Freitag, 12. Juni 2015, 02:40 Uhr
Sportabzeichen 2015 / Heike Drechsler

Heike Drechsler holt erneut Gold

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Sportabzeichenabnahme gemeinsam mit Doppelolympiasiegerin Heike Drechsler und Werner Momsen

Großenkneten / Oldenburg Zwei Jahre ist es her, dass Manfred Scholz und Heike Drechsler die Idee hatten gemeinsam das Deutsche Sportabzeichen abzulegen. Für beide wäre es das erste Mal gewesen. Gesagt getan, 2014 traf man sich erstmals in der Energie-Concept-Arena in Großenkneten um die vier Übungen für das Sportabzeichen zu absolvieren. Während Drechsler standesgemäß Gold errang musste sich Scholz mit Silber zufrieden geben. Fehlender Ausdauer war‘s geschuldet.

Dies sollte dieses Jahr anders werden. Dazu hatte er sich zahlreiche Gäste eingeladen um gemeinsam mit ihm zu laufen, zu werfen und zu springen. Neben der zweifachen Olympiasiegerin waren auch der Hamburger Klappmaul-Komiker Werner Momsen alias Detlef Wutschik, Oldenburgs Marathonrekordläufer Jürgen Kuhlmey, Großenknetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke, Barmer-Regionalgeschäftsführer Holger Vosgerau und der Pressesprecher des Fördervereins PLAY HANDBALL ZA Bernd Teuber der Einladung gefolgt um gemeinsam mit Scholz und rund dreißig weiteren Sportlern die Sportabzeichen Prüfungen in Angriff zu nehmen. In den Kategorien Kraft, Schnelligkeit, Koordination und Ausdauer musste jeweils eine Übung mit Erfolg absolviert werden.

Bevor es aber um Weiten und Zeiten ging stand erst einmal gemeinsames Aufwärmen auf dem Plan. Unter der Anleitung von Heike Drechsler lernten alle Teilnehmer das „Kleine“ Lauf-ABC. Nachdem man sich auf die Reihenfolge der Disziplinen geeinigt hatte, hier erwies sich Werner Momsen als wahrer Experte, begann mit dem Sprint der „ernste“ Teil des Events. Leider gab es hier dann auch schon den ersten prominenten Ausfall des Tages, Bürgermeister Schmidtke fasste sich nach der Hälfte der Strecke schmerzverzehrt ans Bein und musste aufgeben. Zum Glück war dies der einzige verletzungsbedingte Ausfall. Einen klassischen Fehlstart legte der „gebürtige Rentner“ Werner Momsen hin, dies irritierte die Olympiasiegerin so sehr, dass sie nicht richtig ins Rennen kam und mit ihrer erzielten Zeit nicht so recht zufrieden war. Anders Sportjournalist Manfred Scholz, der sich nicht beirren ließ und seine Bestzeit gleich um 6/10 verbessern konnte. „Da hat wohl einer zu früh auf den Knopf gedrückt“, konnte er sein Glück anfangs kaum fassen.

Weiter ging es zu Drechslers Paradedisziplin, dem Weitsprung. „Da war ich schon ein wenig aufgeregt. Ich sitze zurzeit schon mehr am Schreibtisch als das ich Sport treibe“. Erschwerend kam für sie noch hinzu, dass sie gerade erst eine zehnstündige Autofahrt hinter sich gebracht hat. Nach 3,97 m zum warmmachen landete sie am Ende bei 4,33 m und sah dabei noch immer so elegant aus wie zu ihren besten Zeiten. Dass beim Weitsprung allerdings nicht die Eleganz sondern nur die Weite zählt musste Manfred Scholz zu seinem Bedauern feststellen. Sein Abroller nach der Landung gehörte sicherlich zum elegantesten was an diesem Tag in der Sandgrube zu sehen war. Aber leider reichte hier die Weite nicht fürs Sportabzeichen und Haltungsnoten gab es nicht. „Krieg du mal 120 kg so schnell hoch“, kommentierte er dies.

Bewunderung von Heike Drechsler erntete Werner Momsen alias Detlef Wutschik für seine Versuche. „Das stelle ich mir koordinativ unwahrscheinlich schwer vor, da er durch die Puppe ja nur mit einem Arm ausgleichen kann“. „Dazu kommt noch, dass ich durch die Maske kaum den Absprungbalken erkennen konnte“, ergänzt der Komiker. Wie hilfreich die Tipps der Olympiasiegerin waren, durfte Bernd Teuber erfahren. Erst nicht weiter als 3,85 m gesprungen schaffte er mit Hilfe von Drechsler 4,12 m.

Da man bereits Sand in den Schuhen hatte machte man gleich mit dem Standweitsprung weiter. Dies lag einigen Sportler deutlich mehr als der Weitsprung. Allen voran Manfred Scholz der hier locker mit 2,04 m die Gold Norm erfüllte. Am persönlichen Rekord von Heike Drechsler fehlten ihm dann aber doch noch 1,01 m, die an diesem Tag aber nur wenige Zentimeter weiterkam als der Sportjournalist. „Diese Übung macht man fast komplett aus den Beinen und da fehlt es mir mittlerweile doch schon ganz ordentlich an Kraft“, so die ehemals beste Weitspringerin der Welt. „Im Training haben wir da ab und an einen kleinen internen Wettkampf draus gemacht“, erzählt sie.

Beim anschließenden Kugelstoßen erwachte dann bei ihr noch einmal der sportliche Ehrgeiz. Mit einer Weite von 9,57 m wollte sie dann doch nicht nach Hause fahren. Da wusste sie aber noch nicht, dass sie das falsche Sportgerät erwischt hatte. Mit der 4 kg Kugel, anstatt der 5er, flog die Kugel dann auch 10,22 m weit. Selbst diese war allerdings ein Kilo schwerer als die, die sie in ihrer Altersklasse hätte stoßen müssen. „Kugelstoßen ist ganz viel Technik, aber ein bisschen Kraft gehört natürlich auch dazu“, erläutert sie den anderen Teilnehmern. Probleme anderer Art mit dem Sportgerät hatte Werner Momsen. „Muss ich mir die Kugel in meinem Alter etwa auch noch selber holen“, moserte er.

Da es für Scholz im Weitsprung nicht reichte versuchte er es mit dem Schleuderball. Aber weiter als 27 Meter wollte der Ball nicht fliegen. Dies hätte zwar für das Sportabzeichen gereicht, aber nach Silber im letzten Jahr zählte für ihn diesmal nur Gold. Nachdem er seine Wurftechnik, auf Anraten eines Mitsportlers, umgestellt hatte flog der Ball bis auf 32,20 m. Zwar fehlen ihm immer noch 80 Zentimeter für Gold, aber er zeigt sich da sehr optimistisch. „Da ist noch was drin“. Ist auch notwendig, denn ansonsten wird es über 400 m Schwimmen (10:45 Min.) sehr schwer werden seinen Goldtraum zu verwirklichen.

Den konnten sich andere schon verwirklichen. Über 3000 m bildete sich schnell eine Dreiergruppe mit Heike Drechsler, Werner Momsen und Bernd Teuber die die siebeneinhalb Runden im gleichmäßigen Tempo absolvierten. Gemeinsam überquerte man nach 15:20 Min. die Ziellinie und fiel sich freudestrahlend in die Arme. Werner Momsen zeigte sich zufrieden mit seiner Leistung, sah aber durchaus noch Steigerungsmöglichkeiten. „Bei mir lief es wirklich gut, aber der Kerl hinter mir (Detlef Wutschik) hat schon manchmal ein wenig gestört“.

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