Dienstag, 20. Juni 2017, 04:07 Uhr
Gruppe der Fahrrad-Freunde

Schlachthof-Besuch: Kommen hiernach vegetarische Gelüste auf?

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In dem Apener Schinkenêum haben wir die Geschichte des Schinkens kennengelernt und auch ein Scheibchen kosten dürfen. Die Vorstufe eines Schinkens ist der Schlachthof, ein nicht gerade wohlklingender Begriff! Doch haben wir mit dem Unternehmen Goldschmaus Kontakt aufgenommen für eine Betriebs-Besichtigung.

Benthullen / Harbern II / Wardenburg Die Gruppe der Fahrrad-Freunde Benthullen-Harbern macht sich auf den Weg nach Garrel (14 km). Über die Anmeldung werden wir von Herrn Dr. Gerald Otto in Empfang genommen und er wird die Betriebs-Besichtigung für ca. vier Stunden führen. Einvernehmlich das volle Programm, was das auch immer heißen mag!?!

In einem Informationsraum wird uns die Unternehmens-Struktur und -Philosophie erläutert, insbesonders der hohe Qualitäts-Standard (QS- und IFS-Anforderungen). Kennzeichnend sind die fünf D-Buchstaben für in Deutschland geboren – gemästet – geschlachtet – zerlegt – verarbeitet!

Etwas verwirrt soll es jetzt in die Produktion gehen. Doch zuvor werden wir einheitlich eingekleidet: Schutzanzug, Haarnetz und Schuh-Überzüge – eine Prozedur, überwiegend nur mit gegenseitiger Hilfe möglich! Wir bewegen uns halbwegs wie Mumien zu einer Schleuse, hier werden die Schuhsohlen und Hände desinfiziert – ungeschickt einer nach dem anderen! Das alles hat eine Ewigkeit gedauert, doch dann betreten wir die „heiligen Räume“!

Wir werden zu der Würstchen-Produktion geführt. Die über den Cutter erzeugte Breimasse wird an einer weiteren Maschine durch Naturdärme gepresst, nach Länge abgebunden und über Einlegestangen platziert wagenweise in die Räucherkammern gefahren.

Weitere Linien sind zu beobachten mit unterschiedlichen Produkten, die verpackt, gewogen und etikettiert werden. Die gefüllten Kunststoff-Boxen bewegen sich über Förderbänder in Richtung Lagerturm, den wir mittlerweile auch erreicht haben. Hier werden wie von Geisterhand die gefüllten Mini-Container horizontal wie auch vertikal verschoben zwecks einer kurzen Reifephase. Dieses „Schach“-System wird durch eine Software gestützt, die allein Auskunft über den Stand und Inhalt geben kann.

Wir erreichen wieder den Ein-/Ausgang, dürfen uns von der Maskerade befreien und begeben uns über den Außenbereich in eine weitere Halle. Wieder neu eingekleidet werden wir zu der Schlachter- und Zerlegemeile geführt. Mit Ehrfurcht sehen wir uns die fließbandgesteuerte Schlachtung an von A wie Anstich bis Z wie Zerlegung! 6000 Schweine täglich – für uns unvorstellbar!

Irretiert verlassen wir diesen sensiblen Bereich und verzichten, auch aus Zeitgründen, auf die Besichtigung der Betäubungsanlage. Zurückgekehrt in das Informationszimmer werden wir zu einem Imbiss eingeladen: Kartoffelsalat mit Würstchen! Wir haben alle ordentlich zugelangt und es hat sich herausgestellt: Keiner hat sich zu einem Vegetarier-Neuling bekannt!

An Herrn Dr. Gerald Otto nochmals unseren herzlichen Dank für die sehr interessante Führung. Es ist eine Bereicherung für uns, Informationen über die Produkte des Unternehmens Goldschmaus mit den hohen Qualitäts-Standards der Tierverarbeitung bekommen zu haben. Wir werden weiterhin Grillabende verleben und der Bratwurst treubleiben.

Wir verabschieden uns und unser nächstes Ziel sind die Ahlhorner Fischteiche. Doch kaum Garrel verlassen, wird an einem Pavillon eine Pause eingelegt. Dazu gesellt sich eine Fahrrad-Gruppe aus dem Münsterland. Man kommt ins Gespräch. Wir als Shantys outen uns und werden animiert, doch eine Kostprobe zu bringen. Gesagt, getan! Das Lied „Annemarie“ kam gut an bei den Münsteranern!

Wir erreichen die Teichwirtschaft Ahlhorn. Gerade noch vor Ladenschluss können wir uns mit fischigen Einkäufen eindecken. Nach einer Kaffee- und Kuchen-Pause in einer angrenzenden Scheune besteigen wir wieder unsere Fahrräder. Nach weiteren zwei eingelegten Pausen an der Lethe erreichen wir unser häusliches Domizil. Diese Tages-Tour wird uns noch lange in Erinnerung bleiben mit der Gewissheit, sich bedenkenlos an den Fleisch-Theken zu bedienen.

PS: Übrigens sind wir ca. 50 km gefahren.

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