Montag, 16. Dezember 2019, 14:53 Uhr
Tierschutzverein Ammerland e.V. / Jahresrückblick

Der Tierschutzverein Ammerland e.V. sagt DANKE!

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Rückblick zum Jahreswechsel 2019-2020

Westerstede / Bad Zwischenahn / Apen


Die Tiere sind unsere Brüder und Schwestern, die großen wie die kleinen. Erst in dieser Erkenntnis gelangen wir zum wahren Menschentum.
( Albert Schweitzer )


Das Jahr 2019 geht zu Ende und ein neues Jahrzehnt beginnt, auf das wir voller Erwartungen, Hoffnung, aber auch mit großen Befürchtungen blicken.

Die Welt ist in Aufruhr, brutale Kriege, Naturkatastrophen, Hunger, Armut und Profitgier bringen vielerorts großes Leid über Menschen und Tiere.

Auch für Tierfreunde hatte das vergangene Jahr wieder zahlreiche erschütternde Nachrichten bereit. Man hat den Eindruck, dass bei vielen Menschen die Hemmschwelle, Tieren Leid zuzufügen, immer weiter sinkt.

Doch auch Hoffnung zeigt sich: Immer mehr Menschen wehren sich gegen diese Zeichen der Zeit und zeigen öffentlich ihren Unmut. Sie demonstrieren, beteiligen sich an Petitionen, arbeiten aktiv im Umwelt-und Tierschutz oder unterstützen solche Projekte durch Spenden. Und – was ganz wichtig ist – verändern ihre eigene Lebensweise, um Umwelt und Tieren nicht mehr zu schaden.

Denn jeder Einzelne kann in seinem Umfeld etwas bewirken!

So kümmert sich der Tierschutzverein Ammerland e.V. um notleidende Tiere im Ammerland in vielfältiger Weise. Die ehrenamtlichen Helfer/innen hatten auch 2019 viel Arbeit und der Verein kann eine sehr positive Jahresbilanz aufweisen. (Zahlen bis einschl. 15.12.2019)

  •  87 Fundtiere, davon 79 Katzen, 6 Kaninchen und 2 Vögel, wurden in Pflegestellen aufgenommen und, sofern keine Besitzer gefunden wurden, in ein neues Zuhause vermittelt. Leider konnte nur bei 2 Katzen die Besitzer ermittelt werden.
  • Unter den Fundkatzen waren auch trächtige Katzen, die ihre Babys in den Pflegestellen zur Welt brachten, sowie viele Katzenkinder ohne Mutter, die von den Pflegemüttern liebevoll großgezogen wurden. Auch wenige Tage alte Katzenbabys wurden aufgenommen und mussten mit der Flasche aufgezogen werden, was über Wochen einen 24 stündigen Einsatz der Pflegemütter erforderlich machte. ?
  • Leider haben es wieder nicht alle Katzenkinder geschafft und auch bei den erwachsenen Katzen waren einige so krank, dass ihnen nicht mehr geholfen werden konnte und sie erlöst werden mussten. Sowohl die Behandlung der Kranken als auch die Entscheidung, sie gehen zu lassen, war jedes Mal eine große Belastung für die Pflegemütter.?
  • 26 Katzen wurden aus Notsituationen aufgenommen, weil ihre Besitzer sie aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr behalten konnten. ?
  • 122 wild lebende, scheue Katzen konnten mit Lebendfallen eingefangen und kastriert werden. Sie durften vor Ort bleiben, wo sie gefüttert werden. So konnte wieder sehr viel Katzennachwuchs verhindert werden. ?
  • 39 Tierhalter erhielten einen Zuschuss zu hohen Tierarztkosten, weil sie nicht in der Lage waren, die Kosten allein zu tragen. Ohne diese Hilfe hätten die Tiere nicht behandelt werden können, sie hätten entweder große Schmerzen erleiden oder sogar eingeschläfert werden müssen, manche wären wegen fehlender ärztlichen Behandlung qualvoll gestorben. ?
  • 41 Katzenbesitzer mit geringem Einkommen (Grundsicherung) erhielten einen Zuschuss zur Kastration ihrer Katze bezahlt, damit sie in der Lage waren, der Kastrationspflicht nachzukommen. ?
  • Bei Privatvermittlungen von Hunden und Katzen waren wir erfolgreich behilflich, in dem wir die Tiere auf unserer Homepage vorgestellt haben. Auch anderen Tierschutzpflegestellen aus der Region helfen wir so bei der Vermittlung. ?
  • Vielen ratsuchenden Tierhaltern oder Tierfreunden konnte geholfen werden, Verstöße gegen das Tierschutzgesetz (nicht artgerechte Tierhaltung oder Tierquälerei) wurden dem Veterinäramt gemeldet – dies betraf sowohl Haustiere als auch Nutztiere. An dieser Stelle geht ein herzlicher Dank an die Mitarbeiter/innen des Veterinäramts in Westerstede für die gute Zusammenarbeit.

