Mittwoch, 06. Juni 2018, 11:05 Uhr
Tod / Nahtod / Trauer

AFTERLIFE - Trauer

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Jeder von uns hat bestimmt schon den Verlust eines nahestehenden Menschen oder Tieres hinnehmen und irgendwie auch überwinden müssen. Ab dem Moment sein eigenes Leben fortzuführen, ein neues Leben zu beginnen, scheint zunächst völlig ausgeschlossen...

Zetel / Oldenburg / Westerstede Da sind die Erinnerungen, mit denen wir täglich konfrontiert werden. Schöne Erinnerungen, tiefe Gefühle, bewegende Momente eines gemeinsamen Lebens. Mit dem Tod der uns nahestehenden Person oder des Tieres, stehen wir gefüllt vor dem Nichts. Sinnlos scheint alles, was man gemeinsam erlebt, aufgebaut und auch überwunden hat. Ein großes Stück seines Lebens ist mit dem Tod des Verstorbenen wie herausgerissen. Wir fühlen eine Leere. Das ist Trauer.

Es gibt kein Patentrezept für die Bewältigung von Trauer. Jeder Mensch ist anders. Jeder von uns versucht somit auch anders mit der Trauer klarzukommen. Die einen von uns ziehen sich komplett zurück und müssen erst einmal in Erinnerungen schwelgen. Was für andere wiederum völlig undenkbar ist und sich als pure Selbstzerstörung anhören würde. Andere von uns suchen lieber das Bad in der Menge. Sie wollen sich mit Partys, Kino- und Theaterbesuchen, Festivals usw. ablenken. Sie nehmen alles mit, damit sie nicht von der Trauer übermannt werden. Und dann gibt es auch noch Menschen, die suchen den Kontakt zu Gleichgesinnten. Gruppentherapien für Trauerbewältigungen werden fast in jeder Stadt angeboten. Manchmal braucht es den Kontakt und den Austausch mit Gleichgesinnten, um gemeinsam zu trauern, zu weinen, um aus der Trauer wieder herauszukommen.

Auch ich habe zahlreiche, mir nahestehenden Menschen und Tiere „gehen lassen“ müssen. Mittlerweile ist es wirklich so, dass ich auf der anderen Seite mehr Leute habe, als hier in meinem jetzigen Leben. So viele Personen und Tiere habe ich schon zu betrauern gehabt. Und ja, ich habe viele Tränen vergossen beim stundenlangem weinen. Und ja, ich habe auch den ein oder anderen Gegenstand zerdeppert. Aus Wut. Denn nicht selten mischt sich auch Wut unter die Trauer. Aus unterschiedlichen Gründen. Ich war zum Beispiel wütend, als sich mein bester Freund das Leben genommen hat. Ich fühlte mich zurückgelassen. Dabei hatte er in meinen Augen sehr gute Gründe für seinen Selbstmord. Er war schwer und unheilbar krank und wollte sich weiteres Leid ersparen. Genau so, würde ich es auch tun wollen. Aber damals war ich irgendwie wütend auf ihn. Heute sehe ich es völlig anders. Denn wir selber dürfen nicht egoistisch sein. Es darf nicht sein, das jemand leidet und weiterhin leiden soll, nur damit wir diese Person weiterhin in unserer Nähe haben können.

Mich hat man öfter gefragt, ob ich noch trauere, nachdem ich die Nahtoderfahrungen gemacht habe und über den Tod so viel „weiß“. Ja, das tue ich! Aber ich trauere anders und wohl auch nicht mehr so lange. Ich heule, fluche nach wie vor. Denn es ist ja doch irgendwie für´s Erste ein „Abschied“. Ein Abschied von einem Menschen oder Tier in seiner physischen Gestalt. Man sieht diesen Menschen nicht mehr und muss sich in vielen Dingen umstellen, umgewöhnen.

Wir erleben nun mal den Verstorbenen nicht mehr körperlich so wie früher. Aber wir können ihn spüren, wahrnehmen und ihn auch an unserem weiteren Leben teilhaben lassen. Uns muss nur klar sein, dass dieser Mensch oder das Tier nicht mehr an den physischen Körper und somit nicht mehr an die materiellen Gesetze gebunden ist. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass sie durch den Wechsel vom physischen Körper zum Astralkörper noch häufiger bei uns sind, als je zuvor. Weil es schon alleine viel einfacher ist, als zu Lebzeiten mit uns. Und das zu wissen, hilft unheimlich bei der Bewältigung von Trauer.

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