Montag, 18. Dezember 2023, 21:35 Uhr
Krankenhaus Varel / Kreistag / Menschen getäuscht?

Krankenhaus Varel. Sind die Menschen getäuscht worden?

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„Zukunft Varel“ erhebt einen schweren Vorwurf. Unter Berufung auf eine Krankenhausreform, deren Folgen man noch gar nicht absehen könne, plane man die Demontage des Krankenhauses. Das sei „vorauseilender Gehorsam“. Die Wählergemeinschaft KLARE KANTE meint: Wenn das so ist, kann das nicht ohne personelle Folgen bleiben

Varel / Zetel / Bockhorn Wenn der Kreistag der Beschlussvorlage zustimmt, gibt es in Varel keine Akut-Klinik mehr. Und wenn nicht? Landrat Ambrosy lässt keine Zweifel aufkommen: Eine Alternative gebe es nicht, hat er in der vergangenen Woche in einem Pressegespräch mitgeteilt. Das klingt nach Basta-Politik. Aber ein Stadtrat, der geschlossen widerspricht, hunderte Demonstranten, die für ihr Krankenhaus auf die Straße gegangen sind und inzwischen 10 000 Unterzeichner einer Petition senden ein machtvolles Signal: Die Menschen in Varel und im weiteren Einzugsbereich des St. Johannes Hospitals lassen sich mit einem landrätlichen Basta nicht abspeisen.

Aus der Stadtratsfraktion der Wählergemeinschaft „Zukunft Varel“ kommt ein brisanter Vorwurf: Die Menschen würden bewusst getäuscht, wenn die Umstrukturierung der friesischen Krankenhauslandschaft mit der bevorstehenden Krankenhausreform des Bundes begründet werde. Was die Krankenhausreform bringe, sei noch überhaupt nicht absehbar und die Pläne für Varel und Sanderbusch „vorauseilender Gehorsam“.

Die Wählergemeinschaft KLARE KANTE schließt sich dieser Einschätzung an und verweist darauf, dass es eine Beschlusslage des Kreistages gibt, die vom Erhalt beider Standorte ausgeht. Frauenklinik und eine Notfallpraxis, die abends Feierabend macht, sind kein Krankenhaus mehr. Ob eine Frauenklinik, die man laut Beschussvorlage „weiterentwickeln wolle“ auf Dauer ohne Innere Abteilung und ohne Chirurgie existieren kann, darf getrost bezweifelt werden.

Der Vorwurf, den Zukunft Varel erhebt, wiegt schwer. Die Wählergemeinschaft KLARE KANTE fragt, ob bei dieser Sachlage personelle Konsequenzen ausbleiben können. Wo steht eigentlich geschrieben, dass ein Landrat gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Kreiskrankenhäuser sein muss? „Der Fisch stinkt vom Kopf her“, diagnostiziert der Volksmund. KLARE KANTE fragt, ob es nicht langsam Zeit für frische Köpfe wird.

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