Mittwoch, 09. September 2020, 10:21 Uhr
Vorbild für das Ehrenamt / Offen und ehrlich / Dank

Dank an Wolfgang Mickelat

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Der Ofener engagiert sich seit über 50 Jahren ehrenamtlich. Sport (Fußball), ehemaliger Fußballschiedsrichter, TuS Ofen, SV Westerholtsfelde, SoVD, SPD - Ratsherr seit 1976, ehemaliger ehrenamtlicher Bürgermeister, Kreistagsabgeordneter seit 40 Jahren. Ein Vorbild für das Ehrenamt.

Ammerland / Bad Zwischenahn / Oldenburg Nur kein Ehrenamt, diese Verse sollen angeblich von Wilhelm Busch, oder in abgewandelter Form von Joachim Ringelnatz stammen.

Was sagen sie?

„Willst Du froh und glücklich leben, lass kein Ehrenamt Dir geben!“, die kompletten Verse findet man im Internet.

Für alle ehrenamtlich Tätigen treffen Zitat und Inhalt nicht zu, auch nicht für den Ofener Wolfgang Mickelat.

Auch für ihn galten und gelten sie nicht.

In der Julisitzung des Ammerländer Kreistages wurde der Ofener für 40-jährige ehrenamtliche, ununterbrochene Mitgliedschaft im Ammerländer Kreistag von Landrat Jörg Bensberg ausgezeichnet.

Er dankte dem verdienten Kommunalpolitiker für seinen unermüdlichen Einsatz und sein Engagement zum Wohle des Landkreises Ammerland und seiner Bürger / innen.

Bensberg hob in seiner Laudatio insbesondere das soziale und sportliche Engagement und das breitgefächerte Wissen des Jubilars hervor.

Seine langjährige und ununterbrochene Tätigkeit als Mitglied im Ammerländer Kreistag ist aber nur ein Mosaikstein im Leben und ehrenamtlichen Engagement von Mickelat.

Sein Lebensmotto war und ist, immer eine sinnvolle Aufgabe auszufüllen und zu erfüllen.

Über 50 Jahre hat sich Wolfang Mickelat in vielfältiger Weise ehrenamtlich für soziale, politische und sportliche Zwecke engagiert.

Heute freuen sich Ehefrau Gertrud und die Familie, wenn Wolfgang Mickelat Zeit hat und sich Zeit nimmt.

Geboren 1943 in Preußisch Eylau (Ostpreußen) musste er schon als Kind aus der Heimat fliehen.

Mit seiner Mutter und seiner Oma und fand er eine Bleibe in Hohenkirchen (Wangerland).

Nach der Berufsausbildung bei der AOK in Jever setzte er die berufliche Karriere ab 1969, dem Jahr seiner Hochzeit mit seiner geliebten Ehefrau Gertrud, bei der Innungskrankenkasse Oldenburg (IKK, heute HKK) fort.

In der nachfolgenden Zeit betrieb er den Aufbau der Krankenkasse zur IKK Weser-Ems, in die er 1996 als Vorstand berufen wurde.

„Mir wurde nichts geschenkt, ich habe mir alles zielstrebig, fair und anständig erarbeitet!“, betont Mickelat im persönlichen Gespräch.

Sportlich begann Mickelats Engagement schon sehr früh.

Seine politischen Aktivitäten begannen im November 1965 auf dem Sportplatz in Hohenkirchen.

Dort trat er der SPD bei, der er seit 54 Jahren die Treue hält.

54 Jahren SPD  - Mitgliedschaft ist schon eine Hausnummer.

1968 wurde er im Alter von nur 25 Jahren in den Gemeinderat der Gemeinde Hohenkirchen gewählt und gleich Vorsitzender des Finanzausschusses.

Die kommunalen Finanzen liegen und lagen dem Sozialdemokraten immer am Herzen.

Auch nach dem Umzug nach Ofen blieb er für und in der SPD aktiv.

1976 kandidierte Mickelat erstmals für den Gemeinderat Bad Zwischenahn auf Platz 5 seiner SPD im Wahlbereich II.

Es gab damals nur 1 Stimme für Person oder Liste.

Mit 189 Stimmen wurde Mickelat neben dem langjährigen Ofener SPD - Ratsherrn Heinrich Wieting (inzwischen verstorben), der mit 241 Stimmen wiedergewählt wurde,  gleich direkt in den Bad Zwischenahner Gemeinderat gewählt.  

Das war schon eine Hausnummer als Newcomer.