Leider reichen unsere Aufnahmekapazitäten für Fund- und Abgabekatzen bei weitem nicht aus. Deshalb suchen wir zusätzliche Pflegestellen. Wer also Interesse hat, Pflegekatzen aufzunehmen und bis zur Vermittlung zu versorgen, kann sich jederzeit mit uns in Verbindung setzen. Auch sind wir in allen Ammerland Kommunen immer auf der Suche nach ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen, die uns z.B. beim Einfangen von Streunerkatzen, Fahrten zum Tierarzt oder zum Tierheim Oldenburg unterstützen können.


Die fehlenden Pflegestellen haben zur Folge, dass wir ganz viele Fundkatzen nicht aufnehmen können. In diesen Fällen werden die Tiere im Tierheim Oldenburg aufgenommen. Das haben die Ammerland Kommunen vertraglich geregelt. Aufgrund der großen Anzahl Fundkatzen in diesem Jahr, vor allem Katzenkinder ab der 2. Jahreshälfte, musste der überwiegende Anteil ins Tierheim Oldenburg gebracht werden.

An dieser Stelle bedanken wir uns beim gesamten Tierheim-Team für die gute und unkomplizierte Zusammenarbeit recht herzlich.

Ein Problem, das in diesem Zusammenhang leider nicht geregelt ist, ist der Transport ins Tierheim. Oft können die Katzen von den Findern weder eingefangen noch transportiert werden. Wenn dies dann auch noch am Wochenende stattfinden muss, was sehr oft vorkommt, ist bei der Kommune niemand erreichbar und für das Einfangen ist sowieso
niemand zuständig. Damit den Katzen aber geholfen werden kann, oft sind sie ausgehungert, krank und verängstigt, übernehmen wir diese Arbeit, fangen die Katzen ein und bringen sie ins Tierheim. Und dies ohne Vergütung, denn die Kommunen rechnen anschließend nur mit dem Tierheim ab.

Ein weiteres Problem, mit dem wir immer häufiger konfrontiert werden, ist die fehlende Kapazität, um Katzen und – vor allem - Hunde aufzunehmen, die aus einer Notlage heraus von den Besitzern abgegeben werden müssen. Diese Kapazitäten fehlen meist auch im Tierheim und so fühlen sich viele Tierhalter berechtigterweise mit ihrem Problem alleingelassen. Und die Leidtragenden sind auch hier wieder die Tiere! Hundebesitzer sind davon besonders betroffen und jeder, der sich einen Hund anschafft, sollte sich darüber im Klaren sein.

Trotz aller Schwierigkeiten können wir auf das Geleistete stolz sein. Um unsere umfangreiche Arbeit leisten zu können, sind viel ehrenamtlicher Einsatz und ausreichend finanzielle Mittel erforderlich. Um diese Mittel aufzustocken, organisieren wir auch einige Veranstaltungen, die bisher noch nicht erwähnt wurden, wie Flohmärkte mit Bewirtung und Messebeteiligung bei „Mein Tier“. Hier müssen im Vorfeld Flohmarktsachen und Tombola-Gewinne gesammelt und Kuchen gebacken werden. Viel Arbeit ist dann auch beim Auf-und Abbau sowie während der Veranstaltung zu leisten.

Den Jahreswechsel möchte der Vereinsvorstand zum Anlass nehmen, sich bei allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern ganz herzlich zu bedanken, insbesondere für den zeitaufwendigen Einsatz beim Einfangen und Transportieren von Streunerkatzen und für die unermüdliche Fürsorge und Arbeit der Pflegestellen. Ebenso gilt der Dank allen tierlieben Menschen, die dem Verein Geld- oder Sachspenden zukommen ließen, sowie den Mitgliedern für ihre Beiträge. Ohne diese Unterstützung wäre die Arbeit nicht möglich. Ein weiterer Dank gilt den Gemeinden und den Tierärzten im Ammerland für ihre kooperative Zusammenarbeit.

Alles Große in der Welt geschieht nur, weil jemand mehr tut, als er muss.
                                                                                           (Hermann Gmeiner)


Der Tierschutzverein Ammerland e.V. wünscht allen Tierfreunden und ihren vierbeinigen Gefährten ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest und alles Gute für das Neue Jahr 2020

Zum Schluss noch eine Bitte aus Rücksicht auf alle Tiere: Verzichten Sie auf die Silvesterknallerei, die viele Wild- und Haustiere in Todesangst versetzt, unter der sie tagelang leiden.

Weitere Informationen unter: www.tierschutzverein-ammerland.de

Wir bedanken uns auch für Spenden auf das Konto IBAN-Nr. DE88 2802 0050 7805 6744 00 bei der OLB. Bitte geben Sie Ihre vollständige Anschrift an, falls Sie eine Zuwendungsbescheinigung möchten.


Du bist ein Leben lang verantwortlich für das, was du dir vertraut gemacht hast.
                                                                                     (Antoine de Saint-Exupéry)

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