Dienstag, 19. November 2019, 18:14 Uhr
SCHULEN UND SCHULENTWICKLUNG

Verlegung der Förderschulen von Varel nach Obenstrohe

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Die Förderschulen des Landkreises Friesland sollen von Varel nach Obenstrohe verlegt werden.

VAREL / RASTEDE / OLDENBURG Ganz offenbar von langer Hand und unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorbereitet, sollen die Förderschulen des Landkreises Friesland von Varel nach Obenstrohe verlegt werden. Für die Förderschulen wird dann in Obenstrohe ein völlig neues Gebäude errichtet.

Die Oberschule in Obenstrohe wird in Varel der dort bestehenden Oberschule an der Arngaster Straße, von der direkt betroffenen Bevölkerung und auch weit über Obenstrohe hinaus mit schrillen Protesten begleitet, angegliedert.

Die dann nicht mehr gebrauchten Gebäude der jetzt noch bestehenden Oberschule in Oberstrohe sollen dann ebenso wie die komplette ehemalige Realschule im Stadtzentrum an der Oldenburger Straße, in dem zurzeit noch die Förderschulen des Landkreises Friesland untergebracht sind, abgerissen werden. So jedenfalls muss man die Tagesordnung lesen, wonach diese eiligen Vorhaben in den Sitzungen des Ausschusses für Bauen, Feuerschutz und Mobilität, des Kreisausschusses des Landkreises Friesland und schließlich im Kreistag des Landkreises Friesland am 18.12.2019 abschließend behandelt und beschlossen werden sollen.

Es wird immer deutlicher, dass die Neuordnung der Schullandschaft im südlichen Teil des Landkreises Friesland auf Biegen und Brechen angeschoben werden soll. Den eigentlich Betroffenen, das sind in erster Linie die Schüler und ihre Eltern der Oberschule und der Förderschulen, und somit letzten Endes auch die Bevölkerung des gesamten Landkreises Friesland, werden fertige Lösungen vorgesetzt. Ist das Bürgerbeteiligung?

Es gilt die allgemeine Erfahrung, dass Eingriffe in bestehende Schulsysteme fast immer nach dem Durchlaufen von teilweise auch hitzigen Diskussionen am Ende zu Kompromissen führen, mit denen möglichst alle Beteiligten „leben“ können. Wenn sich jedoch Politik und Verwaltung verbünden, um den demokratischen Prozess auszuhebeln, erhält man keine tragfähigen Zukunftsperspektiven; es entsteht im Gegenteil dauerhafter Schaden.

Wenn für die Erziehung, die Entwicklung und den zukünftigen Lebensweg unserer Kinder die richtigen Entscheidungen getroffen werden sollen, müssen alle Beteiligten an einem Tisch sitzen und ihre Interessen vertreten. Das ist manches Mal schwierig, es dauert lange und es müssen die dicken Bretter gebohrt werden. Das ist der einzige Weg, aber es lohnt sich, ihn zu gehen.

Zu den Vorbereitungen von wichtigen Entscheidungen gehört zweifelsfrei die Bereitstellung der einschlägigen Fakten. Auf der letzten Sitzung des Schulausschusses wurde deutlich, dass die vorgelegten Schülerzahlen trotz der Vorbereitungszeit von fast zwei Jahren nachgebessert werden müssen. Diese Aufgabe sollte die Kreisverwaltung zuverlässig bewältigen können.


Cornelia Papen
für die KLARE KANTE – Wählergemeinschaft für Varel und Friesland

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