1980 kandidierte der heute 77-jährige Mickelat erstmals für den Ammerländer Kreistag, dem er nun 40 Jahre angehört und in den er immer direkt von den Bürgerinnen und Bürgern aus
den Gemeinden Bad Zwischenahn und Edewecht gewählt wurde, zuletzt bei der Kommunalwahl 2016 mit überzeugenden 2 544 Stimmen.

Von 1986 bis 1991 war er stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Bad Zwischenahn und von 1991 bis 1995 zweitletzter ehrenamtlicher Bürgermeister im Kurort.

Bis 1996 wurden die ehrenamtlichen Bürgermeister vom gewählten Gemeinderat gewählt.

Erstmals schaffte es 1991 Wolfgang Mickelat als Sozialdemokrat in der Gemeinde Bad Zwischenahn, das Vertrauen der gewählten Ratsmitglieder zu gewinnen.

Er löste Jonny Hinrichs (CDU) ab, der seit 1980 ehrenamtlicher Bürgermeister war.

Im Kreistag ist Wolfgang Mickelat mit 40 Jahren Kreistagstätigkeit der dienstälteste
Abgeordnete.

Als Kreistagsabgeordneter engagiert er sich in der laufenden Wahlperiode als Vorsitzender des Sozialausschusses und als Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und Umwelt. 

Ferner vertritt er den Landkreis Ammerland im Verwaltungsrat der Ammerlandklinik und in den Verbandsversammlungen des Bezirksverbandes Oldenburg und des Sparkassenzweckverbandes der LzO.

Bis zum 5. Dezember 2019 gehörte Wolfgang Mickelat auch dem Kreisausschuss an.

Nachdem der Westersteder Frank Lukoschus nach verlorener Bürgermeisterwahl in der Kreisstadt Westerstede nicht nur den Parteivorsitz der SPD in Westerstede niederlegte,
sondern auch der SPD den Rücken kehrte und im Kreistag mit den Bad Zwischenahner
Kreistagsabgeordneten Edgar Autenrieb und Jan Hullmann die Gruppe „Die Ammerländer / Die Linke gründete, verlor die SPD – Kreistagsfraktion  im Kreisausschuss einen ihrer drei Sitze.

Mickelat musste seinen Platz räumen und fungiert seitdem nur noch als Stellvertreter im Kreisausschuss.

Gewählt wurde er als stellvertretendes Mitglied in den Betriebsausschuss Eigenbetrieb Immobilienbetreuung des Landkreises Ammerland.

Auch dem Bad Zwischenahner Gemeinderat gehört Wolfgang Mickelat, mit beruflich bedingter Unterbrechung  (1995 bis 2001),  seit 1976 an.

In der laufenden Wahlperiode ist er Vorsitzender des Kultur- und Sportausschusses,
Vorsitzender des Aufsichtsrates der gemeindeeigenen Kurbetriebsgesellschaft GmbH.

Ferner ist der Ratsherr Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft, Finanzen und Tourismus und Vertreter der Gemeinde im Kuratorium für den Kindergarten der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Ofen.

„Die Kommunalpolitik ist für mich gelebte Demokratie und somit Einsatz für das Gemeinwohl“, beschreibt er seine Motivation.

Aus der Zeit als ehrenamtlicher Bürgermeister gibt es zahlreiche angenehmen Aufgaben, an
die sich Mickelat gerne erinnert.

„ Ehrenamtliches Engagement in Vereinen, Verbänden, Einrichtungen und den Feuerwehren zu würdigen, bei Grundsteinlegungen und Richtfesten zugegen sein zu dürfen, war für mich eine große Ehre und Herzensangelegenheit, denn die Kommunen und unsere Bauerschaften leben und profitieren vom Ehrenamt!“, betont Mickelat im Gespräch.

Ein Höhepunkt war für ihn der Besuch des inzwischen verstorbenen Filmschauspielers Bud Spencer im Kurort.

Im  „Spieker“ wurde mit dem Weltstar gespeist.

Aal und anderen Fisch wollte Spencer nicht.

Haxen waren Spencer lieber.

Hoch- und Plattdeutsch waren nicht seine Sprachen.

Der damalige Kurdirektor Peter Schulze fungierte als Dolmetscher.

Beim traditionellen Löffeltrunk zeigte Spencer dagegen eine sichere Hand und kleckerte nicht.

Äußerst beeindruckend bleibt für Wolfgang Mickelat auch eine Begegnung mit dem inzwischen verstorbenen Altkanzler Helmut Schmidt.

Nach dem Vortrag von Helmut Schmidt nahm sich der Altkanzler zwei Stunden Zeit, um mit seinem Genossen Wolfgang Mickelat im Dänikhorster „Ponyhof“ zwei Stunden über „Bad
Zwischenahn, die Welt und die SPD“ zu snacken, erzählt Mickelat.

