Samstag, 10. Februar 2024, 16:08 Uhr
Krankenhaus / Sanderbusch / Rettungsdienst Friesland

Krank in Friesland: So kann's gehen.

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Die Odyssee einer Varelerin durch den friesischen Dschungel des Gesundheitswesens ist längst nicht mehr die einzige schlimme Geschichte rund um die Friesland-Kliniken. Aber die allerneueste.

Varel / Bockhort Am Donnerstag, den 8. Februar wurde eine 68jährige Varelerin aus stationärer Behandlung in Sanderbusch entlassen. Mit Luftnot und Vorhofflimmern hatte sie einige Tage vorher ihre Ärztin aufgesucht. Die zögerte nicht lange, bestellte beim Rettungsdienst Friesland einen Rettungswagen und überwies die Patientin ins Krankenhaus Sanderbusch.
Nach diversen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen wurde die Patientin dann am 8. Februar ohne eindeutigen Befund und ohne signifikante Besserung ihres Befindens entlassen.

Noch am selben Tag kollabierte die eben Entlassene in ihrer Wohnung, fiel ohnmächtig vom Stuhl und schlug mit dem Kopf auf den Fußbodenfliesen auf. Der anwesende Sohn alarmierte den Rettungsdienst Friesland.
Die Mitarbeiter vom Rettungsdienst ließen sich die Situation erklären und telefonierten dann mit dem Krankenhaus Sanderbusch, um die erneute Einlieferung der Patientin anzukündigen. Zur Fahrt von Varel nach Sanderbusch kam es dann aber nicht mehr: Die Klinik in Sanderbusch lehnte eine erneue Aufnahme ab. Die Patientin sei ja im Hause bekannt und ihr Beschwerdebild habe psychosomatische Gründe.
Daraufhin lehnte die Besatzung des Rettungswagens auch einen Transport in eine andere Klinik ab.

Einer der Sanitäter entpuppte sich dann als notfallmedizinisches Naturtalent und gab der Patientin den Rat, beim nächsten Schwindelanfall solle sie sich auf den Boden setzen. Dann falle man nicht so tief (!). Auch für die angespannte Situation in den Kliniken ganz allgemein hatte der Mitarbeiter des Rettungsdienstes Friesland eine einleuchtende und hilfreiche Erklärung parat: Die Krankenhäuser seien nur deshalb so überfüllt, weil da lauter Leute lägen, die da nicht hingehörten (!).
Weil der Rettungsdienst Friesland sich zur Rettung nicht in der Lage sah, wurde der Sohn der Patientin selbst initiativ: Er verfrachtete die Kranke in seinen PKW und fuhr mit ihr nach Westerstede.
In Westerstede bildete ein CT eine kleine Gehirnblutung ab. Weil diese Blutung aber nach Einschätzung der Ärzte für den Zustand der Patientin nicht ursächlich sein könne, wolle man zur weiteren Abklärung ein MRT durchführen.
Das Positive daran: Die Patientin muss sich nicht länger mit dem Verdacht herumschlagen, sie sei eine Simulantin und blockiere lediglich ein anderweitig benötigtes Bett.
Ansonsten gilt: So sieht es zurzeit in Friesland aus.

Als Pastor und Bibelkenner hat der Verfasser den Eindruck, dass im Buch Jesus Sirach, Kapitel 38 Vers 15 die heutige Situation im Landkreis Friesland prophetisch vorweggenommen ist: „Wer vor seinem Schöpfer sündigt, der soll dem Arzt in die Hände fallen.“

Diesen unsäglichen Zustand verantwortet die Politik, die ohne Konzept, ohne Sinn und Verstand Bedarfe ignoriert und Krankenhäuser schließt.

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