Donnerstag, 27. August 2015, 16:30 Uhr
Küstenkanal / Hubbrücke / Neubau Cäilienbrücke

Eine fast 100 Jahre alte, noch rüstige Dame - die Cäcilienbrücke

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Ein Neubau ist für die nähere Zukunft anvisiert

Oldenburg / Edewecht / Brake Ein Jahrhunderte alter Weg verband Bremen und das Westfälische mit Oldeburg. Ein Hindernis für Reisende, Kaufleute wie Söldner war die alte Hunte. Über die ersten Brückenbauten gibt es keine Aufzeichnungen. Mitte des 18.Jahrhunderts wird eine Holzbrücke erwähnt; schon 1832 übergab Großherzog Paul Friedrich August die nach seiner Fau Cäcilie benannte massive neue Brücke dem Verkehr.
Nach dem ersten Weltkrieg sollte der Kanal für 600- Tonnen - Kähne ausgebaut werden. Eine neue Hubbrücke diente dem Zweck: Flankiert durch vier Klinkertürme überquerte eine 240 to schwere Fahrbahn die Wasserstraße. Wie konnte mit den damaligen technische Mitteln eine so große Masse gehoben und gesenkt werden? Das Prinzip einer Balkenwaage gab die Lösung: In den vier Türmen sorgt je ein 60-Tonnen Gegengewicht für Ausgleich. Ein Motor in der Mitte der Brücke mit der Leistung eines VW- Käfers (30 PS) kann das Heben und Senken bewerkstelligen.
Der gesamte Zyklus dauert drei bis Minuten, zu schnell um der Aussage säumiger Schüler beim Zuspätkommen "Die Brücke war ja gehoben" Glauwürdigkeit  zu geben. Außerdem kann bei gehobener Brücke über Treppen und Seitensteg der Kanal überquert weren.
20 bis 30 Binnenschiffe, auch Zillen genannt, und Sportboote fahren täglich unter der  rund 40 Meter langen, bei Niedrigwasser auf ungefähr 4 Meter gehobenen Brücke hindurch.  Die nahe Eisenbahn-Klappbrücke sorgt für Stoßverkehr.
Der Brückenwärter ist zwischendurch ansprechbar. Auch eine Mitfahrt beim Heben kann gegebenfalls erlaubt werden, wie Mitglieder der historischen Erkundungsgruppe "Historie" jüngst erlebten. Ein Erlebis sind dann die zwei Schwärme von Radfahrern, die nach Öffnen der Schranken aufeinander  zu fahren.
Im 2. Weltkrieg wurde die Brücke so schwer beschädigt, dass sie erst 1948 wieder funktionsfähig war.
Jetzt wird für die nähere Zukunft ein Neubau erwogen. Die Oldenburger hoffen auf ausgereifte neue Technik im vertrauten 4--Türme- Klinker Aussehen.
Zu den Festtagen erhalten die Brückenwärter bzw die eine Wärterin eine kleine Gabe  und Tageszeitungen mit besten Wünschen durch die ev. Binnenschiffermission Oldenburg.

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