Von dieser Begegnung ist Mickelat immer noch fasziniert.

Die Trauerandachten für Loki und Helmut im Fernsehen haben wir mit Wehmut und Tränen in den Augen verfolgt, erinnert sich Mickelat.

Noch heute wertschätzen Mickelat und seine Familie den verstorbenen Altkanzler und dessen verstorbene Ehefrau Loki.

Für Mickelat waren und bleiben Loki und Helmut Schmidt Vor- und Leitbilder.

„Helmut Schmidt war für mich ein Leitfigur und wird es immer bleiben!“, betont Mickelat.

Das Ehepaar Schmidt war immer ein Vorbild für meine Familie und mich.

Hand in Hand, auch in politisch schweren Zeiten, stand Loki hinter ihrem Ehemann.

„ Auch ich hatte und habe meine Ehefrau Gertrud und die Familie mit 3 Enkelkindern immer im Rücken!“, freut sich Wolfgang Mickelat.

„Die soziale Gerechtigkeit war und ist ein Hauptanliegen von mir“, betont Mickelat, der seit über 37 Jahren Mitglied im Sozialverband Deutschland e.V. (SoVD) ist.

Im SoVD – Kreisverband Ammerland war Mickelat bis Juni diesen Jahres 2. Vorsitzender.

Auf Bundes- und Landesebene wurde er von den gewählten Vorständen immer wieder als Mitglied in die sozialpolitischen Ausschüsse berufen.

Die Mitarbeit im Kreisvorstand Ammerland und den sozialpolitischen Ausschüssen des SoVD
hat Mickelat im Juni dieses Jahres aus persönlichen Gründen schweren Herzens beendet.

„Sein Fachwissen und seine soziale Kompetenz wurden und werden wertgeschätzt.

Er war und ist das „soziale ehrenamtliche Gewissen des SoVD!“, betont Rainer Cordes, Vorsitzender des 160 Mitglieder zählenden SoVD-Ortsverbandes Ofen.

Zudem war Mickelat über 20 Jahre im Kirchenrat der Evangelisch - lutherischen Kirchengemeinde Ofen tätig.

Zeitweise übte er ehrenamtlich die Funktion des Geschäftsführers aus.

In dieser Zeit hat er den Pastoren den Rücken freigehalten, damit die mehr Zeit für die Seelsorge in der Kirchengemeinde hatten.

Und nicht zuletzt begleitete und begleitet ihn der Sport, speziell Fußball, seit mehr als 45
Jahren.

Neben seiner aktiven Zeit als Schiedsrichter leitete er als Vorsitzender 20 Jahre lang den Schiedsrichterausschuss und war 14 Jahre lang Kreisvorsitzender im Ammerland für den
Niedersächsischen Fußball-Verband.

Für seine vielfältigen Verdienste wurde Mickelat 2002 mit dem Bundesverdienstkreuz am
Bande geehrt.

Die Willy-Brandt-Medaille, eine Auszeichnung seiner SPD, mit der die Partei seit 1996
Mitglieder ehrt, die sich um die Sozialdemokratie in besonderer Weise verdient gemacht
haben, wurde Wolfgang Mickelat bisher nicht verliehen.

54 Jahre Parteizugehörigkeit, 40 Jahre Ammerländer Kreistag und 38 Jahre Bad Zwischenahner Gemeinderat sollten Anlass für die SPD sein, dem engagierten
Sozialdemokraten mit der Verleihung zu danken und ihn zu ehren.

Vielleicht führt die SPD ja auch noch eine Helmut-Schmidt-Medaille ein.

Wolfgang Mickelat würde dann sicherlich zu den Personen gehören, die mit dieser Medaille als erste ausgezeichnet werden würden.

Aber was nicht ist, kann ja noch werden / kommen.

Viele weiteren ehrenamtlichen Tätigkeiten, z.B. im TuS Ofen und SV Westerholtsfelde, als ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht oder als Patientenvertreter in der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, Bezirksstelle Oldenburg, hat Mickelat ausgeübt und übt einige dieser Tätigkeiten noch heute mit Freude und Engagement aus.

Wolfgang Mickelat war und ist ein Vorbild für das Ehrenamt.

Wolfgang Mickelat, seiner Frau Gertrud, die sich auch viele Jahre im Vorstand des Ortsverbandes Ofen im Sozialverband Deutschland e.V. (SoVD) engagiert hat und seiner Familie gebührt Dank und Anerkennung.

Für Wolfgang Mickelat war und ist Ehrenamt Ehrensacke

Ich verneige mich in Ehrfurcht und Dankbarkeit und rufe ihm aus voller Überzeugung zu:

„Mach weiter so Wolfgang!“.

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