Sonntag, 11. März 2018, 13:56 Uhr
Lernfähig

M ä n n e r - Allroundtalente -

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Es mag Männer geben, die sind richtig spezialisiert auf Küchen- und Hausarbeit; und wie man weiß gibt es ja auch sehr gute Köche. Von denen kann man bestimmt v i e l lernen und ich schätze ihre Arbeit sehr. Meine Erfahrungen mit „Küchen-Männer“ sind da eher auf einem gediegen-verhaltenem Level anzusiedeln.

Oldenburg / Apen / Westerstede
Keine Frage, Männer können gut Tees und Tütensuppen „kochen“ , manchmal bekommen sie auch noch Spiegeleier und Pellkartoffel hin, aber danach muß ich dann schon ganz lange suchen, nach Dingen, die irgendwann einmal , selbst bei Männern , funktioniert haben. Außerdem wissen sie mit Sicherheit alles besser, räumen den Geschirrspüler so gut wie immer ganz wieder aus, weil man doch viel schneller abwaschen kann, mit der Hand, versteht sich.
Daß soviele Tassen und Teller abgesprungene Ecken aufweisen liegt, laut ihrer Betrachtung, immer am Geschirrspüler, der mal wieder von „Frau“ vollkommen falsch eingeräumt wurde. Und wenn sich dann mal herausstellt, daß die Vorgehensweise von „Frau“ doch nützlicher war, dann finden sie mit Sicherheit eine Argumentation, die das Gegenteil beweisen soll. Da man sich aber auf längere Diskussionen nicht einlassen will oder auch aus Zeitmangel nicht kann, kürzt man das Ganze ab, wobei Mann dann deutlich zeigt, daß e r – wie immer – recht hat. Ob ich es ihm glaube? Darüber diskutiere ich besser nicht.
Männer halten wunderschöne Tischdekorationen für „Gedöns“, was doch nicht sein muß, geht doch auch ohne die vielen Lichter und anmutig aufgestellten Servietten, die sowieso ja auch viel zu teuer waren, so Mann! Mann weiß auch immer, daß Tischdecken nicht gebügelt werden müssen und Bügeln an sich eine reine Freizeitbeschäftigung darstellt.
Frauen nehmen ihre Kochkünste ernst und probieren allenfalls mit einem kleinen Teelöffel, damit nicht schon vorweg der Genuß geschmälert wird. Männer nehmen , nach Aufforderung „doch mal zu probieren“ i m m e r einen Eßlöffel dafür und behaupten dann auch noch, sie müßten unbedingt noch einmal probieren, der Geschmack hätte nicht wirklich bestimmt werden können.
Die Hilfsarbeiten, so möchte ich es mal nennen, werden meistens auch ohne Murren in Angriff genommen, nur mit den Küchenvokabeln hapert es gewaltig. Viele Dinge kennen sie einfach nicht und nach dreimaliger Ansage beschließt man selbst danach zu suchen, so geht es dann ganz bestimmt etwas schneller.
Verlangt man Küchentücher zum Putzen, dann bekommt man mit Sicherheit ein einzelnes abgerissenes Blatt von der Küchenrolle, was allenfalls bewirkt, daß man ein paar Tropfen damit abwischen kann. Verlangt man dann, schon recht böse, die ganze Rolle, spätestens dann ist Mann beleidigt verschwunden aus der Küche.
Ich denke mir dabei, wenn ich zwei oder mehr Tücher nehme, dann kann ich gleich alles damit putzen und wesentlich effektiver als mit einem, und…… so teuer sind sie nicht.
Wir sind beide nicht in Armut aufgewachsen, wohl sparsam, aber die Sparsamkeit der Männer sieht irgendwie auch anders aus als bei Frauen.
Als ich vor kurzem alles zusammensuchte und einen richtig guten Auflauf hinbekam, war meine bessere Hälfte derjenige, der den Backofen anstellen sollte. Er hielt sich lange in der Küche auf, ich registrierte auch sein tonvolles Brabbeln, verstand aber leider nichts im Nebenraum. Mir war schon bewußt, daß da etwas passierte,aber nicht genau um was es ging. Aber……man lernt immer noch dazu, obwohl man dachte, daß es sowas nicht geben könnte in der heutigen Zeit. E r hatte das Geschnetzelte vom Vortag mit in den Backofen gestellt und nach einer Weile festgestellt, daß sich das Behältnis verflüssigt hatte. Eine riesige Sauerei sah ich dort im Backofen als ich dazu kam. Ich bemerkte, daß ich noch nie Porzellan in sich zerfließen sah und war erstaunt, was es alles gibt. Ob er es nicht gehört hatte, oder aber mich nicht noch mehr aufregen wollte, ich weiß es nicht.
Wir putzten in trauter Gemeinsamkeit am Backofen und am Grillrost. Als das Zeug hart wurde, da konnte man es allles ganz gut runterbrechen, nur am Grillrost waren zuviele Durchlaufstellen, die alle einzelnd gesäubert werden mußten.
Endlich war dann auch das geschafft und ich wollte noch schnell von ihm wissen, welche Schale das denn nun gewesen sei? Der Deckel liegt da noch, meinte er mit ganz unschuldigen Augen. Der Deckel lag da, aber er war aus Plastik, also hatte er eine Plastikschale reingestellt. Ich war entsetzt und ob das gemeinsame Saubermachen mit dem jetzigen Wissen so toll funktioniert hätte, ich wage es zu bezweifeln.
Männer glauben nur dem guten Geschmack "anderer Personen", die eigene Ehefrau wird eher als "Gefälligkeitsbeurteilerin" gesehen. Ob er weiß, daß ich so manchmal auf die Mithilfe von Freunden zurückgreifen mußte wenn es um sein Outfit ging?
E r hat immer genug Sachen, die reichen bis "zur Unendlichkeit", die gehen nie kaputt und wenn, dann stopft man halt oder nimmt ein lustiges Emblem auf das Loch.
Männer können auch schlechter sehen als Frauen, von Haus aus schon, sie sehen so gut wie nie wenn sich irgendwo auf der Kleidung dicke Flecken befinden. Wenn sie denn doch mal einen sehen, dann wird lustigerweise versucht, ihn mit der bloßen Hand wegzuwischen, wie Staub. So eine Geste muß Frau einfach ignorieren und sich einfach das entsprechende Kleidungsstück in die Wäschetrommel packen, ohne große Fragen. Genauso ist das mit Sachen, die absolut nicht mehr tragbar sind, es wird permanent daran festgehalten bis sie in ihre Substanzen zerfallen, das letzte Lieblingsstück sucht er heute noch, wobei es bereits 10 Jahre her ist seit meiner "Altkleiderentsorgung".
Männer sind halt so, das macht sie ja auch so liebenswert und lustig und sie versuchen uns immer zum Lachen zu bringen, mal gelingt es, mal nicht ganz so gut!

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