Freitag, 24. Januar 2014, 13:32 Uhr
Westerstede / Fröbelstraße / Alte Schweinemästerei

Zu den Anfängen der Fröbelstraße – Teil 1

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Gartenland, Kinderspiele und eine Reeperbahn

Westerstede Im vergangenen Jahr feierte die Westersteder Fröbelstraße mit einem Straßenfest offiziell ihr 50. Jubiläum. Einige Zeit vor Entstehung dieser Straße, im Jahr 1958, zog die Familie meines Vaters in die Norderstraße, und zwar in eine der Wohnungen der sogenannten Alten Schweinemästerei - also gegenüber der heutigen Fröbelstraße. So wurde man Zeuge, wie es dort vorher aussah, und man erlebte, wie sich dort eine Wohnstraße entwickelte.

Das Gebiet war vor allem im Besitz der Familie Haschenburger und von Anna Peters geb. Ziese. Letztere war auch Eigentümerin der Alten Schweinemästerei. Deren Bewohner bewirtschafteten auf dem späteren Fröbelstraßen-Areal Gartenland. Da es in der Norderstraße noch keine Kanalisation gab, fuhren sie die Jauche auf die Äcker. Man hielt dort auch Hühner, Schweine und Kaninchen. Einige Äcker lagen in den letzten Jahren vor dem Straßenbau mittlerweile brach. So konnte man auf solchen Flächen z.B. Futter für die Kaninchen mähen. Auf den ungenutzten Flächen wuchsen z.T. verwilderte Erdbeeren, die gerne von Anwohnern geerntet wurden.

Begrenzt wurde das Areal nordwestlich von der Kleinen Norderbäke und südwestlich von einem Waldstück. Das besteht heute noch und befindet sich nun hinter den Wohnblocks Fröbelstraße Nr. 11/11a und 9/9a. Es ist vermutlich mitverantwortlich für die relativ vielfältige Tier- und Vogelwelt im angrenzenden Viertel.

Direkt des nordwestlich des Hauses Norderstraße 8 (eines der in den 1920ern erbauten ehemaligen „Finanzamthäuser“) ging damals ein Sandweg geradewegs vor das besagte Wäldchen. Dort stand der Geräteschuppen des Seilers Schierloh, und an dieser Stelle begann eine sogenannte Reeperbahn, eine Anlage zur Herstellung von Seilen. Sie erstreckte sich etwa 100 m lang bis zum Ufer der Bäke. Mit Fug und Recht könnte die Fröbelstraße auch „An der Reeperbahn“ heißen. Eine Vorgängeranlage soll einst noch viel länger gewesen sein und hatte angeblich zumindest zeitweise von der Rückseite des Hauses Schierloh in der Langen Straße - dort steht jetzt das „Brillenhaus Bruns“ - bis zur Kleinen Norderbäke gereicht. So konnte man Seile von erstaunlicher Länge herstellen.

Das spätere Fröbelstraßen-Gebiet war auch ein Spielplatz für die Kinder der Umgebung. Auf den Wiesen spielten sie Fußball, und die angrenzende Bäke konnte man befahren, was, wenn z.B eine alte Blechbadewanne als Boot diente, auch mit einem Schiffbruch enden konnte.

Auf Höhe der heutigen hinteren Wohnblocks waren zwei Drahtseile über die Norderbäke gespannt, mittels derer man den Wasserlauf überqueren konnte.Eine Brücke gab es zunächst in diesem Abschnitt noch nicht. Als auf der anderen Seite auf dem Halstruper Esch das Wohngebiet entstand, baute man etwas flußaufwärts einen Steg, den man später an selber Stelle durch eine Holzbrücke und dann durch die jetzige Straßenbrücke der Norderstraße ersetzte. Letzteres geschah im Zuge der Begradigung und nordwestlichen Verlegung der Bäke.

(Fortsetzung folgt)

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