Donnerstag, 01. Oktober 2009, 10:57 Uhr
Gewinner

Justin Hibbeler gewinnt!

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Den Schreibwettbewerb zum Thema "Herbst" hat Justin Hibbeler für sich entschieden. Damit fährt der jüngste Teilnehmer zur Bremen Eins Oldienacht nach Oldenburg. Herzlichen Glückwunsch!

Rastede Die meisten positiven Kommentare zu seinem Wettbewerbsbeitrag sammelte Justin Hibbeler mit seinem Text über "Marie und das Eichenlaub". Damit gewinnt Justin zwei Freikarten für die Bremen Eins Oldienacht in Oldenburg. Herzlichen Glückwunsch! Hier noch einmal der Gewinnerbeitrag: "Marie und das Eichenlaub" In einem kleinen Rasteder Vorgarten... - Es war kühler geworden in Rastede. Seit gestern verkündete auch endlich der Kalender: Herbstanfang. Marie mochte den Herbst. Sie mochte es mit einem warmen Kakao am Fenster ihrer Oma zu sitzen, nach draußen zu sehen und die Blätter des großen Eichenbaumes im Vorgarten langsam fallen zu sehen. Marie saß dort manchmal stundenlang, nichts als ein Lächeln auf den Lippen. Sie liebte es wie der Wind die bunten Blätter tanzen ließ. Ein Privattheater, nur für Marie. Eine eigene Tanzvorstellung des Eichenlaubes, auf einer Bühne, die nur Marie wahrnahm. Wenn Maries Oma ihr die süßen Lieblingskekse brachte, sah sie nur für einen kurzen Moment auf. Sie war vollkommen fasziniert, welche Zauberkunststücke die Natur ihr zeigte. Jedes Mal, wenn der Wind blies, und war es auch nur die kleinste Brise, so quietschte der alte, rostige Regenmesser von Maries Oma direkt neben dem Fenster. Ein feines, zirpendes Instrument, die Musik zur wunderbaren Show der tanzenden Blätter der großen Eiche. Und jedes Mal, wenn sich ein leichter Herbstregen über Rastede ergoss, und war es auch nur eine Handvoll kleinster Tröpfchen aus der winzigsten Wolke die über dem Ort hing, so trommelte der Regen auf das Dach von Omas Haus. Ein leises Schlagzeug, das den Blättertanz mit einem Rhythmus begleitete, der Marie ganz besonders gefiel. Doch das Beste waren die kleinen Vögel. Marie hatte sie noch nie gesehen, ihre Oma hatte ihr nur von ihnen erzählt. Kleine, hungrige Junge, die im Nest über der Dachrinne auf die Rückkehr ihrer Mutter warteten. Das piepsige, unruhige Tschilpen der Vögelchen gab dem wirbelnden Tanz eine wunderbare Eleganz. Marie drückte ihre Nase an die kalte Scheibe. Mit den weitgeöffneten blauen Augen versuchte sie jeden klitzekleinen Eindruck der Vorstellung aufzuschnappen. Die bunten Blätter tänzelten durch die Luft, sausten hoch und wieder herunter, wirbelten um den Stamm der alten Eiche, ließen sich vom Wind durch den Vorgarten tragen, bis sie dann still und leise auf dem Boden landeten. Manche der Blätter landeten auch auf dem Fensterbrett von Maries Fenster, ihrer Privatloge im Blätterzirkus. Sie betrachtete die liegenden Blätter ganz genau, ihre feinen gekräuselten Rundungen, die bräunlich-feinen Äderchen, den kurzen herausguckenden Stiel, der sie eben noch am großen Baum hielt. Der nächste feine Hauch des Windes fegte die Blättchen dann auch zu Boden, zu ihren Kollegen von der Eiche. Sie waren nur kurz am Fenster vorbeigekommen um Marie zu grüßen, so stellte sie sich das vor. Und wenn der Regen vorüber war, der Wind sich gelegt hatte und die Vogelmama mit einem dicken Wurm im Schnabel zu ihren Kindern zurückkehrte, da lag alles still in Omas kleinem Vorgarten. Die Äste der Zweige hingen ruhig und hielten ihre letzten Blätter fest. Zwischen den Wolken streckte die Sonne vorsichtig die ersten Strahlen des Nachmittags hindurch. Marie musste etwas blinzeln, das helle, wärmende Licht blendete ihre blauen Augen. Dann sprang Marie von ihrem Stuhl auf, lief schnell zur Haustür und drückte die Klinke hinunter. Die frische Herbstluft strömte ihr mit einem Schlag entgegen. Marie stand dort im Türrahmen; mit geschlossenen Augen atmete sie tief durch die Nase ein. Marie lächelte. Sie öffnete die Augen wieder und rannte so schnell sie konnte zu ihrem großen Lieblingsbaum, Omas Eiche. Mit einem strahlenden Lächeln schlang sie ihre Arme um den kräftigen Stamm des Baumes, sie drückte ihre Wange ganz fest an die kratzige Rinde. Der Stamm war noch etwas nass, doch das machte Marie nicht das Geringste aus. Sie strahlte über das ganze Gesicht und drückte ihren Freund mehrere Minuten. "Danke, lieber Baum.", flüsterte sie der Eiche ganz leise zu. Marie war glücklich.

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