Donnerstag, 19. November 2020, 08:38 Uhr
Zerstörungswut

Der große alte und wunderschöne Bahnhof in Ocholt wurde zerstört.

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Am Bahnhof Ocholt wird es bald anders - S-Bahnverbindung?

Ocholt
Immer wieder wird an den Bahnhof in Ocholt erinnert. Es war ja auch ein schöner
Bahnhof aus alten Zeiten. Ein Bauwerk von ganz besonderer Art. Mitten im Ort,
gegenüber der Gastwirtschaft von Hobbie stand er wie ein Bollwerk. Das Ortsbild
hat sich total verändert. Der Bahnhof ist weg, aber auch das alte Anwesen von Hobbie ist nicht mehr da. Beide großen Gebäude stellten den Ortsmittelpunkt da.

Auch der letzte Widerstand der Bevölkerung blieb ohne Erfolg.  1979 begann der Abbruch des alten ( über 70 Jahre alten Bahnhofs) Gebäudes.  Das Bauwerk wurde
abgerissen. Bagger und andere Maschinen waren angerückt und schon ging es los.

Damals wurde in der Presse folgendes geschrieben:  Die Zeit, in der Ocholt diesen wenig erfreulichen Anblick im Ortszentrum bietet, wird jedoch nicht lange dauern. Die Bundesbahn ersetzt den „ Oldtimer“ durch einen modernen Zweckbau, so die Zeitung damals. Die Fahrkartenausgabe wurde in ein eigens errichtetes Blockhaus nahe der Schienen verlegt.

Bei den Abbrucharbeiten konnten sich die Bauern alte Steine, Holz usw. abholen.
Die alten Möbel aus den Warteräumen und der Bahnhofswirtschaft wurden verkauft oder auch verschenkt. Teile davon und auch Teile der Vertäfelung findet
man in einer Jagdhütte, im Holtkamp gelegen, wieder. Ja, so sind damals die
Verantwortlichen dieser Abbruchmaßnahme mit den schönen Stücken umgegangen. Ein alter Ocholter, er war ein  hoher Bahnbeamter, war  maßgeblich für die Beseitigung des Bahnhofs mit verantwortlich. Eigentlich schade, aber wenn man noch eine Beförderung bekommt, was tut man dann nicht alles!

Heute wäre der Bahnhof nicht mehr der Abrissbirne zum Opfer gefallen, aber damals gab es nicht genug Fürsprecher für den Erhalt.

Ja nun aber zum Nachfolger des Bahnhofs. Es ist ein kleiner flacher Bau, der nicht viel hergibt. In diesem Zweckbau ist der Fahrdienstleiter untergebracht. Auch ist hier eine Wartehalle. Fahrkarten werden hier nicht mehr verkauft, Personal muss gespart werden. Dieser Zweckbau hat bislang nicht viel „Gutes“ gebracht. Es gab zwischen Bundesbahn und Stadtverwaltung  immer wieder Zwistigkeiten. So wurde der kleine Bau für einen obligatorischen Betrag an einen Bahnhofsverein verkauft. Dieser Verein hat allerdings nicht viel Zuneigung bei der Ocholter  Bevölkerung, denn er hat den Warteraum unter Verschluss gebracht. Fahrgäste können sich so nicht vor Abfahrt der Züge, falls erforderlich,  hier noch unterstellen.  Dieses wird sich aber wohl im Zuge der Umbaumaßnahmen im Jahre 2024 spätestens ändern. Der Bahnhof Ocholt soll ab 2024 barrierefrei umgestaltet werden. Erste Gespräche mit den Planern sollen bereits laufen. Dann wird es auch
für Behinderte oder für Mütter mit Kinderwagen oder auch für Fahrradfahrer leichter sein die Züge zu erreichen. Es werden am Bahnhof Aufzüge am Tunnel gebaut. Die Bahnsteige werden höher gelegt, so daß dann ab Bahnhof Westerstede-Ocholt alle Menschen auch ohne Schwierigkeiten ein- und aussteigen können. Im Jahr darauf , somit 2025, werden seitens der Bahn noch weitere Veränderungen im Bahnbereich vorgenommen, Hoffen wir, daß dann auch evtl. wieder Fahrkarten hier in Ocholt verkauft werden können.

Auf dem gemeindeeigenen Gelände werden von der Stadt Westerstede noch Fahrradabstellmöglichkeiten, Bussteige und Pendlerparkplätze geschaffen.

Wünschenswert wäre natürlich noch die Verlängerung der S-Bahn bis nach Ocholt. Platz genug von den Schienen her  wäre gegeben, denn das jetzige Barßeler Gleis ist ja noch da. Die beiden Hauptfahrschienen würden nicht gestört. Dieses alles kann man aber nur erreichen, wenn man die Buslinien von Westerstede-ZOB nach Ocholt  ZOB (ÖPNV) einrichtet. Dieses gilt auch für die Buslinien von Barßel aus.

Hoffen wir, daß dann von Ocholt wieder mehr Fahrgäste mit der Bahn fahren.

Dieses kann erreicht werden, wenn alle an einen Strang ziehen und keine Querdenker sich einschalten.

Warten wir die Situation in Ruhe ab, wählen wir bei der nächsten Wahl die richtigen Kandidaten, dann kann alles klappen.

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