Freitag, 21. Juli 2017, 15:44 Uhr
Arbeitskreis Hössenchronik / Hermann Ries / Stadtarchiv Westerstede

Die Hössen als „Westerstedes Jungbrunnen“

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Hermann Ries und die Hössen-Anlage im Jahr 1931 – Nächstes Treffen des Arbeitskreises Hössenchronik findet am 8. August statt.

Westerstede Der in diesem Jahr gegründete Arbeitskreis Hössenchronik hat seine nächste Zusammenkunft am 8.8.2017 um 19 Uhr im Stadtarchiv Westerstede (Jaspershof). Dazu sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Die Gruppe hat sich die Erforschung der Geschichte der Hössen-Sportanlage in Westerstede zur Aufgabe gemacht. Das geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv, das hierzu ausgezeichnete Arbeitsbedingungen bietet. Es zeichnet sich bereits ab, dass es dabei keineswegs ausschließlich um Sport gehen wird, wie man auch im Folgenden sehen wird.

Unter anderem will der Arbeitskreis Hössenchronik auch diverse Quellen zusammentragen, erfassen und durcharbeiten. Dazu gehören etwa die mittlerweile sehr umfangreichen Bestände der alten Lokalzeitung „Der Ammerländer“ im Stadtarchiv Westerstede. Dabei kommt es zu so mancher aufschlussreichen, kuriosen und hochinteressanten Entdeckung.

So erschien in der Ausgabe vom 16. Februar 1931 ein ausführlicher Bericht vom Redakteur Hermann Ries über das „Wesen, Werden und Wachsen der „Hössen“-Anlagen“. Diese waren damals quasi noch in ihren Kinderschuhen. Ries preist sie aber bereits als „Westerstedes Jungbrunnen“!
Die Gemeinde hatte das Gelände erst Anfang 1926 von dem Gutsbesitzer Balthazar erworben.
Im ersten Abschnitt schildert Hermann Ries, was mit dem Gelände geschehen soll bzw. bereits geschehen war. Das veranschaulicht auch ein Plan mit den damals vorhandenen oder aber projektierten Anlagen auf dem Hössen-Gelände. Man hatte z.B. schon Alleen und Wege sowie eine Sportwiese angelegt, und zu den Zukunftsplänen gehörten ein „Licht- und Luftbad“ mit Planschbecken, ein „Gartenhaus mit einer Jugendherberge“, Spielplätze und eine Reitbahn.
Bereits seit 1929 war ein Schulgarten im Entstehen. Damit beschäftigt sich Ries im zweiten Teil seines Artikels, und er beschreibt ihn ausführlich. Dieser Garten hatte noch längere Zeit Bestand, später dann aber leider in verkleinerter Form.

Der dritte Abschnitt des Artikels ist eine lebendig geschilderte Zukunftsvision über einen „Hössen-Volkspark im Jahre 1950“. Ries stellte sich eine insbesondere der Jugend und der Gesundheit gewidmete Anlage vor. Manches davon ist – bis zum Jahr 1950 oder erst später und vielleicht in einer dem Zeitenwandel angepassten Form - tatsächlich wahr geworden. Zum Teil ist es mittlerweile auch schon wieder verschwunden, so etwa der Reitplatz und der Schulgarten. Statt des einst vorgesehenen Planschbeckens gibt es heutzutage ein großes Schwimmbad. Anderes ist nicht eingetreten, z.B. die erwähnten Wochenend- und Sommerhäuser. Die Hössen ist auch nicht, wie sich das Ries dachte, zu einem kleinen Kurort für die „schwachen Kinder der Gemeinde“ geworden (statt sie wie offenbar um 1931 üblich nach Bad Rothenfelde zu schicken).
Ein Kindergarten ist mittlerweile in der Tat Bestandteil der Hössenanlage, aber erst seit 2011 und nicht schon - so erhoffte es sich Hermann Ries - im Jahr 1950. „Das ist ein Gesundbrunnen für die Kleinen, sie turnen und spielen, baden und sonnen sich“ - so beschreibt der Zeitungsredakteur seine Idee von dem zukünftigen Kindergarten.

Wer über die Hössen-Anlage noch Geschichten zu erzählen hat oder Materialien in Wort und Bild zur Verfügung stellen möchte, kann sich gerne an das Stadtarchiv Westerstede oder an Hartmut Kröncke oder Prof. Dr. Lorenz Peiffer wenden. Oder sie/er kommt zu besagtem nächsten Treffen am 8. August. Das gilt auch für alle, die gerne noch aktiv bei dem Arbeitskreis mitwirken möchten.

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