Montag, 03. September 2018, 21:44 Uhr
ein unvergesslicher Tag

Wir führen Menschen zusammen

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Bürgerverein Etzhorn

Oldenburg / Wahnbek Magda Boomgaarden-Kirchhübel und Gustav Backhuß-Büsing hatten keine Mühe und Arbeit gescheut, aber sehr viel Zeit investiert, um 48 Menschen einen wunderschönen und erlebnisreichen Sonntag zu schenken. 

Ostfriesland war das Ziel. In Leer wurden wir an der reformierten Kirche von einem gutgelaunten Pastor, Herrn Brookmann, erwartet. Wir gingen über den Friedhof, er zeigte uns einen alten Grabstein für ein Kleinkind. Die Kirche wurde im 13. Jahrhundert aus Backsteinen erbaut, im 15. Jahrhundert durch den Chor mit dem Kreuzgewölbe erweitert. Im 17. Jahrhundert ließ Erhardt von Ehrentreuter von Hofrieth, eine Gruft mit zwei Grabkammern einrichten.  Mitglieder der Familie von Wedel und Pastoren wurden beigesetzt. Der Kirchenraum erinnert mit nur wenigen Ausschmückungen an die evangelische Kirche. Es fehlt der Altar, dafür steht im Altarraum ein großer Tisch, rundherum Stühle. Sitzend wird das Abendmahl eingenommen. Das Taufbecken ist aus Bentheimer Sandstein gefertigt. Später wurde eine Schale eingelegt, so dass die Täuflinge nicht mehr mit dem ganzen Körper eingetaucht wurden. Gestiftet wurde der Kronleuchter  1690. Mehr Schmuck zeigt die eichene Kanzel. Traubengehänge und Reben verzieren sie. Seit 2017 hängt im Glockenturm eine neue Glocke, hergestellt in Gescher. (vor 2 Jahren besichtigte der Bürgerverein die Firma). Die Kirche ist einfach und klar, Gedanken schweifen nicht ab.

Doch der kleine Hunger setzte ein. Der Bürgerverein Etzhorn hatte vorgesorgt und Butterkuchen bei unserem Bäcker BRUNO gekauft, Kaffee spendierte das Reiseunternehmen Wiards. Es geht uns gut.

Gegenüber liegt das Schloss Evenburg. Wir waren zu einer Führung eingeladen und sie ist so fantastisch, sie wird uns lange in Erinnerung bleiben. Gräfin Juliane von Wedel und Graf Carl Georg von Wedel erwarteten uns persönlich und sie waren hocherfreut uns begrüßen zu dürfen. Einige Gäste wurden mit ihrem Titel persönlich angesprochen und Gräfin Juliane von Wedel (um 1898) begrüßte Hiltrud als Gräfin Amalie und erkundigte sich nach ihrer Gesundheit. Es gehe ihr nun schon wieder besser, der Handstock zeige es. Andere Damen wurden mit einem Knicks begrüßt. Gräfin Juliane kennt sich im Adel aus.
Später wurden die Rollen getauscht und Graf Carl Georg von Wedel (um 1883) führte uns im Schloss umher. Das Schloss wurde von ihm auf den alten Grundmauern in nur zwei Jahren neu erbaut. Es ist ein hochmodernes Schloss, ein würdiger Stammsitz. In weiteren 20 Jahren entstand ein florierender Betrieb mit Handelsgärtnerei, Imkerei und Forstwirtschaft.

Gräfin Juliane verriet uns im Festsaal weitere Intimitäten, wir fühlten uns in diese Zeit zurückversetzt. 

Weiter ging es nach Emden, hierüber gibt einen gesonderten Artikel. Magda hatte sich wunderbar vorbereitet.

Das Moormuseum Moordorf war ein weiterer spannender Ausflugspunkt. In der Teestube "Kluntjehus" erwartete uns eine leckere Teetied. Tee satt und für jeden ein dickes Stück Kuchen. Lecker.

Auf einem Rundweg durch das Museum erfuhren wir, wie ärmlich die Menschen im Moor lebten. 1765 erließ Friedrich II. das Urbarmachungsedikt. Das Museum befasst sich mit der Moorkolonisation in Ostfriesland. Die Menschen, die hier gesiedelt hatten waren arm, viele Kinder vergrößerten die Armut. Die Bewohner wurden nicht alt und durch die Wohnsituation und das schlechte ungenügende Essen wurden sie krank. Es gab keine Unterstützung, es waren armselige Bedingungen.  

Nach der Besichtigung fuhren wir zum Essen nach Bagband zum "Ostfriesen Bräu". Uns bemächtigte fast ein schlechtes Gewissen als wir an die armen Menschen dachten, die vor 250 Jahren ihr Leben in Moordorf fristeten. Es hat sich soviel verändert, die Armut schwand allmählich. Das normale Leben hatte uns wieder und gerne nahmen wir das gute Essensangebot des "Ostfriesen Bräu" an.

Wir hatten ein prallgefülltes Programm, doch es lief ohne Hektik ab. Die Gleichmütigkeit und die Ruhe der Ostfriesen färbte auf uns ab. Müde, aber glücklich trafen wir wieder in Etzhorn ein.

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