Dienstag, 08. März 2022, 15:54 Uhr
Trauerschnäpper / NABU / Niedersächische Bingo-Umweltstiftung

NABU Westerstede setzt sich für den Trauerschnäpper ein

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Nistkastenanbringung mit „besonderem Clou“ soll gefährdeter Vogelart helfen. Großzügige Förderung durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung!

Westerstede Eine Nistkastenaktion der besonderen Art soll ganz gezielt einer zunehmend gefährdeten heimischen Singvogelart helfen. Initiiert von der örtlichen NABU-Gruppe in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern, werden in diesen Tagen an geeigneten Standorten rundum Westerstede, 120  Nistkästen angebracht, in denen Trauerschnäpper Brutmöglichkeiten finden soll. Auch die Westersteder NAJU-Kindergruppe „Die jungen Turmfalken“ ist mit beteiligt. Die großzügige Förderung durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung macht die Aktion möglich (bitte dem Link folgen).

Der Trauerschnäpper ist vielen Menschen gar nicht bekannt. Er ist einer der besten Sänger unter unseren heimischen Vogelarten und er ist ein Zugvogel. Genauer gesagt zählt er zu den Langstreckenziehern.
Die Gefahren, die dem Trauerschnäpper heutzutage drohen, sind vielfältig. Da sind etwa der Verlust alten und größeren Baumbestands und der Rückgang der Insekten als Nahrung hier bei uns. Des weiteren breiten sich durch den Klimawandel in Afrika die Wüsten aus, so dass für ihn wie andere Zugvögel sich auch dort die Nahrungsgrundlage verringert und weitere und anstrengendere Flugwege notwendig sind.
Wenn der Trauerschnäpper Ende April bis Anfang Mai – möglicherweise nach strapaziöser Reise ausgehungert - aus dem südlichen Afrika bei uns eintrifft, hat er ein zusätzliches Problem: dann sind Nistkästen, die für den Höhlenbrüter geeignet wären, meist bereits besetzt, und zwar von Meisen, die in diesen Kästen schon ihre zweite Brut beginnen und ihre Nistplätze auch aggressiv verteidigen.

Dem möchte der NABU Westerstede entgegenwirken, indem er das Revierverhalten von Meisen nutzt: Diese lassen eine zweite Meisenbrut in der Nähe ihres eigenen Nistkastens nicht zu. Es werden darum jeweils Gruppen von drei solchen Meisenkästen – Kästen mit einem Fluglochdurchmesser von 32 mm, gefertigt aus dem besonders beständigen Material Holzbeton – auf 150 Quadratmetern angebracht. Somit hängen sie so nahe beieinander, dass der Trauerschnäpper eine Chance hat, einen der Kästen zu besetzen, während für andere Meisen der Revierabstand zu gering wäre.
Die Aktiven orientieren dabei sich an den hervorragenden Erfahrungen, die der NABU Wildeshausen-Dötlingen mit seiner „Trauerschnäppermeile“ gemacht hat.
So hofft auch die NABU-Gruppe Westerstede dem Trauerschnäpper gewissermaßen „unter die Flügel greifen“ zu können.

Noch ein schöner Nebeneffekt der Aktion: Sie ist ein willkommener Anlass für die Kindergruppe „Die jungen Turmfalken“, sich auch bei einem der Gruppentreffen mit Zugvögeln und besonders mit Trauerschnäppern eingehender zu beschäftigen.
 
Mehr zum Trauerschnäpper auch auf der NABU-Website (bitte dem Link folgen).

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