Montag, 07. Mai 2012, 07:21 Uhr
Inklusion; Aktionstag 5. Mai

Anregungen für ein barrierefreies Leben

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Inklusionsnetzwerk tritt für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen ein

Nordenham Hier der Bericht aus der NWZ von heute zum Aktionstag in Nordenham. Einige Bilder habe ich schon unter  http://www.mein-nordenham.de/Fotos/Aktionstagbilder_3101/ und http://www.mein-nordenham.de/Fotos/Rollstuhlfahrer-in-Nordenham_3113/ eingestellt; Rest folgt demnächst. Über die Gruppe JEDE BARRIERE IST EINE ZUVIEL kommt man  schnell zu den bisherigen Artikeln

Bild 3: Frau Schiereck hat Fortbewegungsmittel getestet. Frau Schiereck hat schon beim Aktionstag 2003 die Barierefreiheit von Nordenham mit getestet. Wesersprinter war schon damals problemlos zu nutzen. Mit dem Zug von Nordenham weg zu kommen, liegt immer noch nicht drin. Der Bahnsteig ist nicht barrierefrei und man kommt deshalb nicht den barrierefreien Nordwestbahn-Zug mit dem schweren Elektrorollstuhl.

Anregungen für ein barrierefreies Leben

Inklusionsnetzwerk tritt für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen ein

Es gibt viele Hürden, die überwunden werden müssen. Expertgruppen zeigten in der Fußgängerzone, wie das geschehen kann.

NORDENHAM Eine Barriere entsteht keineswegs nur, wenn ein Hindernis nicht überwunden werden kann. Auch eine fremde Sprache, eine Seh- oder Hörbeeinträchtigung sowie eine Bewegungseinschränkung stellt für viele Menschen einer unüberwindbaren Hürde dar. Das Inklusionsnetzwerk Nordenham möchte diese Barrieren jedoch brechen. Unter dem Motto „Jede Barriere ist eine zu viel“ lud das Netzwerk, das aus vielen verschiedenen Expertenteams besteht, am Sonnabend zum Europäischen Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen ein.

„Es ist wichtig, dass wir uns austauschen und einander Brücken bauen“, so Nordenhams Bürgermeister Hans Francksen, der den Aktionstag gemeinsam mit der Grünen-Landtagsabgeordneten Ina Korter feierlich eröffnete.

In der Nordenhamer Fußgängerzone sollte genau dieser Austausch stattfinden. Am Stand des Kinderschutzbundes erhielten die Besucher neben Infomaterialien zur Hausaufgabenhilfe und Lernförderung beispielsweise selbst gebastelte Blumen mit türkischen Sätzen darauf. Somit sollte eine Unterhaltung über das Geschriebene begonnen werden, um kulturelle, sowie sprachliche Barrieren zu überbrücken.

Die Johanniter demonstrierten mit einem Sonderfahrzeug wie es ist, wenn man auf einen Rollstuhl angewiesen ist. „Sicherheit durch Sichtbarkeit“ lautete das Motto am Stand von Jürgen Zimmer, der sowohl für die Polizei als auch für die Nordenhamer Verkehrswacht im Rollstuhl angewiesen ist. „Sicherheit durch Sichtbarkeit“ lautete das Motto am Stand von Jürgen Zimmer, der sowohl für die Polizei als auch für die Nordenhamer Verkehrswacht im Einsatz war. Mit leuchtenden Reflektoren kann im Straßenverkehr nämlich so mancher Unfall verhindert werden.

Besonders interessant gestaltete sich für viele Freiwillige der Blick durch die „Rauschbrille“ des Deutschen Roten Kreuzes Wesermarsch. Diese simuliert eine starke Sehbeeinträchtigung und verdeutlicht außerdem, wie sehr schlecht sehende Menschen auf Hilfe angewiesen sind.

Viele der Verbände, die dem Inklusionsnetzwerk angehören, wie beispielsweise der Behindertenbeirat Wesermarsch, die SoVD-Ortsgruppen Nordenham und Abbehausen sowie der Frauennotruf Wesermarsch gaben den Besuchern des Aktionstages Anstöße für ein barrierefreies Leben miteinander.
 

Quelle: http://www.nwzonline.de/Region/Kreis/Wesermarsch/Nordenham/Artikel/2860465/Anregungen-f%FCr-ein-barrierefreies-Leben.html VON LAURA KINTSCHER

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Artikel NWZ:
http://www.nwzonline.de/Aktuelles/Politik/Hintergrund/NWZ/Artikel/2858935/Gesetzgebung-noch-zu-vage.html

Gesetzgebung noch zu vage
von Dirk Baas

Am 5. Mai gibt es bundesweit über 600 Aktionen, um auf die Belange Behinderter aufmerksam zu machen. Dazu äußerte sich Martin Georgi, Vorstand der „Aktion Mensch“.

FRAGE: Warum sind solche Protesttage wie der am 5. Mai immer noch nötig?
GEORGI: Leider stehen wir in Deutschland mit der Umsetzung von Inklusion, also der gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderung, noch am Anfang. Inklusion können wir nur verwirklichen, wenn sie kein Spezialthema für die Behindertenhilfe bleibt, sondern von vielen Menschen mitgetragen wird. Protesttage wie der 5. Mai sind eine Gelegenheit, diejenigen zu erreichen, die sich noch nicht mit Inklusion beschäftigt haben.

FRAGE: Welchen Anteil hat die Interessenvertretung behinderter Menschen daran, dass Personen mit Handicap heute emanzipierter auftreten und bewusster wahrgenommen werden?
GEORGI: Es ist vor allem ein Verdienst der Menschen mit Behinderung selbst, dass sie im Laufe der Jahrzehnte ihre Interessen selbstbewusster vertreten haben. Die „Aktion Mensch! hat diese Entwicklungen aufgegriffen und durch ihre Öffentlichkeitsarbeit sowie Aufklärungsprojekte unterstützt.

FRAGE: Vieles ist erreicht worden bei der Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Welche Hürden sind aber noch zu nehmen?
GEORGI: Reine Absichtserklärungen reichen nicht aus, um grundlegende Verbesserungen zu erreichen. Die UN-Behindertenrechtskonvention hat den rechtlichen Rahmen vorgegeben. Der Nationale Aktionsplan, den die Bundesregierung daraufhin präsentiert hat, bleibt aber in vielen Bereichen zu vage und ist finanziell unzureichend ausgestattet. So muss etwa die sogenannte Eingliederungshilfe überarbeitet werden. Auch weist die Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen Lücken und Mängel auf.

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