Montag, 03. September 2018, 18:44 Uhr
Meine Heimat und die Geschichte

Heimatkunde der Ocholter Herrenrunde

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Artikel von

Hans-Gerd Harms und Friedr. Wilh. Henning erteilten Dorfkunde

Ocholt
Für den 3. September 2018 hatten sich die Organisatoren der Herrenrunde eine
geschichtliche  Angelegenheit ausgedacht.  Es sollte eine kurze geschichtliche
Exkursion mit dem Fahrrad  rund um Ocholt stattfinden..  Pünktlich um 14 Uhr war  mit einer großen Herrenrunde Start am Bahnhof Ocholt.  Zunächst eine kurz   Einweisung vom Standort aus. Hans-Gerd Harms und Friedrich Wilhelm Henning wechselten sich in der geschichtlichen Berichterstattung ab. Es wurde über das alte Ocholt gesprochen.

Dort wo der heutige Dorfplatz ist, war früher  alles Weideland, später Bunges Weide und dann jetzt der Dorfplatz.  In Richtung  Dorfplatz ( vom Bahnhof aus gesehen) stand dort, wo das jetzige Toilettenhaus steht, ein ganz altes Strohdachhaus Dort wohnte früher, noch vor meiner Zeit, ein Schmitt-Bunge. Er hatte mehrere Beschäftigungen, hauptsächlich ging er aber mit seinem Göpel  zu  den Bauern um Korn abzudreschen. Er war einer der wenigen Pferdebesitzer und holte Torf aus dem Moor um es zum Bahnhof zu bringen. Schmitt –Bunge hatte auch eine Schmiede, diese wurde später übernommen von dem Schmied Grimm, der aus Torsholt stammte. Der Betrieb von Grimm steht heute noch südlich der Bahn. Johann Grimm und Gerold Grimm haben die Schmiede immer weiter ausgebaut. Heute wird der Betrieb von Udo Grimm geführt. Während unserer Schulzeit war an der Schmiede immer viel zu erleben .  Pferde wurden beschlagen, oder es wurden Ackerwagenreifen auf hölzerne Räder aufgebracht usw. usw.

Dort wo heute das Schuhhaus Stamer ( jetzt befindet sich dort ein  Kaffee und Grillgeschäft) steht,  dort stand früher ein Heuerhaus von Hausmann Lüers. Es war bewohnt von den Vorfahren von Schooster Fied ( Fritz Bruns) Vorher hatte dort nach den Büchern zu urteilen  noch ein  Viehtreiber Gertjejanßen gewohnt.

Gegenüber von unserem Standort ( Bahnhof Ocholt)  stand früher das Haus von Hobbie. Dieses Haus beherbergte  einen Kolonialwarenladen und eine Gastwirtschaft. Später kam noch ein Textilgeschäft dazu.  Die Gaststätte Hobbie wurde  noch lange betrieben und war früher der Versammlungsort im Dorf Ocholt. Auch große Bälle haben hier stattgefunden, Der Saal wurde im Herbst zu einem Theatersaal umfunktioniert, denn der Heimatverein bzw. die Spielgruppe vom Verein hatte hier ihre Aufführungen. Der letzte Inhaber war Friedrich Hobbie,

Schräg gegenüber von Hobbie war der Ocholer Hof. Er wurde zunächst von Friedrich Metjengerdes bewirtschaftet. Das große Metjengerdes-Haus habe ich noch gut gekannt. Es stand dort, wo heute die Sparkasse steht. Ein stattliches Haus mit einem Stall und Schuppen. Dort wohnten damals Helmut und  sein Bruder. danach Fritz Eilers mit seiner Familie, bis er in die Schlesier Straße zog. Auch der Elektriker Eltjo Rüther  hatte dort seine Werkstatt. Im und nach dem Krieg wohnte dort auch die Gemeindeschwester –Schwester Käthe - . Sie zog später in die Buchenstraße.

1869 wurde die Bahn von Oldenburg nach Leer gebaut. Von dieser Zeit an änderte sich im Ort Ocholt allerhand. Viele Handwerker haben sich damals hier angesiedelt.  Es wurde gebaut, denn die Bediensteten der Bahn brauchten

Wohnungen.

Nach dieser kurzen Einführung der älteren  Geschichte der Ortschaft Ocholt ging es dann weiter bis zum Hof von  Büsing.  Vorbei ging es an der alten Bäckerei von Stumper – heute ist hier ein Pizzabetrieb.

Früher gehörten die Ländereien dem Köter Fritz Manje. Das Gelände ging von der Bahn bis hin zu Oeltjengerdes. Auf dem Gelände, wie bereits gesagt, entstanden nach und nach eine Bäckerei, eine Schlachterei und das jetzt von den Enkeln bzw. Urenkeln bewohnte Haus von Weert Smidt. Der Gründer der ersten Bäckerei war ein Hermann Bölts, später von Stumper übernommen.

