Mittwoch, 21. September 2022, 12:05 Uhr
Kramermarkt / Innenstadt

Kramermarkt in Varel - er könnte wirklich schön sein

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ein wohlwollend-kritischer Rückblick, ein paar Ideen und ein Plädoyer für den Standort Innenstadt

Varel / Jaderberg / Bockhorn Nach zwei Jahren Coronapause endlich wieder Kramermarkt - da können ansonsten eingespielte Abläufe schon mal einrosten. Oder wie sonst ist es zu erklären, dass das Festzelt nicht aufgebaut werden konnte und für die darin vorgesehenen Veranstaltungen eilig eine Ausweich-Location gebucht werden musste?

Dass die mit dem Aufbau beauftrage Firma die notwendigen Unterlagen bezüglich der Standfestigkeit des Zeltes nicht beibringen konnte, klingt nach Fremdverschulden. Das ist eben die Verantwortung des Zeltbetreibers und nicht der Stadt. Aber es klingt eben nur so. Ein paar Fragen an die Verwaltung stellen sich schon:

- Muss der Zeitplan so auf Kante genäht sein, dass ein bürokratisches Problem nicht doch noch rechtzeitig gelöst werden kann? Oder anders ausgedrückt: „Geht’s nicht ein bisschen früher?“

- Wer trägt die entstandenen Kosten für die Nutzung der Ausweichräumlichkeiten im Friesenhof?

- Am ersten Abend war ein Konzert im Festzelt geplant. Fällt eine Konventionalstrafe an, und wer bezahlt sie?

Menschen in Bockhorn oder Zetel identifizieren sich mit ihren Märkten. In Varel ist das schon lange nicht mehr so. Die Reaktionen auf den Social-Media-Kanälen auf diese Panne reichen von Spott bis Mitleid. „Typisch Varel“. „Varel kann nicht Markt“. So und ähnlich ist zu lesen gewesen.

Dass Jubel, Trubel, Heiterkeit unter den widrigen Wetterbedingungen gelitten haben, dafür kann niemand etwas. Dennoch ist zu beobachten: Die Begeisterung für den Vareler Kramermarkt hält sich in Grenzen. Das liegt auch daran, dass die Möglichkeiten des Veranstaltungsortes nicht annähernd ausgenutzt werden:

Die Innenstadt bietet Platz genug für Größeres. Das Areal rund um Schlossplatz, Drostenstraße und dem Parkplatz City-Passage bieten ein wunderbares Ambiente. Eine Freifläche vor der Lagerhalle einer Papierfarbrik im Vareler Westen kann da nicht annähernd mithalten.

Die Faszination eines Jahrmarktes kann in so durchdigitalisierten Zeiten nicht allein darin bestehen, ein paar Fahrgeschäfte und Wurstbuden aufzustellen. Ein Markt lebt nicht nur vom Angebot, das gemacht wird, sondern auch von der Kreativität der Besucher und den Möglichkeiten zur Begegnung.                                                                                                 

Wie wäre es mit ein paar kleinen Bühnen, auf denen Kleinkunst, Lesung, Gesang, Kabarett, Poetry Slam und Ähnliches gespielt und geboten wird?

Wie wäre es, wenn die Cafés und Restaurants der Innenstadt mit einbezogen würden und sich während ihrer Öffnungszeiten mit ihren Angeboten auf die Marktbesucher einstellen? Da könnte man sogar den einen oder anderen Regenschauer als willkommene Unterbrechung des Marktrundgangs verstehen.

Ein lebendiger Markt findet dort statt, wo die Menschen leben, und nicht vor den Toren der Stadt am Waldesrand.

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