Dienstag, 20. Februar 2024, 09:36 Uhr
St. Johannes Hospital / Antwort des Landrats / einige Nachfragen

Krankenhaus Varel - So antwortet der Landrat

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Am 9. Februar haben die Wählergemeinschaften ZUKUNFT VAREL und KLARE KANTE sieben Fragen zur Situation rund um das St. Johannes Hospital gestellt. Wir veröffentlichen hier die Antwort von Herrn Ambrosy, die uns zu einigen Nachfragen veranlasst hat.

Varel / Bockhorn / Zetel Sehr geehrte Frau Wittkowski, sehr geehrter Herr Cassens,

besten Dank für Ihre Anfrage von Freitag, 9. Februar 2024.
Gerne erläutere ich Ihnen den Sachverhalt zur Zusammenarbeit mit dem Clemensschwestern e.V., der palliativen Versorgung sowie den weiteren von Ihnen angesprochenen Aspekten. Sicher haben Sie Verständnis, dass wir diese Klarstellungen zu Ihren öffentlichen Äußerungen ebenfalls der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Klarstellung zur Zusammenarbeit mit den Clemensschwestern (bereits veröffentlicht am 7.2.2024)
Der Barmherzige Schwestern (Clemensschwestern) e. V. hatte den Friesland Kliniken im Herbst 2023 mitgeteilt, dass das Konvent Ende Januar 2024 schließt und mit Datum vom 29.11.2023 hat der Barmherzige Schwestern (Clemensschwestern) e.V. deswegen den sogenannten Gestellungsvertrag mit den Friesland Kliniken zum 31.1.2024 gekündigt. Damit endete im Januar 2024 der Dienst der Ordensgemeinschaft am Standort Varel.
Zum Hintergrund: Die Seelsorge wurde in der Vergangenheit durch den Konvent angeboten und bis zur Kündigung durch den Konvent bereits seit längerer Zeit nur noch von einer Schwester durchgeführt. Weitere Schwestern waren in den Friesland Kliniken zuletzt nicht tätig. Im Herbst 2023 gab es zunächst ein gemeinsames Gespräch mit dem Konvent, um die Bedarfe zu ermitteln und in welchem Umfang die Seelsorge zukünftig geleistet werden kann. Noch während dieser Gespräche gab es dann die Mitteilung der Clemensschwestern, dass das Konvent aufgelöst wird - dies war eine Entscheidung der Clemensschwestern, die Kündigung durch diese erfolgte am 29.11.2023.  Seitens Friesland Kliniken ist somit keine Kündigung erfolgt und dies war auch nicht geplant.

Klarstellung zur Palliativversorgung in den Friesland Kliniken (bereits veröffentlicht am 9.1.2024)
Im St. Johannes Hospital und im Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch erfolgt, wenn erforderlich, eine palliative Versorgung direkt auf den Stationen wie zum Beispiel in der Onkologie.
Eine separate Palliativstation gab es in den Friesland Kliniken nicht und somit gab und gibt es auch keine Verschiebung von Stationen in den Standorten Varel und Sande.
                                                                                                                                              Zur weiteren Erläuterung: Im St. Johannes Hospital gab es bis Herbst 2022 innerhalb der internistischen Station 3 (Innere Medizin) einen Bereich für Palliativversorgung, der eine sehr personalintensive palliativmedizinische Komplexbehandlung (z.B. auch weitere Angebote wie Psychotherapie, Musik- und Kunsttherapie) angeboten hat. Dies war jedoch keine eigene Station.
Aufgrund von Fachkräftemangel konnte diese intensive, palliative Versorgung bereits seit Herbst 2022 nicht mehr weitergeführt und auch nicht wieder in diesem Umfang aufgebaut werden. Dennoch wurde im Rahmen der Station für Innere Medizin eine palliative Grundversorgung und auch eine stationäre Aufnahme von Patientinnen und Patienten ermöglicht.
Wie bekannt, musste die Station für Innere Medizin Ende Dezember 2023 geschlossen werden, so dass die dortige Palliativversorgung als ein Schwerpunkt der Station auch nicht mehr angeboten werden kann.
Wie oben erläutert, erfolgt natürlich weiterhin eine Versorgung auch im palliativen Bereich, wenn erforderlich, direkt auf den Stationen, wo der Patient/die Patientin bereits behandelt wird.

Zusammenarbeit zwischen Standorten:                                                                                      Es gibt und gab keine Anweisung der Geschäftsführung nicht in die Notaufnahme nach Sande einzuweisen. Die Friesland Kliniken sind ein Haus mit zwei Standorten, das bedeutet Zusammenarbeit, Austausch und Verlässlichkeit. Die Verlegung von Patientinnen und Patienten erfolgt immer nach medizinischem Bedarf.

