Dienstag, 22. Dezember 2020, 12:44 Uhr
Corona / du kannst mich mal

Mein ganzes Leben ist auf den Kopf gestellt worden

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Nicht einfach, doch Ende gut alles gut

Oldenburg / Wiefelstede / Rastede Als ich dem Entschluß zustimmte, mein Haus in Etzhorn zu verkaufen und dafür ein Mehrgenerationenhaus in Wiefelstede zu kaufen, war ich Feuer und Flamme. Doch wie es sich dann herausstellte, es war nicht einfach! Es war das größte Abenteuer meines Lebens.

Steffi und Thomas haben dabei Unsägliches geleistet. Steffi hat sich um den Umzug gekümmert, das Haus in Etzhorn "entrümpelt", mein Wort war in jener Zeit -Weg-. Achtzehn Jahre habe ich dort gelebt, vierzehn Jahre zusammen mit Werner bis zu seinem Lebensende. Wir hatten uns und jede Entscheidung, die wichtig war, haben wir gemeinsam getroffen. Im Laufe des Sommers habe ich mir eingestanden, alles war eine Nummer zu groß für mich. Vielleicht trug auch vieles dazu bei, so waren die Umbauten noch in vollem Gange, der Garten eine Wüste, nichts war fertig, auch in meiner Wohnung musste das Eine und Andere getan werden.
Ich habe festgestellt, flexibel war ich einmal, heute gebrauche ich einen festen Ablauf und die gewohnte Umgebung, keine Veränderung. In jungen Jahren hätte ich nie gedacht, dass diese Worte einmal meine Lippen verlassen würden.

Wie oft galten meine Gedanken in dieser Zeit meinem Werner. Der Garten war seine Leidenschaft. Dann, im späten Frühjahr, glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen, überall hatten sich Mohnblumen und Kornblumen selber gesaatet. Es war wunderschön und mein Herz war getröstet.

Dazu kam Corona ab März. Ich hatte so viele Pläne. Wollte mich im Heimatverein, in der Kirche einbringen. Wollte Menschen kennen lernen. Doch Fleitschepiepen (wie mein Vater früher zu sagen pflegte.) Nix ging mehr. Gesundheitlich machten wir meine Gleichgewichtsstörungen sehr zu schaffen, sodass ich mir vor drei Wochen einen Rollator zugelegt habe. Nun fühle ich mich beim Laufen wieder sicher. Durch die Unsicherheit und Corona bin ich natürlich nicht mehr oft nach draußen und spazieren gegangen und die Beine haben entsprechend reagiert. Die Stabilität hatte sich verabschiedet und ich muss sie unbedingt wieder erlangen. 

Doch dann erneut Corona. Du blöder Virus, schränkst uns alle ein. Keine Möglichkeit sich in der Gemeinschaft zu treffen, miteinander einen Kaffee zu trinken, zu lachen, Neuigkeiten zu erfahren.    

Dann haben sich in diesem Jahr vier liebe Menschen aus dieser Welt verabschiedet. Wilhelm und Astrid, Nachbarn aus der Dr.-Erich-Dannemann-Straße in Etzhorn. Sie waren noch so jung, doch das K-Wort hat darauf keine Rücksicht genommen. Ingrid und Birgit aus dem Bürgerverein Etzhorn, plötzlich waren auch sie nicht mehr da. Möge es ihnen gut gehen, da wo ihre Seelen jetzt sind.

Wiefelstede ist ein kleiner wunderschöner Ort. Die Menschen sind herzlich, offen und der tägliche Gruß selbstverständlich. Und wenn Corona nicht gekommen und sich nicht breit gemacht hätte, wäre meine Leichtigkeit nicht verloren gegangen.

Steffi und Thomas sind inzwischen ebenfalls angekommen. Steffi hat hier die Möglichkeit in dem Yoga-Zimmer YOGA On-Line- zu unterrichten. So laufen die Yogastunden ohne Einschränkungen weiter. Ich bin nur manchmal traurig, wenn sie mir erzählt, ...die oder der... will kündigen, weil im Vertrag nichts von On-Line-Kursangebot... steht. Wenn viele diese Einstellung teilen, dann gibt es die Yoga-Schule, aber auch viele kleine andere Firmen, nach dem Ende der Pandemie nicht mehr. Aber es gibt Menschen, die ohne Job sind und mit großen Schwierigkeiten ihre täglichen Kosten bewältigen müssen.

Thomas ist ebenfalls im Homeoffice, er fühlt sich wohl. 
Unsagbar fleißig verbringt er viele Stunden im Büro. Zielstrebig sorgt er für ein
gutes Miteinander im Team und sorgt für tolle Erfolge.
So hat Thomas auch hier auf unserer Baustelle gearbeitet. Nachdem die Arbeiten im Haus zu 90 % abgeschlossen sind, er so vieles selber gemacht hat, Anleitungen gegeben hat, könnte er auch Bauleiter werden. 
Lieber Thomas, du hast einen Klasse-Job gemacht. Danke.
  
Wie oft haben Lucie und Walter und ich inzwischen gesagt, es ist gut Renter zu sein und das monatliche Geld gesichert ist.

Nichts ist einfach, doch ich will nicht jammern, mir geht es gut. Ich werde umsorgt, ich bin nicht
                                                      
                                                        A L L E I N.

Dafür bin dankbar.
Es gibt so viele Menschen, die diese Zuwendung, diese Liebe nicht bekommen.

DANKE, Steffi und Thomas
DANKE, Walter und Lucie   Steffis Schwiegereltern, sie wohnen ebenfalls
                                       in diesem Haus,
                                       gemeinsam mit uns. Sie haben eine schöne
                                       große Wohnung im 1. Stock  

Wir sind füreinander da, jeder wie er kann und seine Kräfte es zulassen!

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