Donnerstag, 28. Februar 2019, 16:58 Uhr
Schach / Denksport / Mannschaftswettkämpfe

Und täglich grüßt das Murmeltier

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Schwarzer Springer scheitert erneut am Aufstieg in die Landesliga

Bad Zwischenahn / Rastede / Oldenburg Beim vergangenen Wettkampf musste der Tabellenführer der Verbandsliga West, Ammerland 1, beim Tabellenzweiten aus Hagen antreten. Hier sollte es nun um alles gehen, denn beide Mannschaften erwartet in den letzten beiden Runden der Ligawettkämpfe ein machbares Restprogramm.

Ammerland 1 konnte reichhaltige Erfahrung langjähriger Aufstiegskämpfe und Schachturniere seiner Mannschaftsmitglieder in die Waagschale werfen, während Hagen mit einer sehr jungen und ambitionierten Truppe aufwartete, die in der vergangenen Saison überraschend aus der Landesliga abgestiegen war.

In den ersten beiden Stunden des Wettkampfes, bei dem beide Teams nahezu in Bestbesetzung antraten, war kaum ein Vorteil für eine Mannschaft auszumachen. Alle Partien boten in verwickelten Stellungen ausreichende Chancen für beide Seiten.

Henning Reins hatte für Entwicklungsvorsprung Bauern gegen einen Franzosen ins Geschäft gesteckt und musste nun beweisen, dass dies die Bauernopfer rechtfertigte. Julian Hans, selbst Französisch spielend, kam gut aus der Eröffnung heraus und war dem nominell überlegenen Gegner bisher mindestens ebenbürtig. Thomas Künzler konnte sich ebenfalls über keine schlechte Stellung beklagen, wobei beide Parteien um entscheidende Felder im Zentrum bei verwickeltem Spiel rangen. Martin da Costa fühlte sich in seiner Lieblingseröffnung wie zu Hause und konnte seine Position mit den weißen Steinen sehr gut aufbauen. Bei guter Vorbereitung ging es den übrigen Spielern ebenfalls nicht schlechter, so dass der Mannschaftsleiter, Thomas Künzler, mit einem guten Gefühl weiterspielen konnte.

Die letzten Minuten vor der ersten Zeitkontrolle glichen dann aber einer Achterbahnfahrt der Gefühle.

Durch ständige Stellungsverbesserung und verstärkten Druck konnte Martins Gegner irgendwann nichts mehr entgegensetzen und die Springer gingen etwas plötzlich und unerwartet mit 1:0 in Führung, war doch hier erst der 32. Zug gespielt worden. Das gute Gefühl verstärkte sich beim Mannschaftsleiter noch kurzfristig, da die übrigen Positionen optisch für die Ammerländer Schachfreunde überwiegend mindestens ausgeglichen, wenn nicht besser standen. Doch es sollte leider anders kommen.

Mit verstärkter Zeitnot an nahezu allen Brettern zahlte sich plötzlich die jugendliche Frische der Gegner aus, da viele Springern nicht mehr die besten Züge fanden.

Henning konnte seiner besseren Figurenentwicklung keine Durchschlagskraft verleihen und musste sich nach Abtäuschen plötzlich geschlagen geben. Thomas ließ sich in eher besserer Stellung dazu verleiten, eine langfristig eher fragwürdige und scharfe Variante zu spielen, statt weiterhin nachhaltigen positionellen Druck aufzubauen und geriet im anschließenden Schwerfigurenendspiel nahezu ohne Gegenchancen schnell auf die Verliererstraße. Oke Wübbenhorst verlor in verwickelter Stellung, da seine Zeit plötzlich verstrichen war und bei Tom Peters setzte sich der Gegner auf einmal durch ständige Stellungsverbesserungen in der Zeitnotphase durch, gegen die Tom kein Mittel mehr fand. Carsten zur Brügge erging es ebenso.

Hatte man zuvor noch euphorisch von Aufstiegschancen geträumt, brach das Kartenhaus beim Stand von 1:5 in sich zusammen und die Schachfreunde aus Bad Zwischenahn sahen sich erneut wie in den vielen zurückliegenden Jahren mit einem verpassten Aufstieg konfrontiert, der am Ende deutlich mit 2:6 einer heftigen Klatsche glich. Julian Hans und Sebastian Beer sollten ihre Positionen schlussendlich zum Remis halten aber auch nicht mehr herausholen können.

Nun gilt es in den beiden verbleibenden Wettkämpfen Motivation und Selbstbewusstsein für die kommende Saison zu tanken. Vielleicht gelingt es dann, den Bann zu brechen und das Murmeltier zu vertreiben.

Für die zweite Mannschaft lief es besser, da man gegen Oldenburg einen wichtigen Punkt gegen den Abstieg einfahren konnte.

Uwe Ritter, Frank Schulze und Andreas Slopinski sorgten für volle Punkte. Klaas Ansmann und Björn-Ole Kerski konnten jeweils ein Unentschieden beisteuern. Mit nunmehr 4 Mannschaftspunkten gerade so den Abstiegsrängen enteilt, hat man nun alles für den Klassenerhalt selbst in der Hand, da in den letzten beiden Runden auch noch gegen Mitkonkurrenten um den Abstieg gekämpft werden muss.

Mit dem letzten Platz in der Bezirksliga musste sich die dritte Mannschaft der Schwarzen Springer zum Saisonende leider zufrieden geben. Der Aufsteiger in die Verbandsliga, Aurich, fertigte die Schachfreunde mit einem deutlichen 7,5:0,5 Ergebnis ab. Lediglich Evgeny Bessonov konnte Remis halten. Da die Liga selbst aber aus zu wenigen Mannschaften besteht und weiter aufgefüllt werden müsste, bleibt den Ammerländern der Abstieg wohl erspart.

In der Kreisliga Jade-Weser endete die Saison für die Springer ganz passabel, konnten doch insbesondere die Nachwuchsjugendmannschaften einige Erfahrungen sammeln und mussten sich nicht mit dem letzten Platz in der Tabelle abfinden. Zum Ende landete die fünfte Mannschaft nach einem kampflosen 4:0 Sieg über Jever 2 auf dem 3. Tabellenplatz. Die 4. Mannschaft belegt den Platz dahinter, hatte zuletzt allerdings spielfrei und Tabellenvorletzter wurde die 6. Mannschaft nach einer knappen 1,5:2,5 Niederlage gegen Varel 2. Hier gewann Ibrahim Öner und Paul Meier spielte Remis.

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