Dienstag, 31. März 2015, 19:27 Uhr
Oliver Bottini

Krimilesung im Amtsgericht

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Oliver Bottini las am 27. März 2015 aus seinem jüngsten Kriminalroman EIN PAAR TAGE LICHT, für den er vor kurzem den Stuttgarter Krimipreis erhielt.

Nordenham Der Berliner Erfolgsautor las einige Kapitel aus diesem mitreißenden Buch, in dem es um deutsche Rüstungsexporte nach Algerien in Verbindung mit einem Entführungsfall geht. Die Lesung fand im Rahmen der Reihe Angst im Amtsgericht statt, die Literaturplus Wesermarsch e. V. zum elften Mal in Nordenham veranstaltete.

Eingangs bemerkte Oliver Bottini, daß ein milliardenschweres Rüstungsgeschäft zwischen Deutschland und Algerien ihn vor Jahren auf sein Thema gebracht hatte. Daraufhin befaßte er sich eingehend mit der Geschichte Algeriens. Von Arabern und Berbern bewohnt, konnte sich das größte und reichste Land Afrikas erst 1962 von der französischen Kolonialherrschaft befreien. Der vorangegangene Algerienkrieg, dessen Nachfahren noch heute die Politik mitbestimmen, prägen das Land ebenso wie der Bürgerkrieg zwischen der Regierung und islamistischen Gruppierungen am Ausgang des 20. Jahrhunderts.

Vor diesem Hintergrund ist die ebenso komplexe wie spannende Handlung des Romans angelegt. Hilfreich ist im Anhang eine Karte von Algerien und seinen Nachbarländern sowie ein Glossar zu den handelnden Personen, zu Geschichte und Politik.

Oliver Bottini wählte Passagen aus, die drei Hauptfiguren des Romans vorstellen, darunter Peter Richter, den Vertriebsbeauftragten eines fiktiven deutschen Rüstungskonzerns, der im Oktober 2012 in Algerien entführt und in ein fensterloses Verlies eingesperrt wird. Der Verdacht fällt auf die islamistische Terrorgruppe AQM.

Ralf Eley, Protagonist des Romans, fungiert seit vier Jahren als Verbindungsbeamter des BKA an der deutschen Botschaft in Algier. Seine heimliche Geliebte ist die Muslimin Amel Samraoui, eine Untersuchungsrichterin, die ihm bei seinen Ermittlungen hilft. Beide müssen so unauffällig wie möglich vorgehen, da Eley keinerlei Befugnisse in Algerien hat. Er ist auf Informationen von algerischer Seite angewiesen, auf der ein Angehöriger des militärischen Nachrichtendienstes ermittelt.

Die dritte Hauptfigur ist Djamel Benmedi. Sein Vater wurde vom algerischen Militär verschleppt, und sein Großvater, einst Arbeiter in der DDR, lebt mit seiner zweiten Frau in Deutschland. Djamels Jugend und Familiengeschichte werfen ein Schlaglicht auf die politische Zerrissenheit Algeriens, das immer wieder von Terroranschlägen erschüttert wird.

Im Gespräch mit dem Publikum äußerte Oliver Bottini, daß sein besonderes Interesse Konfliktregionen gilt. Themen, die Verstrickungen Deutschlands mit dem Ausland beinhalten, bewegen ihn besonders stark. Für sich hat er den Weg zwischen Genredarstellung und Literatur gefunden, für seine Kriminalromane die Einbindung einer packenden Handlung in ein zeitgeschichtliches Geschehen.

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