Dienstag, 18. Dezember 2018, 18:15 Uhr
POLITIK IN VAREL

Abschiedsbrief des Vorstands des SPD-Ortsvereins Varel/Stadt

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Der letzte Vorstand des SPD-Ortsvereins Varel/Stadt nimmt öffentlich Abschied von den Mitgliedern des Ortsvereins.

Varel / Rastede / Oldenburg Liebe Genossinnen, liebe Genossen,

heute melden wir uns zum letzten Mal bei Euch zu Wort. Gestern ist der Vorstand des SPD-Ortsvereins Varel/Stadt geschlossen aus der Partei ausgetreten. Insgesamt 12 Genossinnen und
Genossen haben die Partei an diesem Tag unwiderruflich verlassen, weitere werden folgen.

Wie Ihr wisst, hat der Vorstand der friesländischen SPD beschlossen, alle 4 SPD-Ortsvereine in Varel zusammen zu legen. Damit ist die Existenz der 4 bisher aktiven Ortsvereine beendet. Wir waren von Anfang an aus guten Gründen strikt gegen diesen Plan.

Seit vor etwas mehr als 20 Jahren eine Gruppe von tüchtigen Frauen und vor fast 10 Jahren 6
Ratsmitglieder aus der Partei gedrängt wurden, sind die SPD-Ortsvereine in Varel nicht mehr zur
Ruhe gekommen. Eine zerrissene Partei findet nur schwer neue Mitglieder, eine zerrissene Partei
verliert in hohem Tempo ihre Wähler. Um diese alarmierende Talfahrt zu beenden, hätten sich die
Ortsvereine darauf verständigen müssen, die Bürger direkt bei ihren Problemen und Sorgen
abzuholen. Aber um glaubhaft zu sein, braucht man eine kraftvolle und vor allem eine einige Partei. Offenbar war dieser Weg zu mühsam. Da haben wir es denn mit Erfolg alleine versucht.

Weder aus den 4 Ortsvereinen, noch aus dem Stadtverband und auch nicht aus dem übergeordneten Kreisverband kamen Anträge auf eine Vereinigung. Den ganzen künstlich aufgebauschten Krawall hat Sören Mandel – das ist der frisch angetraute Ehemann von Siemtje Möller - angerichtet, um für sich eine erfolgversprechende Ausgangsposition für eine Karriere zu schaffen. Der künftige Vorsitzende des neuen Ortsvereins – er schickt zunächst einen Stellvertreter, bevor er selbst das Amt übernimmt – wird die SPD-Politik in Varel und auch ein wenig darüber hinaus sortieren und die Wahllisten neu anlegen. Damit hat er bereits begonnen.

Der Ortsverein Varel/Stadt hätte Anfang 2019 turnusgemäß die Leitung des SPD-Stadtverbandes für alle 4 Ortsvereine übernommen. Das sollte nicht sein, wir sollten in die Vareler Politik nicht mehr eingreifen können. Uns direkt das Wort zu verbieten, ist nicht möglich. Wir sind jedoch mit unseren eigenständigen Meinungen und Positionen zu unbequem. Deshalb sollen wir nun in einen großen Ortsverein eingepflegt werden, da kann man uns leicht in den Redner- und Wahllisten weit nach unten schieben. Damit würden wir zur Bedeutungslosigkeit herabgestuft, darauf lassen wir uns nicht ein.

Erschreckt hat uns die Art und Weise, wie die Auseinandersetzung geführt wurde. Der Grund für die Zusammenlegung sollen angeblich verkürzte Informationswege zur Zeitersparnis sein, ein geradezu lächerlicher Vorwand. Eine Vereinfachung der Organisation, die heutzutage mit Laptops und den neuen Medien mit geringem Zeitaufwand leicht zu bewältigen ist, führt jedoch auf keinen Fall in eine größere Nähe zu unseren Wählern. Darum ging es auch bei der Auseinandersetzung um die Zusammenlegung nicht. Eine Diskussion mit einer genauen und nachdenklichen Abwägung aller wichtigen Gründe in die eine oder andere Richtung hat es nicht gegeben und war auch nicht geplant.

Von Anfang an sollte allein der Zusammenschluss durchgesetzt werden. Da wurden wir als Lügner
beschimpft, unser Datenschutz und Postgeheimnis gebrochen – die anderen Ortsvereine haben
behäbig daneben gesessen. Einige Male gab es denn auch Gebrüll und dazu noch einen
ausgewachsenen Wutanfall. Leider, leider haben da auch die Genossen von den anderen
Ortsvereinen kräftig mitgemischt. Auch auf dringende Nachfragen gab es keine Entschuldigungen. Da saßen die anderen Ortsvereine „unter dem Tisch“ und rührten sich nicht.

Hin und wieder darf es auch in einer Diskussion ein wenig robust zugehen, wenn Positionen zuweilen mit aller Leidenschaft vertreten werden. Aber es muss offen und ehrlich zugehen, damit das gegenseitige Vertrauen erhalten bleibt und man sich später wieder in die Augen sehen kann, wenn sich der „Pulverdampf“ verzogen hat.

Wir haben die SPD verlassen. Aber wir werden weitermachen und zu hören sein. Wir treffen uns ganz gewiss wieder. Bis dahin wünschen wir Euch alles nur erdenkliche Gute.


Cornelia Papen, Gerold Kuenkenrenken, Annegret Mentzen, Thomas Suckow, Werner Kittel, Otmar Mammen, Heino Mondorf, Manfred Mondorf, Dr. Heiko Scheepker und Rita Schuster

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