Zu Ihren weiteren Fragen:
Die Friesland Kliniken müssen sich weiterentwickeln, nur so können beide Standorte in der sich verändernden Krankenhauswelt langfristig bestehen. Vorgaben und Änderungen durch Bund und Land zwingen uns zu handeln, und zwar jetzt - das Zukunftskonzept ist ein wichtiger Grundstein, um die Häuser in Varel und Sande zu sichern. Die Geschäftsführung der Friesland Kliniken wie auch der Aufsichtsrat, Betriebsräte und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind jetzt gefordert, die Zukunft möglich zu machen. Und genau dies erfolgt derzeit auch in einem vertrauensvollen und respektvollen Umgang miteinander. Mit viel Engagement und Weitblick bringen sich derzeit über 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv in den gebildeten Arbeitsgruppen in den Friesland Kliniken ein, so ist auch die Klinikleitung Teil der Arbeitsgruppen und gestaltet - gemeinsam mit der Belegschaft - die Zukunft.

Patientinnen und Patienten wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich auf die Friesland Kliniken auch zukünftig verlassen. Die Menschen in der Region brauchen und müssen eine verlässliche Gesundheitsversorgung haben und wie Sie meinen Erläuterungen und Klarstellungen entnehmen können, gibt es diese auch.
Seit Januar informieren die Kliniken in einem wöchentlichen, internen Newsletter die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter transparent und regelmäßig über die Entwicklungen und die Menschen der Friesland Kliniken. Wir setzen bei den Friesland Kliniken auf Verstehen, Verständnis und Vertrauen. Insofern verbitte ich mir, Anschuldigungen und persönliche Angriffe gegen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - und zwar gegen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Friesland Kliniken, so auch gegen die Geschäftsführung, und weise diese entschieden zurück.
Die Belegschaft ist Teil des Prozesses, die Kolleginnen und Kollegen sind "Mitgestalter" - und ich freue mich darauf, wenn sich viele weitere aktiv anschließen.

Mit freundlichen Grüßen,
Sven Ambrosy Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender


Sehr geehrter Herr Ambrosy,

am 12.02.2024 erreichte uns Ihre Antwort auf unsere Anfrage vom 09.02.2024. Leider werden wesentliche Fragen nur unzureichend oder gar nicht beantwortet, sodass wir Sie erneut bitten müssen, Stellung zu nehmen: Bezeichnenderweise bleiben sämtliche Fragen zum Umgang der Geschäftsführung mit den Mitarbeitern und zur Arbeitsatmosphäre im St.-Johannes-Hospital offen. Daher fragen wir erneut:

1. Ist dem Träger bekannt, wie es um die Qualität der Mitarbeiterführung im Vareler Krankenhaus bestellt ist, und dass es in weiten Teilen der Belegschaft große Unzufriedenheit mit der Geschäftsführung bezüglich des Umgangs mit dem Personal gibt?

2. Wann ist dem Träger aufgefallen, dass er offensichtlich eine Geschäftsführung installiert hat, die fachlich nicht in der Lage gewesen ist, eine gute Mitarbeiterführung zu gewährleisten?

Im Hinblick auf die Fragen zur Palliativ-Einheit reagieren Sie lediglich mit Begriffsklaubereien, die der palliativen Arbeit, wie es sie im St.-Johannes-Hospital einst gab, in keiner Weise gerecht werden. Dabei bleiben die eigentlichen Fragen völlig unbeatwortet unbeantwortet:                        3. Wie ist die Geschäftsführung nach Einstellung des Palliativ-Angebots mit den Mitteln aus der Hans-Joachim-Hoffmann Stiftung umgegangen?

4. Sind Stiftungsvorstand und Beirat in Gespräche über die bevorstehende Einstellung des Angebots eingebunden gewesen?

Aufgrund aktueller Entwicklungen möchten wir zudem folgende Fragen ergänzen:                                               
5. Ist es richtig, dass die Auslastung der Frauenklinik im St.-Johannes-Hospital gesunken ist, seit die Innere Station geschlossen wurde?                                                                                                                            Wenn ja: Wie genau hat sich die Auslastung verändert, und wie begründen Sie den Rückgang?

6. Gibt es einen Aufnahmestopp in der Inneren Station im Klinikum Sanderbusch?

7. Stimmt es, dass es der Vareler Polizei nicht mehr möglich ist, im St.-JohannesHospital Blutproben untersuchen zu lassen, sodass für eine solche Untersuchung nunmehr eine Streife den Weg nach Sande oder sogar Oldenburg auf sich nehmen muss?

Mit freundlichem Gruß

Gesche Wittkowski (Zukunft Varel)

Uwe Cassens (Klare Kante)

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