Mittwoch, 06. März 2019, 17:44 Uhr
Averdam / Kirchenbücher / Familiengeschichte

Katholische Kirchenbücher des Oldenburger Lands jetzt online

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Neues zu Dr. Bernhard Averdam (1812-1892)

Westerstede / Bakum / Vechta Seit dem 19. Februar 2019 sind die katholischen Kirchenbücher des Oldenburger Lands auf der Internetseite Matricula Online einsehbar. Darüber berichtete auch die NWZ in der Ausgabe vom 22.2. Sowohl für Familienkundler als auch für sonstige Geschichtsforscher kann das eine interessante Informationsquelle sein.
Auf der Matricula-Website findet man Scans der originalen Kirchenbücher. So ist man nicht von Abschriften Dritter abhängig, sondern man kann wirklich selbst die historischen Eintragungen in Augenschein nehmen. Es handelt sich also eigentlich um keine Datenbank, und es gibt darum auch keine Suchfunktion, bei der man einfach z.B. einen Namen eingibt, nach dem dann automatisch gesucht wird. Man muss also alle Seiten durchblättern, wenn man nicht schon vorher eine Ahnung hat, in welchen Jahrgängen man etwas finden könnte, was aber ja häufig der Fall ist. Die alten Kirchenbücher haben allerdings manchmal auch eigene alphabetische Namensregister, ebenfalls handschriftlich. Diese sind auch einsehbar und können eine Orientierungshilfe sein.
Das Lesen der jeweiligen Handschrift stellt zum Teil auch eine Herausforderung dar, je nach dem wie leserlich sie ist und welche Schrift überhaupt benutzt wird – altdeutsche Schrift oder eher unsere moderne Schreibschrift oder Druckschrift. Verschiedene Schriftarten werden durchaus auch einmal bunt durcheinander benutzt.
Gelegentlich ist die Kenntnis lateinischer Vokabeln von Vorteil. So bedeutet „obiit“ z.B „er/sie verstarb“. Und „Abiit in Americam" ist zu übersetzen mit „er/sie ging weg nach Amerika“.
Für die Kirchenbücher gibt aus Datenschutzgründen Schutzfristen von 100 bis 120 Jahren je nach dem ob es sich um Tauf-, Erstkommunion,- Firm, Heirats- oder Sterbebücher handelt. Diese werden selbstverständlich eingehalten. Folglich befinden sich die Eintragungen neueren Datums noch nicht auf der Matricula-Seite.

Auch für die Lokalgeschichte können die Bücher hilfreich sein. Vor einer Weile habe ich an dieser Stelle über der Arzt Dr. Bernhard Averdam, berichtet, der im 19. Jahrhundert in Westerstede lebte. Er ist auch heutzutage im Ort besonders durch sein Wohnhaus, das Haus mit dem goldenen Löwen über der Tür in der Wilhelm-Geiler-Straße, noch ein wenig bekannt. Gebürtig stammt er aus dem Kirchspiel Bakum bei Vechta.
In den Quellen bzw. der Literatur kursieren insgesamt vier verschiedener Geburtsdaten für ihn. Im Taufbuch von Bakum kann man nun lesen, dass er am 15. Januar 1812 geboren wurde - und zwar abends um 10 Uhr – und dass er am 17 des Monats getauft wurde. In einer von Nachfahren verfassten unveröffentlichten Abhandlung über die Familiengeschichte der Averdams - ein Exemplar befindet sich im Stadtarchiv Westerstede - ist dieses Geburtsdatum ebenfalls verzeichnet. Möglicherweise hat man ebenfalls das Kirchenbuch zu Rate gezogen.
Nach dem Taufbuch lautete Averdams vollständiger Taufname Johann Bernard Heinrich. Seine Eltern waren Heinrich Averdamm und Marie Elisabeth Mönnig, Kötter zu Schledehausen. Als einer der Taufpaten fungierte ein Johann Bernard Mönnig, Pfarrer zu Essen, wohl ein Verwandter. Der Täufling wurde also nach seinem Vater und nach dem Patenonkel benannt.
Unterschiedliche Schreibweisen von Namen sind übrigens nicht ungewöhnlich - so etwa Averdam mit einem oder zwei m.

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