Das rote Ziegelhaus gleich neben der Bäckerei gehörte damals einem Fritz Logemann. Er richtete hier in einem Nebengebäude eine Schlachterei ein. Später wurde das Haus von Hohenstein übernommen und heute gehört es Erich Petershagen. Dkieser Fritz Logemann hatte damals viele Häuser. Er baute damals auch das Haus von Schlachterei Busse, später Schendel. Heute ist dort ein Büro eingerichtet,

Jetzt aber zu Oeltjengerdes. Es war früher eine Köterei hier an dem Weg nach Godensholt. Früher auch Kröger Oetje genannt. Es ist eine ganz alte Köterei. Der Name wurde in all den Jahren nicht gewechselt, denn es waren immer männliche Nachkommen da. In dem Haus war eine kleine Wirtschaft eingerichtet. Am offenen Herdfeuer wurde früher  heißes Bier getrunken. So wurde mir erzählt, denn ich selber kannte es nicht mehr so. So entstand, wie bereits geschildert der Name Kröger Öetjen. Ich selber bin in meiner  Schulzeit viel bei Oeltjengerdes aus- und eingegangen, denn die Tochter Ingrid war in meinem Alter.  Fritz und Martha Oeltjengerdes  waren sehr nette und hilfsbereite Menschen. Übrigens: Fritz Oeltjengerdes hat damals Eichenholz für den Heimatverein gestiftet. Auch hat er  damals in der Spielgruppe mitgespielt. Heute wird das Anwesen von Heinz Büsing bewirtschaftet.

Die nächste Köterei war die von Wever Janssen. Da es sehr viele Janssen gab, wurde dieser Name eingefügt. Er sagte etwas über die Tätigkeit bzw. über den Beruf aus. Die Familie Janssen kam aus Lindern, wohnte erst in einem Heuerhaus im Burnhörn und erwarb dann die Köterei, die vorher einem Viertelköter aus Torsholt gehörte. Über beide Kötereien – Oeltjengerdes und Wever Janssen – gibt es leider keine amtlichen Urkunden mehr.

Den ganz alten Hof von Wever. Janssen habe ich nicht mehr gekannt, aber den alten Bauernhof von Wever- Janssen schon. Georg und Hanne Wever- janssen, wer kannte die damals nicht. Es war ein schönes und sehr gepflegtes Anwesen. In der Herbstzeit haben wir dort oft in der Kartoffelernte geholfen. Dort gab es immer sehr gutes Vesperbrot, und abends auf dem Hof gab es dann noch dicken Reis mit Rosinen. Das war für uns einfach etwas besonderes, so daß man dieses niemals vergessen kann.

Der Hof wurde nach der Zeit von Georg Wever-Janssen an Günter Beeken, dem Schwiegersohn, übergeben. Er führte diesen Hof  zunächst so weiter, baute ihn aber nach und nach aus.  Heue wird das Anwesen von Peter Beeken und seiner Familie bewirtschaftet.

 

An der Ecke  der Godensholter Straße – Aper Straße war früher das Umspannwerk. Es wurde später verkauft. Hier hatte Tante  Netti das Sagen. (Netti Lubinus) An diesem Umspannwerk kamen die Leitungen zusammen – Hochspannungsleitungen -. Hier wurde auch der Strom für den Ort Ocholt abgeweigt. Die Freileitungen kamen früher über Apermarsch hier an.  Der Strom wurde vom Kraftwertk Wiesmoor angeliefert. Der Mastenweg, heute noch viedlen bekannt, ging von Apen über Ocholt nach Bad Zwischenahn. Die heutige Zwischenahner Straße wurde erst später so genannt, früher war hier alles Sandweg. Ich selber kann mich noch genau an das alte Umspannwerk erinnern. Mit meiner Oma war ich oft bei Tante Nette zu besuch. Wenn Gewitter war, dann funkte es im ganzen Haus. Es war dann richtig unheimlich. Die Überspannungs-schalter flogen raus und dann musste Tante Netti tätig werden.  

Ja, so war die damalige Zeit. Viele von uns haben sie ja noch erlebt. Es war
Eine Zeit mit vielen Entbehrungen, aber trotzdem auch eine schöne ruhige Zeit.

Nach diesen vielseitigen Ausführungen wurde es Zeit den Dörps-Kroog anzusteuern. Dort wurde noch lange bei Kaffee du Kuchen und bei geistigen Getränken über die Geschichte von Ocholt diskutiert .  Auch eigene Erlebnisse wurden geschildert.

Wir werden sicherlich im Jahr 2019 wieder einen  Ausflug dieser Art starten.

Am 1. Oktober 2018 werden wir allerdings erst einmal  den Betrieb Lager 3000 in Wiefelstede besuchen. Für diese Tour wollen wir Fahrgemeinschafgen bilden.

Abfahrt ist um 13:15 Uhr am Bahnhof Ocholt. Anmeldungen sind hier zwingend erforderlich – Tel.: 04409-412 oder 04409-1031.
Für die Fahrt nach Bremen – EADS – sind noch fünf Plätze frei. Wer noch mitfahren möchte, der sollte sich schnellstens entscheiden.

 



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