Sonntag, 28. Januar 2018, 19:51 Uhr
Evangelisch-reformiert und Ökumene / Christentum

SPIEGEL GESCHICHTE "Das Christentum"

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Leseempfehlung

Varel / Rastede / Oldenburg SPIEGEL GESCHICHTE "Das Christentum" berichtet über die Gründe für den weltweiten Erfolg des Christinnen- und Christentums seit 2000 Jahren.

Im ersten Kapitel erinnern die Autoren an den Aufstieg einer jüdischen Sondergemeinschaft zur Reichskirche im Römischen Imperium.
Besonders wichtig erscheint mir der Beitrag von Klaus Rosen über den lateinischen Kirchenvater Aurelius Augustinus (354 - 430). Er prägte mit seinen Schriften das Denken in weiten Teilen Westeuropas. Reformatorinnen und Reformatoren des 16. Jahrhunderts, wie Huldrych Zwingli (1484 - 1531) oder Johannes Calvin (1509 - 1564), sind vom Werk des Aurelius Augustinus tief beeindruckt gewesen.
Cord Aschenbrenner thematisiert ausführlich das Mönchtum. Es war/ist bedeutsam für die christliche Bildung und Mission. Ordensfrauen und Ordensmänner sollten/sollen für die Bevölkerung hinsichtlich ihrer Lebensführung Vorbilder sein. In der Zeit zwischen um 500 und um 1500 waren Nonnen und Mönche vielfach Trägerinnen und Träger des Fortschritts.

Im zweiten Kapitel geht um das Verhältnis zwischen Kirche und Staat.
Susanne Koelbl berichtet über das Schicksal von irakischen Christinnen und Christen im Libanon. Diese flohen vor islamistischer Bedrohung und leben dort mehr schlecht als recht ohne gesicherten Aufenthaltsstatus. Die Welt, auch die christliche Welt im Westen Europas, hat diese Menschen vergessen.
Jan Pohl erinnert an die Scholastik (9. - 15. Jahrhundert). Deren Vertreter analysierten das Verhältmis von Religion und Vernunft sowie die Logik des EINEN GOTT. Die Scholastik blieb auf das westliche Europa begrenzt; die Reformatorinnen und Reformatoren des 16. Jahrhunderts sowie die Vertreterinnen und Vertreter der Aufklärung (Ende des 17. Jahrhunderts - Ende des 18. Jahrhunderts) konnten darauf aufbauen. Die Ostkirchen sowie das Haus des Islam kennen keine Periode ähnlich der Scholastik.

Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit dem Christinnen- und Christentum in der Frühen Neuzeit (16. - 18. Jahrhundert).
Nach der Reformation stellte sich für Christinnen und Christen die Frage, ob diese ihre jeweilige wahre Überzeugung mit oder ohne Gewalt durchsetzen sollten. Volker Reinhardt beschreibt in seinem Essay diesen Zwiespalt.
Bettina Musall beschreibt das Wirken von Jesuiten in China, Uwe Klußmann erinnert an den Pietismus im damaligen Deutschland.

Im vierten Kapitel geht es um das Thema "Leben mit dem EINEN GOTT oder Leben ohne den EINEN GOTT".
Interessant ist der Beitrag von Andreas Urs Sommer über Friedrich Nietzsche (1844 - 1900). Dieser propagierte konsequent ein Leben ohne den EINEN GOTT; er brach radikal mit den bürgerlich-christlichen Vorstellungen seiner Zeit.
Spannend ist der Beitrag von Michael Sontheimer über den evangelischen Theologen und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Dietrich Bonhoeffer (1906 - 1945). Dieser gehörte zu den wenigen im deutschen Christinnen- und Christentum, welche ihren Glauben nicht mit den Konzeptionen der Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten vereinbaren konnten und wollten.
Im Rahmen eines Interviews erläutert Detlev Pollack die Ursachen für den Bedeutungsverlust/Niedergang des Christinnen- und Christentums in fast allen Industrienationen.

Eine reichhaltige Bebilderung, Chroniken und Buchempfehlungen runden das Heft ab.

SPIEGEL GESCHICHTE "Das Christentum" ist eine wunderbare Ergänzung zu GEO EPOCHE "Das Christentum".


SPIEGEL GESCHICHTE Nr. 6/2017: Das Christentum. Die erfolgreichste Religion der Welt, 140 Seiten, Hamburg 2017 (SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG, über www.amazon.de/spiegel zu beziehen, 7,90 EURO).

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