Mittwoch, 13. September 2017, 23:24 Uhr
Reformationstag

Dieser "Typ" hat die kirchliche Welt revolutioniert!

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Benthullen / Harbern II / Wardenburg Der 31. Oktober naht und es hätte kein besseres Thema sein können für die Wardenburger Pastorin zu dem bevorstehenden Reformations-Tag: 500 Jahre Martin Luther mit der 95-Thesen-Veröffentlichung und der Bibel-Übersetzung.

Martin Luther wächst in einer Zeit auf, wo die Priester und Mönche das Zölibat zelebrieren (keine Ehe, keine Kinder, kein Sex). Sie haben kein Respekt für das Familien-Leben und verunsichern das Volk durch zweifelhafte Predigten. Ängste treiben die Menschen aber in die Kirche und der Ablasshandel blühte, offiziell vom Bischof erlaubt und gedeckt!

Während seines Juristen-Studiums, von einem Gewitter überrascht, überfällt Luther eine Todesangst und ruft die Heilige Anna, die Mutter Marias, an: „Hilf du, heilige Anna, ich will ein Mönch werden!“ Es beginnt sein klösterlicher, beschwerlicher Lebensweg. Seine theologische Ausgangsfrage ist immer gewesen: „Wie kriege ich einen gnädigen Gott?“

1507 zum Priester geweiht im Augustiner Kloster in Erfurt, wird Martin Luther 1508 nach Wittenberg für ein Theologiestudium versetzt. In der kirchlichen Hierarchie aufgestiegen wird er nach Erfurt zurückbeordert. Doch nach ordensinternen Streitigkeiten siedelt Luther 1511 wieder nach Wittenberg um, wo er seinen Dr.-Tiitel erwirbt und später Professor wird. Martin Luther hält Vorlesungen ab und predigt erstmals öffentlich gegen die Ablass-Praxis mit dem Werbespruch: „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Feuer springt.“

Am 4. September 1517 stellt Luther zunächst 97 Thesen vor, um einen Disput über die scholastische Theologie unter seinen Mitdozenten anzuregen. Im Oktober verfasst er weitere 95 Thesen, die direkt auf den Ablass Bezug nehmen. Diese Thesen werden am 31. Oktober am Hauptportal der Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen. Sie finden großen öffentlichen Widerhall, der die Reformation auslöst. Für die breitere Bevölkerung verfasst Luther deshalb 1518 den in einfacher und verständlicher Weise abgefassten Sermon von dem Ablass und Gnade. Luther bedient sich hierin erstmals der Volkssprache und verließ damit die akademische Welt.

Marin Luther sucht Zuflucht auf der Wartburg und bleibt .bis zum 1. März 1522. Im Herbst 1521 übersetzt er das Neue Testament in nur elf Wochen ins Deutsche. Als Vorlage dient ihm ein Exemplar der griechischen Bibel zusammen mit dessen eigener lateinischen Übersetzung. Damit machte Luther biblische Inhalte dem einfachen Volk zugänglich. Er verbreitet die Botschaft selbst Lesen und Schreiben zu lernen, denn die Mehrheit der Bevölkerung sind Analphabeten. Zugleich wird eine Amtssprache eingeführt. Eine Erneuerungsbewegung von weltgeschichtlicher Bedeutung setzt sich in Gang. Als Martin Luther die Reformation beginnt, stellt er das Familienleben als das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens dar. Die Lehre aus dieser Bibel beeinflusst die Kultur der westlichen Welt.

Regional: Oldenburg hat zu dieser Zeit 2500 Einwohner und sind ausnahmslos katholisch. Später ist Oldenburg evangelisch geworden und die Katholiken müssen in der ländlichen Umgebung eine neue Bleibe suchen, z. B. Cloppenburg. Martin Luther will nur eine Kirche, aber es fliest Blut und die Katholiken wehren sich.

Es ist ein interessanter Vortrag gewesen. Herzlichen Dank nochmals an Imke Gießing, Pastorin in Wardenburg.

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