Freitag, 12. Juli 2019, 17:06 Uhr
KLARE KANTE / SPORT

Trainingsmöglichkeiten im Winter

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Fußballer müssen auch im Winter trainieren können, um in den höheren Klassen konkurrenzfähig zu bleiben.

VAREL / RASTEDE / OLDENBURG In Varel sollen neue Sportplätze für den Übungsbetrieb der Vereine angelegt werden. Eine respektable Anschubfinanzierung in Höhe von etwa 4 Millionen EURO steht dafür zur Verfügung, die unsere Stadt im Rahmen einer bundesweiten Ausschreibung für dieses Projekt erhalten soll.

Die Fußballspieler möchten im Winter auf Kunstrasen trainieren, in der Diskussion ist die Rede von bis zu 3 Plätzen. Es steht außer Zweifel, dass man auf Kunstrasen im Winter wesentlich einfacher und erfolgreicher die Leistungsfähigkeit der Mannschaften verbessern kann, als auf aufgeweichten matschigen Plätzen, die eine Decke aus Naturrasen besitzen.

Man muss jedoch zur Kenntnis nehmen, dass mit der Einführung von Kunstrasen zwangsläufig erhebliche ökologische und finanzielle Risiken auftreten, die nicht zu vermeiden sind. Dazu muss die offene Frage geklärt werden, in welchem Umfang man Gesundheitsrisiken für die Teilnehmer am Übungsbetrieb in Kauf nehmen will.

Während des Trainings auf Kunstrasen kommt es durch den Abrieb zu einer Entwicklung von erheblichen Mengen von gesundheitsschädlichem Feinstaub. Dazu werden im Kunstrasen Weichmacher freigesetzt, mit dem im verwendeten Kunststoff die erforderliche Elastizität eingestellt wird.

Letzten Endes kommt es zudem noch zu einer großflächigen Versiegelung von Naturflächen.

Inzwischen geht man landauf landab in den Ländern, Städten und Gemeinden dazu über, den Neubau von Kunstrasenplätzen zu vermeiden oder sogar zu verbieten. Auch der DFB rät zur Vorsicht bei Planung und Bau von Kunstrasenplätzen, weil ein europaweites Verbot solcher Sportanlagen ins Haus stehen könnte.

Die gesundheitlichen und ökologischen Risiken beim geplanten Bau von Sportplätzen mit einer Decke aus Kunstrasen stufen wir nach einer gründlichen Bewertung der Materialeigenschaften des Kunstrasens und der ökologischen Folgen durch eine Flächenversiegelung als zu hoch und nicht hinnehmbar ein.

Eine Verwirklichung des angestrebten Projekts in dieser Form lehnen wir strikt ab. Wir müssen nach einer anderen Möglichkeit zur Verbesserung des Trainingsbetriebs im Winter Ausschau halten.

Eine Möglichkeit wäre es, als den Mittelpunkt eines geplanten und versprochenen Sportforums eine große Mehrzwecksporthalle zu bauen und dort das winterliche Training der Rasensportarten durchzuführen.

Ohne Zweifel wäre das ein wesentlich kostenintensiveres Projekt als die Anlage von Kunstrasenplätzen, in Anbetracht von wesentlich günstigeren gesundheitlichen und ökologischen Bilanzen gegenüber den Kunstrasenplätzen auf jeden Fall vorzuziehen. Dafür wollen wir uns einsetzen.


Heiko Scheepker
(Für die KLARE KANTE – Wählergemeinschaft für Varel und Friesland)

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