens gerade die Sanierung des Bürgerhauses für ca. 6 – 7 Mio. EURO.
Derzeit befinden wir uns noch in einer Sondierungsphase. Das Tivoli wurde Anfang der 70er Jahre von der Stadt Varel mit dem Ziel der Erschaffung eines Jugend- und Kulturzentrums gekauft und umgebaut. Heute ist das Tivoli Restaurant und Gesellschaftshaus mit Saalbetrieb. Kulturell wird der Saal von der Niederdeutschen Bühne, einigen Musik- und Speiseveranstaltungen und einzelnen Sonderveranstaltungen (Bunter Abend der KG Waterkant, Tag der Älteren Generation) genenutzt. Varel muss sich bewusst werden, wohin es im kulturellen Bereich steuern möchte und an welcher Stelle dies geschehen soll. Eine Vorfestlegung habe ich nicht vorgenommen. Förderszenarien spielen hierbei aber eine extreme Rolle. Ich darf an dieser Stelle Fred Lienemann, den jetzigen Pächter des Tivoli zitieren, der mir gegenüber auf die Sanierungsmissstände hinweisend gesagt hat, dass das Tivoli vor seiner Übernahme von der Bevölkerung lieber abgerissen worden wäre. Die Zeiten ändern sich. Herr Lienemann führt das Tivoli excellent, hat aber schon mitgeteilt, dass er eher kurz- als mittelfristig andere Wege gehen möchte. Wir sollten uns Zeit nehmen und Daten sammeln. Vom Abriss über eine Grundsanierung bis hin zu einem Neubau an jetziger oder anderer Stelle kann ich mir alles vorstellen. Sicher habe ich einen Favoriten, aber wir alle sollten erst entscheiden, wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen. Und das ist m. E. noch lange nicht der Fall. Wichtig ist mir, dass die Stadt an ihrem Grundkonzept der 70er Jahre festhält, nämlich Varel kulturell besser aufzustellen. Da fehlt mir persönlich etwas.“

Ist es richtig, dass Sie auch die Weberei einebnen wollen und damit dann auch die Jugendlichen aus der Stadt verbannen, um das schon überplante Webereigelände an Wohnungsbaugesellschaften weiterzureichen?

„Im Gegenteil, ich möchte die Weberei aufwerten und die Ideen des Gymnasiums, an dieser Stelle mehr für die Bürger zu machen, umsetzen. Unsere ausländischen Mitbürger nutzen das Gelände schon zusehends mehr. Der Ansatz einer Architekten-Firma aus Neuenburg wurde seitens der Kommunalpolitik schon vor vielen Jahren ad acta gelegt. Sofern Sie neuere Informationen haben, teilen Sie sie mir bitte mit. Ansonsten gehe ich von einem Gerücht aus, das gestreut wird, und auf das Sie nicht hereinfallen sollten. Eines müssen wir allerdings berücksichtigen. Die Skateranlage ist den Nachbarn immer ein Dorn im Auge. Hier sollten wir nach Alternativen suchen und die Bahn aufwerten. Zum Wohle unserer Jugendlichen.“

Wollen Sie die Bäume an der Windallee fällen lassen und damit die Allee vernichten?

„Klares nein.“

Ist es richtig, dass Sie weitere Immobilien aus dem Besitz der Stadt verkaufen wollen oder schon Verkäufe zugesagt haben?

„Es gibt immer wieder Anfragen an die Stadt, Immobilien zu verkaufen. Derartige Projekte werden nach eingehender Beratung und öffentlicher Diskussion vom Rat beschlossen.“



KLARE KANTE – Wählergemeinschaft für Varel und Friesland

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